Fortuna Düsseldorf: Dawid Kownacki rechnet mit Sampdoria Genua ab

Pole verrät pikante Interna : Kownackis Abrechnung mit Sampdoria Genua

Während die Verhandlungen zwischen Sampdoria Genua und Fortuna Düsseldorf kurz vor dem Abschluss stehen, rechnet Dawid Kownacki gnadenlos mit seinem derzeitigen Arbeitgeber ab und verrät dabei pikante Interna.

In Zeiten, in denen sich Vereine bei Transfermodalitäten meist eine Schweigepflicht auferlegen, sind die Aussagen von Dawid Kownacki bemerkenswert. Der 21-Jährige möchte unbedingt von Sampdoria Genua zu Fortuna Düsseldorf wechseln. Dieses Leihgeschäft mit Kaufoption steht nach Informationen unserer Redaktion auch kurz bevor. Am Mittwoch äußerte sich Kownacki gegenüber  dem polnischen Internetportal  „sport.se.pl“. Das deutsche Portal „Transfermarkt.de“ übersetzte die Aussagen ins Deutsche. Dabei verrät der junge Pole auch viel über die Verhandlungen zwischen Sampdorias Verantwortlichen und Fortunas neuem Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

 „Ich habe es satt! Ich habe genug von Sampdorias Verhalten! Ich bin immer mehr verärgert, weil die Zeit vergeht, und ich nicht weiß, wie meine Zukunft aussehen wird. Ich möchte nicht hier bleiben, ich möchte gehen. Und ich möchte nicht zurückkehren. Ich möchte dieses Kapitel ein für alle Mal schließen“, erklärt Kownacki, ehe er über den Beginn der Verhandlungen zu plaudern beginnt: „Am 6. Januar kehrte ich zum Klub zurück. Anfragen kamen herein. Die von Fortuna Düsseldorf tauchte sehr schnell auf. Die Deutschen zeigten, dass sie sich wirklich für mich interessieren. Sie präsentierten mir einen Entwicklungsplan, sie glaubten an mich, und das war es, was ich zuletzt bei Sampdoria vermisste. Außerdem ist Fortuna Düsseldorf  bereit, riesige wirtschaftliche Anstrengungen für mich zu unternehmen. Sie sind kein reicher Klub, aber sie wollen eine Ausnahme machen und eine Menge in mich investieren.“

Kownacki gibt einen ausführlichen Einblick in die Verhandlungen und sein Seelenleben: „Die Vereine haben sich nach langen Verhandlungen auf eine kostenlose Leihe verständigt und darauf, dass mich die Deutschen per Kaufoption für zwölf Millionen Euro kaufen können, wenn sie wollen. Aber in diesen Gesprächen hat sich konstant etwas geändert, es war einige Male kurz vor dem Vollzug und dann wiederum weit davon entfernt. Und als es ganz danach aussah, dass sich nichts mehr änderte und die Konditionen festgelegt waren, brach sich Caprari im Training sein Bein. (...) Ich war schon deprimiert, weil ich wirklich nicht hierbleiben wollte. (...) Nach der Ankunft von Gabbiadini war ich nur noch die fünfte Wahl. Die fünfte! (...) Ich bin ein zu guter Fußballspieler, um die nächsten sechs Monate auf der Bank zu sitzen.“

Damit nicht genug, der 21-Jährige erklärt auch detailreich, was sich in den vergangenen 72 Stunden in Italien abgespielt hat: „In der nächsten Phase wollte Sampdoria mich nicht umsonst leihen. Sie forderten 500.000 Euro für die Leihe und die erwähnten zwölf Millionen Euro für die Klausel. Die Deutschen sagten wieder ‚okay‘. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass sich nichts mehr ändert“, so Kownacki. „Aber dann komme ich heute aus dem Training und höre, dass es sich erneut geändert hat, dass Sampdoria eine Klausel einbauen will, die sie meine weitere Zukunft kontrollieren lässt. Das will ich nicht. Ich möchte für immer gehen.“

Kownacki kam in dieser Spielzeit in der italienischen Serie A bei zwölf Einsätzen auf 150 Spielminuten – ausschließlich als Einwechselspieler. Dabei erzielte er ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Zudem spielte er bei zwei Pokalpartien von Beginn an und traf einmal. „Was ist das? Das ist nichts!“, monierte der Profi seine Reservistenrolle. „Ich verstehe nicht warum, niemand hat mir das erklärt“, beschwert sich Kownacki.

Kownacki hat jedenfalls mit dem Thema Genua endgültig abgeschlossen:  „Wenn sie mich nicht gehen lassen, werde ich den Sommer hier vergeuden. Ja, vergeuden. Denn bei Sampdoria zu bleiben ist schon lange kein Vergnügen mehr. Ich hoffe aber trotzdem, dass ich Genua verlassen kann.“

So wie es aussieht, wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Ob sich Kownacki mit dem ausplaudern dieser Interna – die auch etwas über die Verhandlungstaktiken von Lutz Pfannenstiel aussagen – aber einen Gefallen getan hat, ist mehr als fraglich.

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