Fortuna Düsseldorf: Christian Koke ist der neue Mann fürs Geldverdienen

Marketing-Vorstand Christian Koke : Fortunas neuer Mann fürs Geldverdienen

Christian Koke ist neuer Marketing-Vorstand. Im Bereich Vermarktung gibt es somit nun im Grunde ein personelles Überangebot.

Reinhold Ernst wählt ein leicht verständliches Bild: „Friedhelm Funkel braucht gute Spieler, deshalb müssen wir die Einnahmeseite erhöhen“, sagt Fortunas Aufsichtsratsvorsitzender. Zu diesem Zweck hat seit Montag ein neuer Marketing-Vorstand beim Düsseldorfer Fußball-Bundesligisten die Arbeit aufgenommen: Christian Koke, 46 Jahre alt, mit reichlich beruflicher Erfahrung an den Schnittstellen zwischen Vermarktung, Sport und Stadt Düsseldorf. Und der Neue ist von sich und seiner Arbeit überzeugt. „Wir können große Partner für Fortuna gewinnen“, sagt Koke. Fest steht: Fortuna, deren Ziel es ist, sich in der Bundesliga zu etablieren, hat im Bereich Marketing nun im Grunde ein personelles Überangebot. Ernst ist aber davon überzeugt, dass zu viele Köche eben nicht den Brei verderben, sondern sich gut ergänzen werden.

Neben Koke hat auch Thomas Röttgermann, seit Mitte April Vorstandsvorsitzender, vor allem Marketing-Erfahrung in seiner Vita vorzuweisen. „Vermarktung ist ein Handwerk“, sagt der 59-Jährige. „Wir müssen unsere Emotionen, unsere Attraktionen in geschickten Paketen unseren Partnern anbieten. Bei Vereinen, die gut aufgestellt sind, ist die Säule der Vermarktungserlöse genau so groß wie die der TV-Geld-Erlöse. Bei uns aber nicht. Aber ich freue mich über Dinge, die wir ändern können.“

Die Aufgabenteilung ist dabei klar: Röttgermann verantwortet den Bereich Marke und Strategie. Alle Themen, die mit Vertrieb zusammenhängen – wie Sponsoring und Merchandising – liegen in Kokes Hand. „Da gibt es natürlich Schnittstellen“, sagt Röttgermann. „Aber der gesamte Verein besteht aus Schnittstellten. Wir werden das sehr professionell und mit guten Ergebnis handhaben.“

Nun sind zwei Marketingexperten bestimmt kein Nachteil, doch Fortuna hat in Alexander Steinforth noch einen weiteren Spezialisten in diesem Gebiet. Der 34-Jährige ist unter der Vorstandsebene als „Direktor Strategie und Geschäftsentwicklung“ angestellt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Steinforth auch als Kandidat für den Marketing-Vorstandsposten im Aufsichtsrat diskutiert wurde. Und auch Steinforth selbst war an einem internen Aufstieg sehr interessiert. „Er ist nach wie vor Direktor, verantwortet Strategie, Marke und Geschäftsentwicklung und ist mir zugeordnet“, sagt Röttgermann. Auf Nachfrage, ob das auch so bleiben soll, sagt der Vorstandschef: „Selbstverständlich. Ich wüsste nicht, warum nicht.“

Somit gibt es bei Fortuna nun reichlich Personal, um neue Sponsoren zu begeistern. Koke sagt: „Wir wollen neue Partner gewinnen, die mit uns durch dick und dünn gehen. Wir wollen dabei unsere Philosophie vermitteln.“ Es gehe nicht nur um den Verkauf der Werbeflächen, sondern auch um die Story dahinter: „Wir sind ein großer Verein und haben eine Geschichte zu erzählen. Aber wir haben den Blick auch in die Zukunft zu richten.“ Dabei sei die Klubführung sich einig, die Eventisierung von Spielen nicht zu weit zu treiben, verspricht Koke: „Nicht alles, was man vermarkten kann, soll man auch vermarkten.“

Mit Koke ist die Personalplanung für die Führung laut Ernst aber nicht abgeschlossen. „Wir sind uns mit Thomas Röttgermann einig, dass wir uns im Finanzbereich verstärken wollen“, sagt der Aufsichtsratsboss. „Wir haben da ein, zwei Defizite identifiziert und werden etwas tun. Die Frage ist, auf welcher Ebene. Das kann auf Vorstands- oder Direktoren-Ebene passieren.“