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Fortuna Düsseldorf besiegte am 8. April 1971 Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 3:1

Kalenderblatt 8. April : Als Fortuna Borussia Mönchengladbach aus dem Pokal schoss

Am 8. April 1971 besiegte die Elf von Trainer Heinz Lucas den Bundesliga-Tabellenführer im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 3:1. Teil elf unserer Kalenderblatt-Serie.

Das mit 24.000 Zuschauern ausverkaufte Paul-Janes-Stadion bebte: Am 8. April 1971, heute vor 49 Jahren, überrannte Fortuna Düsseldorf Bundesliga-Tabellenführer Borussia Mönchengladbach sensationell mit 3:1. Zur Halbzeit lagen die Rot-Weißen um Trainer Heinz Lucas nach einem frühen Treffer von Herbert Laumen (19.) noch mit 0:1 zurück. Doch nach der Pause spielte der gastgebende Außenseiter den Favoriten förmlich an die Wand. Robert Begerau (60.), Hilmar Hoffer (83.) und Rainer Geye (89.) erzielten die Tore zum verdienten Erfolg der Fortunen. Es war die Geburtsstunde einer großen Mannschaft, die wenig später mit großem Selbstbewusstsein die Aufstiegsrunde in die Bundesliga absolvierte, zum zweiten Mal ins Fußball-Oberhaus einzog und dort in den Folgejahren für Furore sorgte.

Die Düsseldorfer demonstrierten in dem Pokalspiel ihr großes Potenzial. Vor allem im zweiten Durchgang legten sie ihren Respekt ab, erhöhten auf eindrucksvolle Weise das Tempo und lieferten den Borussen einen Kampf auf Biegen und Brechen. Zur überragenden kämpferischen Einstellung kam noch eine spielerische Steigerung, die kaum jemand für möglich gehalten hatte. Die Düsseldorfer Abwehr hatte den Angriff der Gäste vollkommen im Griff und gestattete den Gästen kaum eine Torchance. Düsseldorfs Keeper Wilfried Woyke verbrachte eine fast schon entspannte zweite Hälfte. Und im Mittelfeld stand der Gladbacher Günter Netzer im Schatten von Düsseldorfs Regisseur Klaus Budde, der sich zu einer überragenden Leistung aufschwang und den Angriff mit Zauberpässen fütterte. An Buddes Seite rackerte Robert Begerau bis zur völligen Erschöpfung und erzielte nach einer Stunde den wichtigen 1:1-Ausgleich, der die Wende einleitete. In der Düsseldorfer Angriffsspitze ließ Dieter Herzog seinen Gegenspieler Berti Vogts, der noch zu den besten Gladbachern gehörte, einige Male ganz alt aussehen. Und Fortunas Reiner Geye war vom Borussen Ludwig Müller kaum einmal zu stoppen. Den Gladbachern entglitt nach der Pause völlig die Kontrolle über das Spiel. Netzer sagte nach dem Abpfiff: „Wir wussten gar nicht, wie uns geschah.“

In Düsseldorf gab es nur noch ein Thema: Das Finale. Doch daraus wurde nichts, denn in der Vorschlussrunde unterlagen die Rot-Weißen fünf Wochen später dem FC Bayern mit 0:1.

Die Spieler waren nach dem Sieg über Borussia auf dem Teppich geblieben. Kapitän Fred Hesse meinte unmittelbar nach dem Abpfiff: „Der Bundesligaaufstieg ist wichtiger, wir müssen am Sonntag Fortuna Köln schlagen, um die Aufstiegsrunde zu erreichen.“

Fortuna: Woyke – Köhnen, Lungwitz, Kriegler, Iwanzik, Hesse, Budde, Begerau (85. Biesenkamp), Hoffer, Geye, Herzog. Trainer: Lucas. Borussia: Kleff – Vogts, Müller, Sieloff, Bleidick, Dietrich (79. Wittmann), Netzer, Laumen, Wimmer, Köppel, Heynckes. Trainer: Weisweiler. Tore: 0:1 (19.) Laumen, 1:1 (60.) Begerau, 2:1 (83.) Hoffer, 3:1 (89.) Geye. Zuschauer: 24.000 Zuschauer am Flinger Broich. Schiedsrichter: Riegg (Stadtbergen).