Fortuna Düsseldorf: Aufstehen für den Aufstieg

Fortuna setzt auf ihre Fans: Aufstehen für den Aufstieg

Fortuna Düsseldorf will nach drei Spielen ohne Sieg die Trendwende. Das Publikum spielt am Sonntag gegen St. Pauli eine zentrale Rolle: Mehr als 35.000 Zuschauer sollen zu wichtigen Punkten verhelfen.

Es ist eine Abstimmung mit den Füßen. Eine Abstimmung darüber, ob die Landeshauptstadt bereit ist, alles für die Rückkehr ihres Fußball-Flaggschiffs in die Bundesliga zu tun. Am Sonntag um 13.30 Uhr ist der FC St. Pauli zu Gast bei Fortuna Düsseldorf - und wer sich im Fußball-Unterhaus auskennt, der weiß, dass die Hamburger mit ihrem reiselustigen Anhang stets zu den zugkräftigsten Gegnern gehören. Deshalb hatte sich Fortunas Trainer Friedhelm Funkel schon vor Wochen festgelegt: "Gegen Pauli werden wir 35.000 bis 40.000 Zuschauer haben. Da werden ein paar vereinzelte Pfiffe in der Riesenstimmung untergehen." Teil eins der Vorhersage ist fast erfüllt, denn bis Freitag waren 33.500 Karten abgesetzt - da fehlt nicht mehr viel bis zur Funkelschen Marke.

Doch ob auch Teil zwei aufgeht, muss das Publikum erst einmal unter Beweis stellen. Denn der Tabellenzweite ist zuletzt ein wenig außer Tritt geraten, hat an den zurückliegenden drei Spieltagen nur einen Punkt geholt. So kam es dann auch im jüngsten Heimspiel gegen Fürth (1:1) zu den vom Trainer angesprochenen Pfiffen, aber solche haben noch nie in der Geschichte einem Team zum Aufstieg verholfen.

Funkel und seine Spieler fordern den Schulterschluss, so wie es ihn auch 2012 gab, als Fortuna als Außenseiter den Aufstieg schaffte. Damals spielte das begeisterungsfähige Publikum eine entscheidende Rolle, und auch vor sechs Jahren benötigte es dafür in einer holprigen Rückrunde einigen Langmut. Am Sonntag ist dieser ebenfalls gefragt, weil der schon gegen Fürth beschämend schlechte Rasen seitdem nicht besser geworden ist. "Wie sollte das auch angehen?", fragt der Trainer. "Zum Boden - jetzt hätte ich fast Rasen gesagt, aber das ist ja kein Rasen - erübrigt sich jeder Kommentar."

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Gepflegten Kombinationsfußball sollte also niemand erwarten, der sich auf den Weg in die Arena macht. Seit dem vorigen Wochenende ist freilich klar, dass auch ein gepflegtes Grün nicht automatisch den Erfolg bringt. Zwar kombinierte sich Fortuna bei Jahn Regensburg in einer begeisternden ersten halben Stunde zu einer 3:0-Führung, verlor dann jedoch völlig den Faden und das Spiel noch mit 3:4.

Auch wenn man sich am Sonntag wieder durch rheinischen Schlamm wühlen muss, gibt es zwei Namen, die den rot-weißen Anhang auf eine Trendwende hoffen lassen: Genki Haraguchi und Marcel Sobottka. Der japanische Angreifer, Leihgabe von Hertha BSC, fehlte in Regensburg wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung, Sobottka laborierte an einer fiebrigen Erkältung. "Mit Marcel rechne ich fest", berichtet Funkel, "er hat die ganze Woche über voll trainiert. Bei Genki hingegen müssen wir uns bis zum Abschlusstraining gedulden."

Hintergrund ist, dass der 26-Jährige sich Funkel zufolge nach der Übungseinheit am Mittwoch "nicht wohl gefühlt" habe: "Am Donnerstag ging es zum Glück wieder besser, aber das heißt noch nichts." Allein auf der mentalen Seite wäre der Einsatz der beiden sehr wichtig, denn Mittelfeldspieler Sobottka fehlte nur in zwei Partien - und die verlor eine defensiv chaotisch auftretende Fortuna 1:3 (gegen Dresden) und 3:4. Und als Haraguchi sich gegen Sandhausen verletzte, begann die kleine Negativserie von drei Partien. Diese jetzt enden zu lassen, könnte die Initialzündung für den ganz großen Sprung sein.

(jol)