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Fortuna Düsseldorf: Das Stadion von Zweitligist F95 wurde als Kulisse für den Kinofilm Wochenendrebellen genutzt

Autistischer Sohn sucht Lieblingsverein : Fortuna ist Kulisse für diesen Kinofilm

Jason ist 16 Jahre alt und Autist. Zusammen mit seinem Vater reist er seit Jahren um die Welt, um seinen Lieblings-Fußballklub zu finden. Nun wird diese außergewöhnliche Geschichte verfilmt. Welche Rolle Fortuna bei den Dreharbeiten gespielt hat.

Jason will Fußballfan werden — dafür hat sich der autistische Junge mit seinem Vater auf die Suche begeben. Eine ganz besondere Reise durch die Stadien Europas. Diese Reise hat einen Anfang gehabt, wird aber vermutlich nie ein Ende haben. Weil Dinge in der Welt von Jason niemals enden dürfen. In seiner Welt ist alles streng geordnet und hat einen festen Platz.

Als er vier war, haben die Ärzte Autismus bei ihm diagnostiziert, Asperger-Syndrom, eine genetisch bedingte Entwicklungsstörung. Er ist nicht krank, sein Gehirn ist nur einfach etwas anders verdrahtet. „In meinem Gehirn", sagte Jason einmal im Gespräch mit unserer Redaktion, „ist manchmal Krieg, es schießen da so viele Gedanken durcheinander." Es fällt ihm leicht, sich Detailwissen zu wissenschaftlichen Vorgängen in kürzester Zeit anzulesen, zu verstehen und zu erklären. Es ist ihm aber unmöglich, jemandem die Hand zu geben. Mittlerweile ist er 16.

Papa und Sohn haben über die Reisen, diese Entwicklung, ein Buch geschrieben. Es ist zum Bestseller geworden. Und nun wird das Werk verfilmt – beim Heimspiel von Fortuna gegen den KSC wurden in der Arena Aufnahmen mit etwa 80 Komparsen gemacht. Zur Fortuna gibt es eine besondere Beziehung. Mirco von Juterczenka, der Vater von Jason, wurde in Solingen geboren, wuchs im Düsseldorfer Umland auf und ist Anhänger der Rot-Weißen.

Die außergewöhnliche Geschichte soll ins Kino kommen. Florian David Fitz, Cecilio Andresen und Aylin Tezel stehen derzeit für die Verfilmung vor der Kamera. Mirco (Florian David Fitz) ist berufsbedingt kaum zu Hause. Seine Frau Fatime (Aylin Tezel) organisiert das Familienleben um Baby Lucy und den zehnjährigen Sohn Jason (Cecilio Andresen) – was nicht immer leicht ist. Jason ist Autist, und sein Alltag besteht aus täglichen Routinen und festen Regeln. Fatime gibt alles, um Jason den nötigen Halt zu geben, doch vor allem in der Schule stößt Jason auf viel Unverständnis.

Oktober 2011. Mirco von Juterczenka, Jasons Papa, schenkt seinem Vater zum Geburtstag zwei Fußballtickets. Bayer Leverkusen gegen Valencia. Jason bekommt das mit und ist empört. „Ich möchte auch mit", sagt er. Um ihn herum verdutzte Blicke. Ein Fußballstadion ist ein Sammelbecken von Dingen, die er überhaupt nicht abkann. Es ist laut, eng, viele Menschen. Von Juterczenka überlegte eine Weile, ob er das wirklich probieren sollte, ob er das wirklich seinem Sohn antun wollte. Der ließ aber nicht locker, und so saßen wenig später Großvater, Vater und Sohn zusammen in der Leverkusener Arena.

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„Der Fußball", erzählt von Juterczenka, „der Fußball hat ihn natürlich nicht die Bohne interessiert. Ihn faszinierte das Drumherum. Die Farben, die Gesänge." Auf dem Heimweg sagte Jason diesen einen Satz, der das Leben der Familie nachhaltig prägen sollte: „Ich will auch Fan werden." Jason blickte ins Weite. Sein Vater kniete sich vor ihn. „Man wird nicht einfach so Fan, irgendwann findet man den richtigen Verein – und den unterstützt man dann." Kurze Stille. Jason sagt: „Dann müssen wir uns eben alle ansehen."

Der Beginn einer spannenden Geschichte und einer Reise um die Welt, um den richtigen Verein zu finden.