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Fortuna Düsseldorf: Das sagt Jakub Piotrowski über seine Corona-Infektion

Nach Comeback in der U23 : Das sagt Fortunas Piotrowski zu seiner Corona-Infektion

„Kuba“ ist zurück – wenn auch erst einmal nur in der zweiten Mannschaft. Beim 1:1 in Lotte machte der polnische U21-Nationalspieler sein erstes Spiel nach fast einem Vierteljahr Corona-Pause und zeigte großes Engagement.

Jakub Piotrowski hat schwierige Wochen hinter sich. Als echte Zukunftshoffnung war der polnische U21-Nationalspieler im Sommer zu Fortuna gewechselt, doch der große Durchbruch wollte dem 23-Jährigen bislang nicht gelingen. Zwar überzeugte der Mittelfeldspieler fast immer, wenn er denn einmal mitmischen durfte, was ihm bei fünf von unserer Redaktion bewerteten Zweitliga-Einsätzen die starke Duchschnittsnote von 2,62 einbrachte. Aber es blieb eben wegen einiger Blessuren und auch aus taktischen Überlegungen von Cheftrainer Uwe Rösler bei nur drei Startelf-Nominierungen.

Für den größten Rückschlag sorgte dann „Kuba“ selbst. Im Weihnachts-Kurzurlaub traf er sich in seiner polnischen Heimat trotz ausdrücklichen Verbots mit einer ganzen Gruppe Kumpels zum Hallenfußball, wovon sogar einige Fotos ins Netz gerieten. Zu allem Überfluss fing er sich dabei eine Covid-19-Infektion ein, fiel wochenlang aus und erhielt obendrein eine saftige Geldstrafe vom Verein.

Jetzt freilich gelang Piotrowski wieder die erste Weichenstellung in die richtige Richtung. Beim 1:1 von Fortunas U23 bei den Sportfreunden Lotte feierte der Pole im Regionalliga-Team sein Comeback und machte dabei einen guten Eindruck. U23-Trainer Nico Michaty war sehr zufrieden mit Piotrowskis Leistung – und vor allem mit seiner Einstellung. „Er war sehr motiviert und positiv dabei, hat voll mit angepackt und sich in jeden Zweikampf reingehauen“, lobte der Fußballlehrer.

„Kuba“ selbst war hinterher trotz des mäßigen Resultats der Mannschaft glücklich. „Es war wichtig für mich, diese Minuten zu bekommen“, sagte Piotrowski strahlend. „Seit dem 4. Dezember habe ich ja nicht mehr spielen können. Deshalb ist es klasse, die zweite Mannschaft zu haben, um konditionell und von der ganzen Physis her wieder in Form zu kommen. Es fühlt sich sehr schön an, zurück auf dem Platz zu sein.“

Mit seiner Pause wegen der Infektion hat er im Rückblick seinen Frieden gemacht. „Ich hatte viel Zeit, zu trainieren und auch nachzudenken. Wegen Corona war ich einen Monat komplett draußen. Das war eine desaströse Erfahrung – man will kämpfen, alles für das Team geben, und statt dessen ist man auf Eis gelegt. Ich musste lernen, geduldig zu sein. Aber jetzt fühle ich mich besser und besser.“

In der desolaten ersten Hälfte zählte „Kuba“ neben Torhüter Dennis Gorka zu den Lichtblicken, weil es ihm immerhin einige Male gelang, eine Verbindung zwischen Defensive und Offensive herzustellen. „Er hat sich gut in den Zonen angeboten, und wenn er den Ball dann direkt tief gespielt hat, kamen wir ja auch zu Möglichkeiten“, sagte Michaty, und der 23-Jährige ergänzte: „Es ist ganz anders als in der Zweiten Liga, eine neue Erfahrung. Aber für mich ist es das Wichtigste, wieder in den Kampfmodus zu kommen. Schön, dass wir zumindest noch einen Punkt geholt haben.“

Zu seiner eigenen Leistung kommentierte er: „Ich hatte ein paar gute und ein paar schlechte Momente, unterm Strich war es okay. In der nächsten Zeit muss ich dem Trainer nun zeigen, dass ich bereit für die erste Mannschaft bin.“

Eine der besten Chancen hatte Piotrowski schon nach wenigen Minuten, doch seinen Kopfball fischte Lottes Keeper Jhonny Peitzmeier aus dem Winkel. Defensive Stabilität vermochte allerdings auch der 23-Jährige der „Zwoten“ zunächst nicht zu verleihen. Das lag zu großen Teilen an der zwangsläufig fehlenden Abstimmung. Mit zunehmender Dauer der Partie ging Piotrowski dann ein wenig die Puste aus, zum Vorwurf konnte man es ihm gleichwohl nicht machen. „Er hat lange nicht gespielt“, sagte Michaty. „Deshalb haben wir ihn hinterher auch runtergenommen. Wir wollten nicht, dass er sich noch verletzt.“

Und das wäre in der Tat das Letzte, das „Kuba“ bei seinem Anlauf zum Comeback gebrauchen könnte.