Fortuna Düsseldorf: Darum war der Aufsteiger besser als Mönchengladbach

Beim 3:1-Sieg im Westderby : Darum war Fortuna besser als Gladbach

Der 3:1-Sieg von Fortuna Düsseldorf über Borussia Mönchengladbach kam alles andere als zufällig zustande – er war hochverdient. Das sind die wichtigsten Gründe für das überraschende Ergebnis.

Bessere Vorbereitung. Fortuna Düsseldorf hat den Derbycharakter der Partie von der ersten Minute an angenommen, Borussia Mönchengladbach nicht. Trainer Friedhelm Funkel verstand es, jeden einzelnen seiner Spieler mit konkreten Aufgaben zu betrauen, die die Profis des Aufsteigers minutiös erfüllten. Dabei waren sie sich für keinen Zentimeter Laufweg zu schade, dabei kämpften sie um jeden Einwurf und bestritten jeden Zweikampf im Mittelfeld, als wäre es ihr letzter. Als die pomadigen Gladbacher begriffen, was an diesem Samstagnachmittag gefragt war, war es längst zu spät für sie.

Der Blitzstart. Nach nicht einmal 16 Minuten führte Fortuna bereits 3:0. Diese Starter-Qualität ist sehr untypisch für die Düsseldorfer, die in der bisherigen Saison zuvor erst einen Treffer in den ersten 20 Minuten erzielt hatten. Das letzte Mal, dass ihnen in der Bundesliga ein vergleichbarer Auftakt gelang, ist mehr als 35 Jahre her. Am 20. Januar 1984 machte Fortuna in der 22. Minute das 3:0 und siegte am Ende 4:1 – gegen Borussia Mönchengladbach.

Mehr Begeisterung. „Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll das ist, mit dieser fantastischen Mannschaft vor diesem fantastischen Publikum zu spielen“, sagte Funkel nach dem Abpfiff. „Es ist einfach wie ein Traum, dass ich das als Trainer noch erleben darf.“ Die Begeisterung, die aus diesen Sätzen spricht, vermittelt der erfahrene Chefcoach auch seinem Team, und dieses setzte die Vorgaben auf dem Rasen eindrucksvoll um. Für Fortuna ist jedes Bundesligaspiel ein Highlight, erst recht das Nachbarschaftsderby, während Gladbach lange den Eindruck vermittelte, eine lästige Aufgabe im Vorbeigehen lösen zu wollen.

Größerer Teamgeist. Fortuna hat in dieser Saison schon oft ihr großer Zusammenhalt ausgezeichnet – gegen Gladbach machten die Düsseldorfer in dieser Hinsicht ihr Meisterstück. Ohnehin unterliefen der Funkel-Truppe nur wenige Fehler, doch wenn einmal einer passierte, war sofort ein Mitspieler zur Stelle, um ihn auszubügeln. Bei den Gladbachern vermisste man diese Qualität zumindest in der ersten Hälfte, als schwere Patzer von Matthias Ginter, Jonas Hofmann und Nico Elvedi zu den drei Düsseldorfer Treffern führten.

Breiter Kader. Das Düsseldorfer Verletzungspech war schon vor der Partie fast unglaublich, während des Spiels kamen noch eine mit fünf Stichen genähte Platzwunde von Adam Bodzek an der Augenbraue sowie eine Muskelverletzung von Kaan Ayhan hinzu – beide mussten recht früh ausgewechselt werden. Andre Hoffmann und Robin Bormuth kompensierten die neuerlichen Ausfälle, als hätten sie stets zur Startformation des Aufsteigers gehört; dabei haben beide in den vergangenen Monaten kaum gespielt. Von ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten her sollte Borussia eigentlich über eine noch breiteren Kader verfügen, doch davon war im Westderby nichts zu sehen.