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Fortuna Düsseldorf: Björn Borgerding fordert Ende der Internet-Hetze bei Mitgliederforum

Mitgliederforum bei Fortuna : Borgerding fordert Ende der Internet-Hetze

Uwe Rösler, Björn Borgerding, Sebastian Fuchs und Thomas Röttgermann stellten sich am Donnerstagabend den Fragen einiger Fortuna-Mitglieder. Eines der Themen war die Vertragsauflösung mit Lutz Pfannenstiel.

Rund 100 Fortuna-Anhänger versammelten sich am Donnerstagabend in der Bar95 in Flingern zum regelmäßig stattfindenden Mitgliederforum. Trainer Uwe Rösler, Aufsichtsratschef Björn Borgerding, sein Stellvertreter Sebastian Fuchs und Vorstandsvorsitzender Thomas Röttgermann stellten sich den Fragen der Mitglieder.

Interessiert lauschten die Anwesenden den detaillierten Ausführungen des neuen Trainers, der schließlich mit viel Applaus verabschiedet wurde. Uwe Rösler erklärte unter anderem, dass die Einstellung seines alten Spezis Rob Kelly als Co-Trainer keine Auswirkung auf die Jobs von Thomas Kleine und Axel Bellinghausen haben soll. „Ich habe mich beim Verein dafür stark gemacht, dass die Verträge mit Axel und Thomas verlängert werden, weil ich mit beiden sehr zufrieden bin und ich froh bin, die beiden an meiner Seite zu haben“, sagte der 55-Jährige, der sich generell beeindruckt vom Funktionsteam zeigte: „In England und Skandinavien war ich immer als Erster da, aber hier muss ich mich ganz schön strecken, weil immer jemand vor mir da ist.“

Neben Rösler standen auch Borgerding und Fuchs erstmals in der ersten Reihe beim Mitgliederforum. „Vor vier Wochen wurden wir ins kalte Wasser geworfen und haben uns unsere Anfangszeit auch ganz anders vorgestellt“, sagte Borgerding und führte aus: „Am Sonntag vor dem Leverkusen-Spiel fiel die Wahl auf uns als Aufsichtratspitze. Aufgrund des Spiels sollte die Wahl erst später kommuniziert wurden, Montagmorgen kam dann Thomas Röttgermann auf uns zu und sagte, dass wir dringend über den Trainer sprechen müssen – da waren wir gerade mal 24 Stunden im Amt.“ Kurze Zeit nach der Trennung von Friedhelm Funkel kam die Vertragsauflösung von Sportvorstand Lutz Pfannenstiel aus privaten Gründen hinzu.

Bei diesem Thema wurde Borgerding sehr emotional: „Was Lutz Pfannenstiel uns über sein Privates berichtet hat, hat uns zutiefst schockiert.“ Aus Respekt vor der Familie wollte der Aufsichtsratschef nicht näher darauf eingehen. Er rief aber dazu auf, die Hetze in sozialen Medien einzustellen: „Was da teilweise geschrieben wurde, war unter der Gürtellinie. Dafür schäme ich mich, und das ist nicht Fortuna Düsseldorf.“

Thomas Röttgermann musste sich vielen kritische Fragen zu seiner eigenen Rolle in den vergangenen Wochen und Monaten stellen. „Es ist nicht die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden alles zu kommentieren. Im sportlichen Bereich sollte Lutz Pfannenstiel in den Vordergrund treten, weil er in dem Moment ein besseres Sprachrohr des Vereins ist als ich. Das hat sicher auch ein Robert Schäfer so gesehen."

Was die Freistellung Funkels angeht, betonte Röttgermann, dass der Ablauf völlig korrekt war. „Vor dem Union-Spiel haben wir Friedhelm Funkel gesagt, dass wir gewisse Erwartungen an ihn haben, dass er Spieler einsetzt, die den Verein stärker machen, und dass wir generell aggressiver und offensiver sind. Dann kam das Bremen-Spiel und wir waren entsetzt, dass nichts von dem gezeigt wurde, was wir gefordert und erwarten haben.“

Röttgermann bestreitet, dass es vorab schon Kontakt zu Uwe Rösler gegeben habe. Der neue Coach hätte nur auf einer „Shortlist“ gestanden, die jeder Verein habe. Sein Urteil: „Es ist ein Zeichen von Professionalität, dass alles so schnell gegangen ist, kein Zeichen von Schwäche.“ Zum Zeitpunkt des Trainerwechsels sagte Röttgermann: „Ich kann nicht ausschließen, dass wir uns irgendwann den Vorwurf machen lassen müssen, dass wir zu spät den Trainer gewechselt haben. Ich fühle mich aber mit dem Zeitpunkt wohl, weil wir klare Argumente hatten. Wenn wir nach dem Union-Spiel den Trainer gewechselt hätten, hätten wir mit Gegenwind rechnen müssen, weil wir gewonnen haben.“

Zudem äußerte sich Röttgermann auch zur Eigenvermarktung, die Fortuna ab dem 1. Juli angehen wird. „Die Selbstvermarktung zwischen zwei Ligen ist natürlich immer schwierig. Aber mit unseren Partnern reden wir ganz offen darüber, dass im Abstiegsfall Paket B abgeschlossen wird und im Falle des Klassenerhalts eben Paket A. Ich bin sehr froh, dass wir Partner haben, die nicht nur im Erfolgsfall an unserer Seite stehen", sagte der Vorstandschef.