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Fortuna Düsseldorf blamiert sich im Pokal: „Schlimmer geht es eigentlich nicht“

Fortuna blamiert sich im Pokal : „Schlimmer geht es eigentlich nicht“

Fortuna hat es verpasst, nach 24 Jahren wieder ins DFB-Pokal-Halbfinale einzuziehen. Der Bundesligist blamierte sich bei Viertligist Saarbrücken. Der Schock sitzt tief.

Während die blau-schwarze Feier um 21.25 Uhr in vollem Gange ist, holen sich die Fortuna-Spieler eine verbale Abreibung am Gästeblock ab. Die Düsseldorfer Anhänger sind dafür bekannt, große Leidensfähigkeit zu besitzen und auch Niederlagen bei ordentlicher Leistung akzeptieren zu können. Doch das, was ihre Mannschaft am Dienstagabend in Völklingen abliefert, ist dann doch zu viel. Mit 7:8 nach Elfmeterschießen blamieren sich die Fortunen gegen den Viertligisten 1. FC Saarbrücken und verpassen damit allzu leichtfertig den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. „Es ist eine der enttäuschendsten Stunden meiner Karriere“, sagt Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

Jeder, der ein F95-Logo auf seinen Klamotten trägt, schleicht nach der Partie mit hängenden Köpfen im Umlauf des Hermann-Neuberger-Stadions herum, das mehr nach erste Pokalrunde als nach Viertelfinale aussieht. „Ein beschissener Tag, schlimmer geht es eigentlich nicht“, sagt Florian Kastenmeier. „Ich finde im Moment noch keine Worte dafür.“

Der Torhüter erledigt als einer der ganz wenigen seinen Job zufriedenstellend. Kastenmeier ist es auch, der den Ausgleich zum 1:1 in letzter Minute durch „Zanka“ vorbereitet, als er bei einer Ecke mitaufgerückt ist. Im Elfmeterschießen hält er dann zwei Versuche, steht kurz davor, Pokalheld zu werden, doch es soll nicht sein.

Warum sein Team die Partie allem Anschein nach, nicht von der ersten Minute an ernst genug nahm? „Vielleicht haben die Jungs das doch ein bisschen unterschätzt“, sagt Kastenmeier über seine Vorderleute. „Wir haben uns am Montag den Platz angeguckt, eigentlich hätte es keine Überraschung geben dürfen.“ Die gibt es aber doch. Der klare Außenseiter aus dem Saarland geht nach etwas mehr als einer halben Stunde in Führung – mit freundlicher Unterstützung von Markus Suttner und Kaan Ayhan. „Wir haben am Ball nicht so gut angefangen – auch unsere Topspieler“, sagt Trainer Uwe Rösler und meint damit logischerweise Kevin Stöger, der eine seiner schlechtesten Leistungen im Fortuna-Trikot zeigt. „Mit diesem Tor baust du den Gegner dann unnötig auf. Sie haben dann extra Energie bekommen, um dieses 1:0 zu verteidigen, was sie ja auch beinahe geschafft hätten“, sagt Rösler, der die Blamage nicht an einer fehlenden Einstellung festmachen möchte. Vielmehr lässt er einen Satz stehen, der Interpretationsspielraum in Bezug auf den Fitnesszustand lässt: „Die Mannschaft wollte, aber konnte in der Verlängerung nicht mehr.“

Fest steht: Fortuna ließ die große Chance liegen, ins Halbfinale einzuziehen und mit nur noch einem Sieg mal wieder zum Finale nach Berlin reisen zu dürfen. Zudem wären auch die 2,8 Millionen Euro Preisgeld sicherlich förderlich für den klammen Geldbeutel gewesen.

„Wir müssen den Schock jetzt schnellstmöglich wegstecken, denn am Sonntag steht für uns ein ganz wichtiges Spiel an“, betont Pfannenstiel. Am Sonntag geht es in Mainz gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt in der Bundesliga neben drei wichtigen Punkten auch um einen dringend nötigen Stimmungsumschwung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Saarbrücken - Fortuna: die Bilder des Spiels

(erer)