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Fortuna Düsseldorf: Berliner Fanklub Havelpralinen sponsert ein Grillfest für den guten Zweck

Fanklub Havelpralinen : Wie die Berliner Fortuna-Fans aus viel Pech ein tolles Fest machten

Der Berliner Fortuna-Fanklub Havelpralinen hatte im vergangenen Jahr schon eine Menge Pech. Gleich zwei große Aktionen platzten wegen Corona, aber die Hauptstädter machten das Beste daraus. Dirk Goldmann, Mitgründer des seit 2008 bestehenden Klubs, über eine besondere Leidenschaft.

Ein bisschen verrückt, so Dirk Goldmann, sei er schon. Fortunaverrückt, um genauer zu sein. Und so gründete der inzwischen 45-Jährige mit zwei Gleichgesinnten vor 13 Jahren die Havelpralinen – einen im besten Sinne unorganisierten Fanklub von Fortuna Düsseldorf in der Bundeshauptstadt Berlin. „Die allermeisten von uns sind Leute aus Düsseldorf oder Umgebung, die es aus beruflichen oder anderen Gründen nach Berlin verschlagen hat“, berichtet Goldmann. Er selbst allerdings nicht: „Goldi“ ist Ur-Berliner, aber bereits in jungen Jahren der launischen Diva vom Rhein verfallen.

Doch bevor wir uns näher dem Klub und seinem Mitgründer widmen, zum Anlass dieser Geschichte. Dies ist zunächst einmal ein trauriger, denn im vergangenen Jahr mussten die Havelpralinen gleich zwei große Aktionen wegen Corona ausfallen lassen. Ausgangspunkt war dabei eine Bootstour, die fast 900 Fortuna-Fans und Sympathisanten über die Hauptstadt-Gewässer zum letzten Spiel der Bundesligasaison 2019/20 bei Union Berlin bringen sollte.

„Alles war organisiert, rund 30.000 Euro für die Tour und eine anschließende Party eingesammelt“, berichtet Goldmann. „Wir hatten ja einen Riesenvorlauf, da der Spieltermin am letzten Spieltag von Anfang an feststand. Aber dann kamen die Geisterspiele, und wir mussten alles platzen lassen.“ Es begann die große Rückzahlung, mit einem erfreulichen Aspekt: Viele Interessenten wollten ihr Geld gar nicht zurückhaben, sondern bestärkten die Havelpralinen darin, es für einen guten Zweck zu nutzen – insgesamt 2000 Euro.

 Mit dem von den Havelpralinen gesammelten Geld konnte in Berlin kräftig gegrillt werden.
Mit dem von den Havelpralinen gesammelten Geld konnte in Berlin kräftig gegrillt werden. Foto: Anika Szott/bildungsmarkt

Plan B wurde also, ein weihnachtliches Gänseessen für Bedürftige in Berlin zu organisieren. Wieder war alles eingestielt, und wieder ließ es Corona nicht zu. Als dann die Hygieneverordnungen im Sommer endlich etwas lockerer wurden, konnten die Havelpralinen die 2000 Euro endlich einsetzen: als Sponsoring eines Grillfestes, das der Bildungsmarkt Unternehmensverbund gemeinsam mit der Rathenower Küche der Kiezküchen GmbH vor einigen Tagen steigen ließ. Dabei erhielten viele sozial Bedürftige Menschen eine leckere Grillmahlzeit.

„Ich denke, so haben wir das Geld vernünftig unter die Leute gebracht“, sagt Goldmann, der jetzt allerdings stark hofft, dass es bald wieder eine Bootstour anlässlich eines Fortuna-Spiels in der Hauptstadt geben wird. „Im Moment haben wir da ja schlechte Karten, da kein Berliner Klub in der Zweiten Liga spielt“, sagt „Goldi“ betrübt. „Aber wir hoffen auf ein schönes Pokal-Los.“ Und wenn Fortuna nicht aufsteigt, dann vielleicht auf einen Aufstieg des aktuellen Drittligisten Viktoria Berlin.

 Die Havelpralinen auf Auswärtstour.
Die Havelpralinen auf Auswärtstour. Foto: Goldmann
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So lange müssen andere Spiele als Ersatz herhalten. „Hamburg, Dresden oder Rostock sind für uns ja nicht ganz so weit“, erklärt der Mitgründer, „und einige von uns waren auch beim 1:0 in Aue dabei, aber da konnte ich leider nicht.“

Bliebe noch zu klären, wie der Berliner „Goldi“ zum Fortunen wurde. „Mein Klub als Kind war Blau-Weiß 90“, berichtet er. „Hertha war damit automatisch das Feindbild Nummer eins, und als West-Berliner kamen Union oder BFC Dynamo für mich nicht wirklich in Frage. Fortuna dagegen war damals eine geile graue Maus, mit Aleks Ristic auf dem Pattex-Stuhl.“ Und zudem spielte Fortuna im Juni 1989 auch noch bei Blau-Weiß 90 und gewann nach drei Toren von Sven Demandt 7:2.

„Da hat mein Herz zwar geblutet, aber es fing auch alles so richtig an“, erinnert er sich. Seitdem ist er Fortune, und seit 2008 gibt es die Havelpralinen. Demnächst, so versichert Goldmann, werde er auch mal wieder ein Heimspiel in Düsseldorf besuchen. Bis dahin hat er dann auch den Berlin-Marathon absolviert, für den er derzeit eifrig trainiert. Was das mit Fortuna zu tun hat? Eigentlich nicht viel – bis auf die obligatorischen Gläschen Alt rund um das Spiel, die nicht gut in eine Marathon-Vorbereitung passen würden.

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