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Fortuna Düsseldorf braucht ein frühes Tor

Fortuna Düsseldorf : Fortuna braucht ein frühes Tor

Ein frühes Tor hilft im Fußball immer. Aber für Fortuna wäre so ein überpünktlicher Treffer besonders wertvoll. Die Flingerner schaffen es in der Regel, eine Führung über die Zeit zu bringen. Dafür gelingt es ihnen höchst selten, ein Spiel zu drehen.

"Statistiken interessieren mich nicht sonderlich", ist ein Satz, den man oft aus dem Trainermund hört, auch von Fortunas Friedhelm Funkel. Klar, Zahlen haben keinen direkten Einfluss auf das Spielgeschehen, aber man kann durchaus aus ihnen lernen. Mal eine Statistik für zwischendurch: Wenn die Fortuna in Führung geht, verliert sie nicht. Das macht doch Mut. Mal abgesehen davon, dass sich die Rheinländer mit dem Toreschießen generell schwer tun.

Wenn Fortuna in Führung geht, ist sie eine Bank

Siebenmal gelang den Düsseldorfern in dieser Saison das 1:0. Nur einmal — und zwar beim 1:1 gegen den Karlsruher SC — mussten sich die Rot-Weißen mit einem Unentschieden begnügen. Fortuna kassierte in der zweiten Halbzeit bislang lediglich zehn Gegentore — gemeinsam mit Kaiserslautern ist das der Liga-Bestwert. Zudem fing sich kein Team weniger Gegentreffer in der Schlussviertelstunde (3).

In der vergangenen Spielzeit, einer, die man eigentlich in den Untiefen des Gehirns vergessen wollte, hatten die Flingerner mehr Probleme. Zwar stand es immerhin 16 Mal 1:0, aber nur neun Spiele wurden auch gewonnen — bei vier Remis und drei Pleiten.

Es könnte sich also durchaus lohnen, dem Gegner vom Anpfiff an die Bude einzurennen. Am Samstag steht Düsseldorf dem 1. FC Heidenheim (13 Uhr/Live-Ticker) gegenüber. Das Team von Trainer Frank Schmidt hat sich in neun von zwölf Partien nach einer Führung durchgesetzt, zweimal gingen die Schwaben als Verlierer vom Platz.

Etwa mehr Mut kann nicht schaden

Fortuna braucht am Samstag die richtige Balance, um aus einer kompakten Defensive Druck auszuüben. Etwas mehr Draufgängertum dürfte helfen, vielleicht stellt Funkel auf eine Dreierkette in der Abwehr um. Im Hinspiel trafen die Heidenheimer aus dem Nichts heraus, um am Ende ein 2:0 einzufahren. Tim Kleindienst hatte nach 70 Minuten Glück mit einem abgefälschten Schuss. Damit war das Spiel gelaufen. Denn: Der Fortuna, so selbstsicher sie bei einer Führung ist, fehlt die Comeback-Qualität.

Die Rot-Weißen holten in dieser Saison nach einem 0:1-Rückstand viermal ein Remis, aber sechs Aufeinandertreffen gingen verloren. Heidenheim hat ebenfalls Mühe, Rückschläge wegzustecken: Zehnmal lagen die Schwaben hinten, einmal sicherten sie sich drei Zähler, siebenmal kam nichts mehr dabei rum.

Rückstände sind für die Fortunen Gift

Besonders finster sind Fortunas Statistiken aus den vergangenen Spielzeiten: 2015/16 gab's bei 19 Rückständen 17 Niederlagen und keinen Sieg, davor die Saison war Fortuna sogar 20 Mal im Hintertreffen und holte nur einen einzigen Erfolg plus sieben Unentschieden. Noch eine Spielzeit zum Gruseln gefällig? 2013/14 mit 14 Rückständen, zwei Siegen und zehn Niederlagen.

Letztmals konnten die Düsseldorfer am 1. März 2015, also vor fast zwei Jahren, einen Rückstand drehen — allerdings ausgerechnet beim nächsten Gegner aus Heidenheim. Und die Torschützen stehen am Samstag auf dem Platz: Kapitän Oliver Fink und Axel Bellinghausen.

Den letzten Sieg nach einem Rückstand zur Pause feierte Fortuna gegen die SpVgg Greuther Fürth. Dafür muss man in den Geschichtsbüchern noch ein wenig weiter zurückblättern: bis zum 7. Oktober 2013. Der Held beim 2:1 war damals Doppelpacker Charlison Benschop.

Die Statistik spricht nicht für ein Unentschieden

Fortuna und Heidenheim haben übrigens noch nie die Punkte geteilt. Fünfmal trafen die Klubs in der 2. Bundesliga aufeinander: zwei Spiele gewann Düsseldorf, drei entschieden die Schwaben für sich. Ein Zähler wäre am Samstag für beide Teams zu wenig, schließlich mussten Düsseldorf und Heidenheim 2017 jeweils schon drei Niederlagen einstecken.

(jado)