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Fortuna Düsseldorf besiegt am 10. April 1927 auf dem Weg zur Endrunde Bielefeld mit 4:1

Kalenderblatt 10. April : Fortuna siegt auf dem Weg zur ersten Endrundenteilnahme

Am 10. April 1927 gewinnt Fortuna Düsseldorf in Essen mit 4:1 gegen Arminia Bielefeld. Es ist ein entscheidender Sieg auf dem Weg zur ersten Qualifikation der Düsseldorfer für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Teil 13 unserer Kalenderblattserie.

Die erste Glanzzeit der Fortuna begann Mitte der 20er Jahren und hat ihren Höhepunkt mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1933. Auf dem Weg dorthin waren die Erfolge in der Saison 1926/27 von entscheidender Bedeutung: Erstmals erreichen die Flingerner die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Einen wichtigen Schritt taten die Rot-Weißen am 10. April 1927: Vor 93 Jahren bezwangen das Team von Trainer Heinz Körner Arminia Bielefeld mit 4:1.

Der Westdeutsche Spielverband hatte zur Saison 1926/27 die Bezirksklasse als höchste Liga eingeführt: Erstmals wurde die Spielzeit wieder über ein gesamtes Jahr ausgedehnt, in dem es um Auf- und Abstieg ging. Die Fortunen steigerten sich gegenüber einer mäßigen Saison 1924/25 erheblich: Die Elf um den späteren Nationalspieler Ernst Albrecht blieb in der Gruppe 1 der Bezirksliga Berg-Mark in der Hinrunde gegen die Konkurrenten Remscheid, Solingen 95, Sonnborn 07, Ratingen 04, Borussia Concordia 05 und DSC 99 unbesiegt, kassierte ihre einzige Niederlage im Januar beim Rückspiel in Ratingen und hatte in der Endabrechnung sechs Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Lokalrivalen DSC 99.

Als Gruppensieger trafen die Flingerner im Finale um die Bezirksmeisterschaft auf Turu 80, den Ersten der Gruppe 2. Ausgetragen wurde die Entscheidung in Hin- und Rückspiel. Die erste Begegnung auf dem Turu-Platz gewannen die Gäste vor 14.000 Zuschauern mit 1:0 durch einen Treffer von Linksaußen Karl Korff. Den Sieg hielt kurz vor Schluss Fortunas Keeper Willy Pesch fest, der einen Strafstoß parierte. Der 19-Jährige Pesch hatte sich erst ein halbes Jahr zuvor der Fortuna angeschlossen und blieb bis Kriegsbeginn 1939 die unangefochtene Nummer eins im Tor. Das Rückspiel gewannen die Rot-Weißen nach 0:1-Rückstand mit 2:1 durch zwei Treffer Korffs. Damit hatten sie sich erstmals für den Kampf um die Westdeutsche Meisterschaft qualifiziert und feierten den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Und die Serie setzte sich fort: Beim CfR Köln erreichten die Düsseldorfer ein 0:0, bei Hagen 05 ein 2:2 und beim Duisburger SV ein 2:2. Nach der 1:2-Niederlage in Neuss gegen Kurhessen Kassel ging es dann am 10. April 1927 um Alles: Mit einer weiteren Niederlage wäre der Traum von der nächsten Runde beendet gewesen. Doch die Rot-Weißen setzten sich in Essen mit 4:1 gegen Arminia Bielefeld durch und demonstrierten ihre Stärken, die in der Ausgeglichenheit und im technischen Können lagen.

Mit dem Rückenwind des 4:1-Sieges bezwangen die Fortunen eine Woche später Schalke 04 vor 26.000 Zuschauern auf dem Platz des DSC 99 an der Windscheidstraße mit 4:3 und wurden hinter Duisburg und Schalke Dritter. Damit qualifizierte sich die Elf für ein Entscheidungsspiel gegen Kurhessen Kassel, das sie mit 3:2 gewann. Und nach einem weiteren Erfolg in der Relegationspartie gegen Turu 80 (2:1 nach Verlängerung) durfte Fortuna sogar als dritter Vertreter Westdeutschlands an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Da schieden sie dann zwar durch ein 1:4 im Rheinstadion gegen den Hamburger SV aus, doch da hatte Fortuna mit ihrem Triumphzug schon längst ganz deutlich an der Vormachtstellung im Düsseldorfer Fußball gerüttelt.

An Dynamik gewonnen hatte der Triumphzug der Düsseldorfer durch eben jenen 4:1-Erfolg am 10. April 1927 gegen Bielefeld…

Eingesetzte Spieler: Pesch, Batahczak - Albrecht, P. Bakkers, Degens, Gaspers, Götzinger, Gottschall, Hinz, Klein, Korff, W. Laurentz, Meck, Mundt, Nähle, Neumann, Nispenberg.