„Am Ende hat der Papa Recht“ So erklärt Fortunas Trainer seinen Disput mit Kapitän Hoffmann

Düsseldorf · Nur ein Testspiel? Völlig unbedeutend? Nicht mit Fortunas Cheftrainer Daniel Thioune. Der war beim 3:0-Erfolg gegen De Graafschap gehörig auf Betriebstemperatur. Das bekamen gleich einige Beteiligte zu spüren. Was passiert ist. Wie der Trainer und sein Profi die Situation erklären.

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Foto: Frederic Scheidemann

Von wegen nur ein Testspiel. Daniel Thioune und seine Spieler nahmen die Begegnung gegen De Graafschap keineswegs auf die leichte Schulter. Im Gegenteil. Es war ordentlich Zunder in der Partie. „Ich bin so wie immer – ich habe ja gesagt: drei Wochen ,on Fire’, wir schenken nichts ab. Wenn der Trainer unzufrieden ist, lässt er es raus. Im Stadion hört man mich nur seltener.“ Tatsache – im Flinger Broich dagegen erlebten die Zuschauer den Trainer in absoluter Hochform.

Davon konnte sich auch Linienrichter Martin Ulankiewicz einen ganz guten Eindruck verschaffen. Der Assistent von Thibaut Scheer war einige Male, gelinde gesagt, nicht ganz auf Augenhöhe und hatte das auch so von Thioune bestätigt bekommen. In einem regulären Pflichtspiel hätte der Coach hernach wahrscheinlich die restliche Partie von der Tribüne aus gesehen. Aus Sicht des 48-Jährigen war es aber eher ein Akt der Nächstenliebe.

Die Erklärung von Thioune: „Wenn Sie meinen Weg verfolgt haben, wissen Sie ja, dass zu meiner Ausbildung auch der Schiedsrichterschein gehörte“, erzählt er auf Nachfrage unserer Redaktion. „Da kann ich dem Linienrichter sicherlich in der ein oder anderen Aktion auch helfen mit meinem Wissen, was ich habe. Ich hätte ihm einige Male eine Hilfe sein können.“

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Foto: dpa/Robert Michael

Es gab da aber auch noch eine andere Szene in der ersten Hälfte, die man so oft auf größerer Bühne nicht beobachten kann. Thioune und sein Kapitän Andre Hoffmann lieferten sich ein kleines, feines Wortgefecht. Auslöser war eine taktische Ansage des Trainers, die der Innenverteidiger nicht unwidersprochen lassen wollte.

Doch schon kurz nach Spielende war Hoffmann schon wieder um Einordnung bedacht. „Wir haben in der ersten Halbzeit wohl nicht alles taktisch so umgesetzt, wie es gewünscht war. Ich glaube, daher kam auch sein Einwurf. Wir hatten da auf dem Platz geschlossen eine etwas andere Meinung, was jetzt den Spielaufbau angeht“, erzählt der 29-Jährige. „Aber das ist jetzt schon in der Halbzeit ausgeräumt gewesen. Und von daher alles gut – am Ende ist es immer schlecht etwas gegen den Trainer zu sagen. Von daher wird das nicht mehr passieren.“

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Foto: dpa/Christian Charisius

Auf diese Aussagen von Hoffmann angesprochen muss dann auch Thioune schmunzeln. „Da hat ausnahmsweise der Spieler recht“, sagt er. „Wir hatten da einfach unterschiedliche Auffassungen von der Situation. Andre wollte das Spiel noch einmal beruhigen vor der Pause, ich war der Meinung, wenn man schon mal zwei Spieler aus dem Spiel genommen hat ohne dass sie verteidigen, macht es vielleicht Sinn, im zehn gegen acht noch einmal einen Angriff zu fahren. Da hatten wir unterschiedliche Betrachtungswinkel – aber am Ende des Tages hat der Papa recht.“

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Foto: Andreas Bretz/Bretz, Andreas (abr)

Der Test gegen De Graafschap hat für Thioune gebracht, was er sich gewünscht hatte. Hoffmann stand 90 Minuten auf dem Platz, de Wijs ein paar Minuten weniger. „Wir haben sie auf verschiedenen Positionen getestet, das Spiel hat mir viel gegeben“, sagt der Trainer. „Inhaltlich hat nicht alles so funktioniert. Aber das ist vollkommen in Ordnung, dann habe ich wenigstens noch etwas zu tun unterm Weihnachtsbaum.“