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Fortuna Düsseldorf: Das virtuelle Spiel im Schwarzwald stößt auch im Rheinland auf Interesse

Für einen guten Zweck : Fortunas virtuelles Spiel im Schwarzwald zieht auch im Rheinland

Vor einigen Wochen haben wir darüber berichtet, dass Fortuna am 22. Oktober im Schwarzwald zu Gast ist – allerdings nur fiktiv. Anlass ist der 100. Geburtstag des FC Wolfach. Wie die kuriose Idee ankommt und wem die Einnahmen zugute kommen.

Die Idee ist gleichermaßen skurril wie einfach nur schön. Wegen der Corona-Pandemie war der Plan des Kreisligisten FC 1920 Wolfach e.V. geplatzt, anlässlich seines 100. Geburtstags im vergangenen Jahr Fortuna Düsseldorf und die Stuttgarter Kickers zu einem Freundschaftsspiel in den Schwarzwald einzuladen. Diese beiden Klubs sollten es sein, weil genau sie in den 1950er-Jahren in eben diesem Wolfach gegeneinander gespielt hatten; Fortuna mit dem großen Toni Turek im Tor.

Und da wegen der weiterhin sehr unübersichtlichen Corona-Lage und auch wegen Fortunas schwieriger Terminlage auch 2021 so schnell keine Neuauflage zu organisieren war, wurden die Wolfacher kreativ: Sie setzten ein virtuelles Freundschaftsspiel der Fortuna gegen die Kickers an. Für den 22. Oktober, wenn die Schwarzwälder in ihrem Klubheim und drumherum ihren 100. Geburtstag nachfeiern. Zwei Höhepunkte sind dabei Videosequenzen, in denen Fortunas Torjäger Rouwen Hennings und Teammanager Sascha Rösler Grüße an den FC ausrichten.

Das Wichtigste an der Idee ist allerdings, dass der FC mit dem Verkauf der Eintrittskarten für dieses virtuelle Event etwas für einen guten Zweck tun möchte. „Der Erlös aus den verkauften Karten kommt der Tafel in Hornberg zugute“, berichtet Buchholz.  Einer wohltätigen Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt, die die Ärmsten der Region unterstützt. Vor allem deshalb ist es Buchholz und seinen Mitstreitern so wichtig, möglichst viele der Karten für die Veranstaltung, die eigentlich gar keine ist, zum Preis von zehn Euro das Stück abzusetzen.

Nach der Berichterstattung unserer Redaktion im Juni klappte das sogar in und um Düsseldorf erfreulich gut. Gut ein Fünftel der bisher verkauften Tickets kauften Fortuna-Fans, berichtet Buchholz begeistert: „Mutmacher für die nächsten Wochen sind auch die eher exotischen Bestellungen aus der Schweiz, aus dem Londoner Stadtteil Tottenham und aus dem Umfeld der Stuttgarter Kickers.“ Am 12. Juli hat der FC mit dem Versand der Tickets begonnen, „so dass sich auch die ersten Fußballfans, Menschen mit Herz aus Düsseldorf, dem Rhein- und Bergischen Land, sowie dem Ruhrgebiet über ihre Eintrittskarte und einen sportlichen Gruß aus dem Schwarzwald freuen können“, ergänzt der Vorsitzende.

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Das soll aber noch nicht das letzte Wort sein. Die 9000 Zuschauer, die das in Wolfach legendäre Spiel zwischen Fortuna und den Kickers 1953 sahen, werden zwar auf dem virtuellen Wege 68 Jahre später sicher nicht erreicht, aber je mehr Geld für die Hornberger Tafel hereinkommt, desto besser.

 Peter Buchholz hatte die Idee zum Spiel.
Peter Buchholz hatte die Idee zum Spiel. Foto: Buchholz

Über Sascha Rösler, unweit von Wolfach in Tettnang zu Hause, war die die Sache übrigens in Gang gekommen. „Auch Susanne Eyckeler auf Fortunas Geschäftsstelle hat uns unglaublich geholfen“, lobt Buchholz. So konnten die Eintrittskarten mit Fotos von Toni Turek und beiden Vereinen sowie den offiziellen Logos bedruckt werden. „Schöne Sammlerstücke“, sagt der Vorsitzende. „Es wäre wunderbar, wenn weiterhin viele in Düsseldorf und Stuttgart unsere Tafel mit dem Kauf unterstützen würden.“

Da werden sich die Fortunen doch sicher nicht lumpen lassen.

So gibt es die Karten für das „fiktive Geisterspiel“ in Wolfach: Pro Karte müssen zehn Euro auf das Jugendkonto des FC Wolfach überwiesen werden; Sparkasse Wolfach, IBAN DE 88 6645 2776 0010 1307 06. Wichtig: Neben dem Stichwort „Jahrhundertspiel“ müssen im Verwendungszweck Name und Postanschrift vermerkt werden, damit die Karten verschickt werden können!