Fortuna-Stürmer Tzolis angefressen „Wer nicht gewinnt, kann nicht auf den Aufstieg hoffen“

Hannover · Es hätte der ganz große Christos-Tzolis-Tag werden können: Zwei Treffer des Fortuna-Stürmers bereits nach 17 Minuten. Und doch reichte es bei Hannover 96 wieder nicht zum Sieg für die Düsseldorfer, weshalb der 22-Jährige mächtig angefressen war. Was den Doppelpacker besonders ärgerte.

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In aller Regel ist Christos Tzolis ein Sonnenkind. Fortunas Stürmer hat stets gute Laune, steckt immer wieder alle mit seinem erfrischenden Lachen an. Doch unmittelbar nach dem 2:2 bei Hannover 96 ist davon nicht mehr viel zu bemerken. Immerhin: Der griechische Nationalstürmer geht tief im Bauch der Arena von Niedersachsens Landeshauptstadt keiner Kamera und keinem Aufnahmegerät aus dem Weg – und es wollen viele etwas von ihm wissen nach seinem Doppelpack.

„Ich kann meine zwei Tore nicht feiern, wenn uns diese nicht zum Sieg reichen“, sagt Tzolis spürbar angefressen. „Natürlich freue ich mich persönlich darüber, aber ich bin nicht glücklich mit dem Ergebnis.“ Viel mehr sei drin gewesen an diesem Samstag: „Das ist schon sehr enttäuschend. Nicht nur für uns, auch für unsere Fans, die extra hierher gefahren sind. Es ist wirklich frustrierend: Wir haben die erste Hälfte kontrolliert, führen 2:0 und hätten sogar noch mehr Tore schießen können. Und am Ende holen wir nur einen Punkt – das ist unglaublich.“

Der Angreifer, der mit einem abgefälschten Schuss in der elften und einem eiskalten Abschluss in der 18. Minute frühzeitig vorgelegt hatte, will gar nicht erst den Versuch machen, Fortunas passiven Auftritt in den zweiten 45 Minuten zu beschönigen. „Ich weiß wirklich nicht, warum wir nach der Halbzeit nicht genau so weitergemacht haben wie vorher. Ich verstehe das manchmal nicht. Beim 2:1 stand der Torschütze (Andreas Voglsammer, d. Red.) völlig allein nach dem Abpraller. Und nach diesem Tor hat Hannover sich immer mehr hineingespielt, wir haben nur noch verteidigt, wollten nur noch das 2:1 verteidigen und hatten keine Struktur mehr. Unterm Strich ist das 2:2 ein sehr schlechtes Ergebnis für uns.“

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Enttäuscht, verärgert, ratlos – so hat man Tzolis selten erlebt seit seiner Ausleihe von Norwich City im Sommer. „Nach dem 2:0 habe ich gedacht, wir würden hier einen netten Nachmittag haben, mit einem großen Sieg auswärts in Hannover. Wir waren richtig positiv, und wir hatten ja auch in der zweiten Hälfte noch einige dicke Chancen. Aber wir haben es zu kompliziert gemacht. Und wenn du nicht triffst, dann gibst du dem Gegner Chancen. Und dann haben wir auch noch Pech mit diesem abgefälschten Schuss zum 2:2.“

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Foto: Moritz Mueller

Vor dem Spiel hätte Fortuna ein Unentschieden mitgenommen, fügt er noch an, „denn es war ja eine sehr schwere Auswärtsaufgabe. Aber jetzt fühlt es sich wie eine Niederlage an“. Doch selbst in dieser tristen Stimmung ist es ihm wichtig, keine Zweifel an seiner Grundhaltung zu Verein und Stadt aufkommen zu lassen. „Ich habe hier bei Fortuna sehr viel Spaß, bin auch in einer guten Form. Ich habe eine richtig gute Zeit hier mit den Jungs und dem ganzen Staff. Und wir haben ja noch einige Spiele, und da hoffe ich, dass ich meine Form weiter bringe.“

In besonderem Maße wünscht Tzolis sich das für den Freitag, wenn der Hamburger SV nach Düsseldorf kommt. „Da müssen wir voll fokussiert sein. Ausverkauftes Haus, ein sehr großes, ein sehr wichtiges Spiel für jeden. Wir sind bereit dafür, aber wir müssen besser sein als heute, konzentrierter. Doch es kommen ja bald einige wichtige Spieler zurück: Shinta Appelkamp, Jamil Siebert, Emma Iyoha. Mit ihnen werden wir ein anderes Team sein.“

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Foto: dpa/David Inderlied

Das Rennen um die Aufstiegsplätze ist also noch nicht vorbei? „In der Zweiten Liga kann alles passieren“, sagt er, endlich mit einem Tzolis-Lächeln. „Aber das Ding ist: Wir müssen Spiele gewinnen. Wer nicht gewinnt, kann nicht auf den Aufstieg hoffen. Aber wenn wir gewinnen, können wir sagen: Wir sind drin im Rennen. Im Moment sollten wir uns auf unsere Spiele fokussieren und nicht in die Zukunft blicken, was in Sachen Aufstieg passieren könnte.“

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