Fortuna Düsseldorf: Boss Schäfer fordert Neuverteilung der TV-Gelder

Forderung von Fortuna-Boss : Schäfer will Neuverteilung der TV-Gelder

Schäfer sagt, dass das aktuelle System dazu neigt, die Starken immer stärker werden zu lassen. Fortunas Boss verweist als Lösung des Problems auf den Salary Cap in den US-Sportarten.

Fortunas Vorstandsboss hat zu mehr Solidarität im Fußball aufgerufen, wenn dieser seiner Vorbildfunktion wieder gerecht werden will. „Wir müssen zeigen, dass uns die Menschen nicht egal sind und als gutes Beispiel Verantwortung übernehmen“, sagte Robert Schäfer im Gespräch mit unserer Redaktion. Er nannte als Beispiel, dass der Düsseldorfer Fußball-Bundesligist als Aufsteiger die Dauerkartenpreise nicht angehoben habe. „Die Menschen brauchen solche Zeichen, damit sie spüren, dass man sie ernst nimmt und ihre Sorgen kennt“, erklärte Schäfer. „Wenn man das deutlich macht, kann man aus meiner Sicht die derzeitigen Konflikte heilen und der Fußball kann wieder Vorbild sein.“

Schäfer rief nicht nur zu mehr Verständnis in Richtung der Anhänger auf, sondern forderte auch mehr Solidarität unter den Vereinen – besonders im Bezug auf die Verteilung der TV-Gelder. „Wir müssen bei der nächsten Verteilung Bilanz ziehen und erkennen, dass das aktuelle System dazu neigt, die Starken immer stärker werden zu lassen. Das schwächt aber den Sport“, sagte der 42-Jährige und verwies dabei auf die Praktiken im US-Sport: „Das kapitalistischste Land der Welt, die USA, hat dazu mit dem Salary Cap eine Lösung gefunden, weil es gesehen hat, dass es im Sport zu einem selbstlaufenden Prozess wird, wenn die Starken immer stärker werden. Dadurch verliert der Sport seine Spannung. Das nutzt keinem. Das sollten auch die Großen berücksichtigen und da sollten wir einen Konsens erarbeiten.“ Der Salary Cap ist eine Gehaltsbeschränkung, um zu verhindern, dass finanzstarke Mannschaften die besten Spieler zu großen Summen unter Vertrag nehmen.

Schäfer glaubt hingegen nicht, dass die großen Klubs wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund nur noch an den internationalen Erfolg denken würden. „Die großen Vereine wissen, dass die Bundesliga ihre Basis und ihr Zuhause ist. Sie machen sich auch Gedanken über das Verhältnis zwischen der ersten und zweiten Liga. Die nationalen TV-Gelder machen für die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich im Übrigen keinen Unterschied mehr“, sagt Schäfer, der noch einen Vertrag bis 2021 als Vorstands-Chef der Fortuna besitzt.

Der aktuelle TV-Vertrag in der Bundesliga ist auf drei Säulen aufgebaut (Zugehörigkeit, Tabellenplatz und Nachhaltigkeit). Während der FC Bayern für die Saison 2018/19 rund 63 Millionen Euro aus der nationalen TV-Vermarktung bekam, erhielt Fortuna mit knapp 25 Millionen weniger als die Hälfte. Zum Vergleich: In England werden 50 Prozent der TV-Gelder gleich auf die 20 Vereine verteilt.

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