Fortuna Düsseldorf: Aufstieg ist statistisch gesehen kaum noch zu verhindern

Aufstieg in die Bundesliga wahrscheinlich: Statistisch gesehen ist Fortuna schon durch

Fortunas Spieler und Trainer weigern sich beharrlich, vom Aufstieg in die Bundesliga zu sprechen. Dabei ist der, glaubt man den Statistiken, eigentlich nicht mehr zu verhindern.

Ein Scheitern der Düsseldorfer auf der Zielgeraden wäre ein Novum. Denn in 22 Spielzeiten seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 ist es noch kein einziges Mal vorgekommen, dass der Tabellenführer des 26. Spieltages in der Endabrechnung nur Dritter oder schlechter wurde und den Aufstieg verpasste. Lediglich drei Teams (der 1. FC Köln 2002/03, der MSV Duisburg 2004/05 und RB Leipzig 2015/16) gaben in den letzten acht Partien den ersten Platz noch ab und stiegen als Tabellenzweite auf.

In allen anderen 19 Fällen verteidigte der Spitzenreiter des 26. Spieltages seinen Platz an der Sonne bis zum Saisonfinale und stieg als Zweitligameister auf. Hinzu kommt der große Vorsprung, der eindeutig für Fortuna spricht. Die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel hat aktuell neun Zähler mehr auf dem Konto als der Tabellendritte Holstein Kiel. Nur drei Teams hatten in den vergangenen 22 Jahren als Spitzenreiter einen größeren Vorsprung auf den dritten Platz - heutzutage der Relegationsplatz - als Fortuna: Hannover 96 (2001/02, zehn Punkte), der Karlsruher SC (2006/07, elf) und Hertha BSC Berlin (2012/13, zwölf). Der VfL Bochum (1995/96) und der 1. FC Nürnberg (2000/01) besaßen wie die Düsseldorfer ein Neun-Punkte-Polster.

Auch in den anderen Spielzeiten setzte sich der Erste durch, obwohl er ein kleineres Punktepolster hatte. Am engsten war es im vergangenen Jahr, als der VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig und Union Berlin am 26. Spieltag jeweils 50 Punkte (so viele wie Fortuna) auf ihrem Konto hatten und nur durch das Torverhältnis getrennt waren. Der VfB blieb Erster, Braunschweig wurde Dritter, Union nur Vierter. Den zweiten Platz sicherte sich Hannover 96, das nach dem 26. Spieltag aber auch nur einen Punkt weniger gehabt hatte als das Spitzentrio. Kein Vergleich mit der Situation in diesem Jahr also.

Historisch ist das Scheitern von Waldhof Mannheim zu Zeiten der Zwei-Punkte-Regel: Die Mannschaft von Trainer Uli Stielike stürzte in der Saison 1994/95 in den letzten acht Spielen vom ersten auf den fünften Rang ab. Der SVW, der am 26. Spieltag drei Punkte Vorsprung auf Platz vier gehabt hatte, wurde noch von Hansa Rostock, St. Pauli, Fortuna Düsseldorf und dem VfL Wolfsburg überflügelt, weil er in den letzten acht Partien lediglich 8:8 Punkte holte (zwei Siege, vier Remis, zwei Niederlagen).

Damals war das Aufstiegsrennen weitaus knapper als in der aktuellen Saison. Deshalb wäre Fortuna mit derselben Bilanz der Aufstieg wohl trotzdem kaum noch zu nehmen: Umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel würden den Rot-Weißen zehn Zähler gutgeschrieben. Da müsste der Tabellendritte Kiel schon 19 der 24 noch zu vergebenen Punkte holen, um Fortuna auf der Zielgeraden noch abzufangen..

Oberbürgermeister Thomas Geisel sollte sich jedenfalls so langsam an die (scherzhaft) in Aussicht gestellte Vergrößerung des Rathausbalkons machen, damit bei der Aufstiegsfeier alle Spieler darauf Platz haben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna in Duisburg: Einzelkritik

(faja)
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