Fortuna Düsseldorf: Darum war der Aufsteiger besser als Hertha BSC

Nach dem 2:1-Sieg in Berlin : Darum war Fortuna besser als Hertha

Es gibt eine Reihe in Gründen für den Erfolg der Düsseldorfer Fortuna. Teamgeist gehört ebenso stets dazu wie die Unterstützung der großartigen Fans. Auch der 2:1-Sieg in Berlin war nicht zufällig, sondern das Resultat aus einigen wichtigen Faktoren.

Fortuna hat es schon wieder getan: Hertha BSC war am Samstagnachmittag der nächste Favorit, der sich dem Außenseiter aus Düsseldorf beugen musste. Aber ist der Aufsteiger überhaupt noch der krasse Außenseiter, der er zu Saisonbeginn war? Der verdiente 2:1-Sieg im Olympiastadion lässt vermuten, dass zumindest für den Rest dieser Saison ein Rollenwechsel vollzogen ist. Die wichtigsten Faktoren für den neuerlichen Erfolg.

Benito Raman. Der belgische Stürmer fügte seiner Glanzleistung beim 3:1 gegen Mönchengladbach eine weitere an. Neben seinen beiden Treffern, von denen besonders das Traumtor zum 0:1 beeindruckte, überzeugte der 24-Jährige auch durch fleißige Defensivarbeit. „Benito hat sich diese beiden Tore redlich verdient“, lobte Vizekapitän Adam Bodzek. „Er hat herausragend hinten mitgeholfen, wenn es nötig war. Und wer im Fußball hart arbeitet, wird auch dafür belohnt.“

Perfektes Teamwork. Fortuna gelang nicht alles an diesem Samstagnachmittag. Aber gerade deswegen konnte sie erneut ihre ganz große Stärke ausspielen – die mannschaftliche Zusammenarbeit. Sicher, es passierten einige Fehler und unnötige Ballverluste, wie bei Bodzeks zu kurz geratenem Rückpass in der ersten Hälfte oder einigen Fehlpässen im Spielaufbau. Jederzeit aber waren Teamkollegen bereit, die Schnitzer auszubügeln, und das machte Fortuna auch in Berlin wieder zur besseren Mannschaft.

Michael Rensing. Es gab tatsächlich einige selbsternannte Experten, die den Torhüter bereits abgeschrieben hatten. Er habe seine besten Zeiten hinter sich, hieß es da. Und einige Unsicherheiten über den Jahreswechsel wurden so aufgebauscht, als sei der 34-Jährige der allein Schuldige an Niederlagen wie dem 2:5 in Wolfsburg gewesen. Rensing gab allen die passende Antwort. Eine ganz starke Partie beim 3:1 gegen Gladbach, eine überragende gar beim 2:1 in Berlin haben gezeigt, dass Fortuna nach wie vor auf ihn bauen kann. Gerne auch in der kommenden Saison, dann wohl als Team mit einem starken Zugang. Am Mittwoch setzen sich „Rense“ und sein Berater wegen einer Vertragsverlängerung mit Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zusammen.

Der ausgeglichene Kader. In Berlin fehlten in Kaan Ayhan, Jean Zimmer, Markus Suttner, Alfredo Morales, Diego Contento, Dawid Kownacki, Raphael Wolf und Jaroslav Drobny mehr als ein halbes Dutzend wichtiger Spieler – und die Mannschaft steckte das weg, als sei das gar nichts. Andre Hoffmann stopfte die durch Ayhans Ausfall entstandene Lücke und zeigte, dass auf ihn jederzeit Verlass und er eine gleichwertige Alternative ist. Vorn wirbelte Raman neben dem routinierten Hennings, und die kompakte Defensivarbeit aller Spieler machte Hertha das Leben schwer. Dass die Kaderplaner so viel Wert auf eine ausgeglichene Besetzung legten, zahlt sich jetzt aus.

Vielseitigkeit. Matthias Zimmermann überzeugte in der ersten Saisonphase als defensiver Mittelfeldspieler, bildete dann mit Jean Zimmer ein starkes Pendant auf der rechten Seite. Und seit sich Zimmer bei der 0:2-Niederlage in Leverkusen verletzte und fortan ausfiel, hält sich der mit vier Gelben Karten vorbelastete Zimmermann tapfer als einziger verbliebener Rechtsverteidiger im Team. Raman kann wie Dodi Lukebakio über beide Flügel und in der Angriffsmitte stürmen, Hoffmann ebenso Innenverteidiger wie Sechser spielen, Marcin Kaminski – wie nach Niko Gießelmanns Verletzung in Berlin – von der Abwehrzentrale nach links wechseln. So viel Vielseitigkeit macht sich gerade in personell knappen Zeiten bezahlt und war gegen Hertha ein wichtiger Baustein für den Erfolg.

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