Fortuna Düsseldorf: Benito Raman läuft der Liga davon

Neun Tore und drei Vorlagen : Fortunas Benito Raman läuft der Liga davon

Der Belgier Benito Raman ist mit neun Treffern Fortunas bester Torjäger. Aus dem eigenwilligen Talent ist am Rhein ein gestandener Profi geworden.

Benito Raman ging ein gewisser Ruf voraus. Ein talentierter Stürmer sei er – aber zugleich ein Hallodri, der immer mal wieder durch private Eskapaden in den Klatschspalten lande. Nach inzwischen 19 Monaten bei Fortuna lässt sich festhalten: Man sollte nicht alles glauben, was so dahinerzählt wird. Denn Raman ist nicht ein einziges Mal unangenehm aufgefallen, und was noch viel wichtiger ist: Der 24-jährige Belgier wird sportlich immer besser. Hertha BSC kann ein Lied davon singen, denn Raman schnürte gegen die Berliner beim 2:1 am Samstag ebenso wie beim 4:1 im Düsseldorfer Hinspiel jeweils einen Doppelpack.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich in Berlin zwei Tore machen würde“, sagt der 1,72 Meter große Angreifer. „Auf eines hofft man ja immer, aber zwei, das macht mich schon glücklich.“ Angesichts des Strahlens, mit dem er die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegennahm, hätte er das im Grunde nicht eigens erwähnen müssen.

Der gebürtiger Genter hat in Düsseldorf sein Glück gefunden. „Ich habe einfach mehr Selbstvertrauen als früher, fühle mich besser“, erklärt er. „Deshalb kann ich auch eine bessere Performance abliefern.“ Wobei seine Vorstellungen zuvor ja beileibe nicht schlecht waren. Die Bundesliga kommt seinen Qualitäten allerdings so sehr entgegen, dass er eine Klasse höher noch effektiver agieren kann als zuvor im Unterhaus. Logisch: In der Zweiten Liga standen die Gegner in der Regel sehr tief, Raman musste sich meist durch einen dichten Abwehrriegel dribbeln. Jetzt kann Fortuna mehr auf Konter setzen, und dafür ist der schnelle Belgier wie gemacht.

Raman selbst möchte den Erfolg aber gar nicht zu sehr auf sich beziehen: „Wir spielen eben unser Spiel. Vorige Woche habe ich die Vorlagen gegeben, diesmal habe ich die Tore geschossen. Und wir hätten sogar noch mehr Tore machen können, auch ich – aber hundert Prozent der Chancen verwerten kann ich eben nicht.“ Doch schon seine aktuelle Quote lockt Interessenten auf den Plan. Im Netz diskutieren vor allem die Anhänger von Eintracht Frankfurt bereits darüber, dass der 24-Jährige doch der ideale Ersatz für den wahrscheinlich wechselnden Luka Jovic wäre. Und auch englische Klubs sollen Interesse haben, was noch mehr aufhorchen lässt, da Raman der belgischen Zeitung „Het Nieuwsblad“ kürzlich gestand: „Die Premier League bleibt mein Traum.“

Fest steht: Sollte ein Klub den Angreifer verpflichten wollen, muss er tief in die Schatulle greifen. Ramans Marktwert wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt, die Ablöse sollte indes um einiges höher sein, da der Belgier bei Fortuna noch einen Vertrag bis 2022 besitzt. Im Augenblick ist ein Wechsel für ihn ohnehin noch kein Thema – dafür macht es Benito bei Fortuna einfach zu viel Spaß. „Für mich ist das Thema Abstieg vorbei“, sagt er grinsend. „Wir werden nicht jedes unserer ausstehenden Spiele verlieren, haben allein noch drei Heimpartien. Die werden wir ohne Stress spielen.“ Und wenn Raman so viel Spaß hat, wird es gefährlich für die Gegner.

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