Fortuna Düsseldorf: Dem Kader fehlt die Kreativität

Fortuna Düsseldorf : Fortunas Kader fehlt die Kreativität

Fortuna ist offensiv höchst ungefährlich. Hätte es nicht Sinn gemacht, im Winter einen zusätzlichen Stürmer zu verpflichten? Auch ein kreativer Spielgestalter fehlt dem ideenlosen Zweitligisten. Oliver Fink ist die Rolle nicht auf den Leib geschnitten.

Dass die Zuschauer in der Esprit-Arena am Samstag nicht vollkommen sediert wirkten, hatte weniger mit dem Spiel zu tun, als vielmehr mit der Tatsache, dass eben Karneval war. Und an Karneval feiert man im Rheinland alles, auch ein farbloses 0:0 zwischen Düsseldorf und Heidenheim. Ohnehin schaffen die Fans, was Fortuna Woche für Woche vergeblich versucht: Sie erledigen ihren Job mit Bravour, mal lautstark, mal phantasievoll, immer zuverlässig.

Laufbereitschaft kann man den Kickern auf dem Rasen gar nicht absprechen. Aber auch in der Kreisklasse können die Fußballer laufen. Was einen Profi-Klub auszeichnet, das ist ein gewisses Maß an Spielkultur, Technik, Variabilität und Einfallsreichtum. Düsseldorf fehlen die Ideen. Und wenn man sich den Kader des Zweitligisten so anschaut, dann weiß man auch nicht so genau, welcher Spieler zeitnah eine geniale Eingebung haben sollte.

Kapitän Fink ist kein angriffslustiger Gestalter

Nehmen wir einmal das Mittelfeld. Gegen Heidenheim sollten Oliver Fink, Marcel Sobottka und Christian Gartner hinter Rouwen Hennings und Ihlas Bebou das Spiel ankurbeln. Die drei zentralen Mittelfeldmänner zeichneten sich aber weder durch außergewöhnliche Schnelligkeit aus, noch kreierten sie durch ihren Ideenreichtum gefährliche Situationen. Einen Akteur, der den Rhythmus vorgibt, der den Fixpunkt des Offensivspiels darstellt, der mit geschickten Pässen den Raum öffnet, sucht man vergebens.

Und nein, Fink ist nicht der Spielertyp, der solche Pässe spielt. Der Kapitän ist kein angriffslustiger Gestalter, er kann die Partie wie Sobottka und Gartner von hinten heraus organisieren, findet für die Probleme in der Offensive aber keine Lösung. Das müssten andere übernehmen. Aber wer ist dazu in der Lage? Von Özkan Yildirim hatte man sich Kreativität erhofft. Der 23-Jährige sollte Fortunas neuer Chef im Mittelfeld werden — das hat bislang aber nicht hingehauen. Gegen Heidenheim durfte Yildirim nach 64 Minuten immerhin sein Rückrunden-Debüt feiern. Er setzte sich selten durch.

Schon in der Hinrunde fehlte die Originalität im Angriffsspiel

In der Hinrunde fehlte schon gegen Würzburg (0:0), Nürnberg (0:2) und Aue (0:0) die nötige Originalität im Angriffspiel. Aber Fortuna war mit 25 Punkten mehr als im Soll, man hat sich täuschen lassen. Den Verantwortlichen erschien es wohl nicht so wichtig, im offensiven Mittelfeld nachzulegen. Mit André Hoffmann und Gökhan Gül wurden zwei Verteidiger verpflichtet, die gerade weniger gebraucht werden. Die Flingerner verliehen mit Maecky Ngombo (Milton Keynes Dons) und Kemal Rüzgar (VfL Osnabrück) auch zwei junge Angreifer — jetzt mangelt es an Toren.

Aber hätten Ngombo und Rüzgar wirklich helfen können? Wahrscheinlich nicht. Doch ein adäquater Ersatz für Sturmspitze Rouwen Hennings — Emmanuel Iyoha traut man die Rolle momentan anscheinend nicht zu — wäre ebenfalls sinnvoll gewesen.

(jado)