Fortuna Düsseldorf: Aufsteiger beendet am Samstag eine irre Saison

Siege, Funkel-Theater, Schäfer-Rausschmiss : Das war Fortunas irre Saison

Am Samstag beendet Fortuna in der ausverkauften Arena gegen Hannover 96 eine Spielzeit für die Geschichtsbücher. Ein Rückblick.

Wenn es nach Fortunas Fans ginge, dürfte die Bundesligasaison gern noch ein bisschen weitergehen. Oder sogar länger als nur ein bisschen. Und doch muss der Aufsteiger am Samstag Schluss machen mit einer Spielzeit, die allen Beteiligten alles abverlangt und unterm Strich doch so viel Spaß gemacht hat. Um 15.30 Uhr beginnt in der ausverkauften Arena gegen den bereits feststehenden Absteiger Hannover 96 der letzte Akt.

Die Bilder der Saison sind überwiegend hochemotional. Wie der Jubel über Dawid Kownackis ersten Treffer im Fortuna-Trikot, den der von Sampdoria Genua ausgeliehene polnische Nationalstürmer in einer ganz besonderen Partie beisteuerte. Am 2. März war’s, als der Aufsteiger den deutschen Vizemeister FC Schalke 04 in dessen eigenen Stadion 4:0 demütigte. Nicht einmal vier Wochen zuvor hatte Schalke noch das DFB-Pokal-Achtelfinale an gleicher Stätte 4:1 gewonnen – einer der vielen Beweise dafür, wie schnell die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel lernt. Und vor allem, wie wenig sie sich von Rückschlägen beeindrucken lässt.

Für den größten Rückschlag einer Spielzeit, die ansonsten wie im Rausch verlief und in der das große Saisonziel Klassenerhalt bereits nach 28 Partien unter Dach und Fach war, sorgte der Verein selbst. Im Wintertrainingslager in Marbella war Fortuna nach zuvor drei Siegen gegen Freiburg, gegen Dortmund und in Hannover vor Weihnachten bereits auf einem sehr guten Weg – dennoch konnten sich der damalige Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer und Trainer Friedhelm Funkel zunächst nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. Der Klub gab auf einer legendären Pressekonferenz in Spanien bekannt, dass Funkel Fortuna nach Saisonende verlassen werde.

Die Fans stiegen auf die Barrikaden, sorgten gemeinsam mit den hinter Funkel stehenden Medien dafür, dass es doch mit dem 65-Jährigen weiterging. Schäfer musste einige Wochen später seinem Nachfolger Thomas Röttgermann Platz machen. Zuvor hatte der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Reinhold Ernst bereits Lutz Pfannenstiel als Sportvorstand geholt, später Christian Koke als Marketing-Vorstand.

Trainer und Mannschaft hingegen schrieben fast durchweg positive Schlagzeilen. 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach, 2:1 bei Hertha BSC, 4:1 gegen Werder Bremen. Die sensationellen Erfolge der Hinrunde, allen voran die erste Saisonniederlage des BVB am 16. Spieltag und das 3:3 in München, erlebten in der noch stärkeren Rückrunde ihre Fortsetzung. Am Samstag darf sich Fortuna dafür feiern lassen.

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