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Fortuna Düsseldorf: Andre Hoffmann kann sich vorstellen, für immer bei F95 zu bleiben

Verteidiger hofft auf Comeback im Saison-Endspurt : Hoffmann kann sich vorstellen, für immer Fortune zu bleiben

So offen hat Andre Hoffmann selten zuvor über sein Privatleben und seinen Beruf geredet – im exklusiven Instagram-Talk mit unserer Redaktion kurz vor dem Einzug ins Quarantäne-Hotel. Dieser Glücksbringer begleitet ihn immer. Diese Hoffnung hat er für den Saison-Endspurt.

Es ist schon eine dramatische Kombination, wenn jemand über ein so smartes Erscheinungsbild verfügt und gleichzeit auch noch sympathisch rüberkommt. Andre Hoffmann wird im Umfeld des Teams oft nur „der Schöne“ genannt. Er ist sieht nach einer 90-minütigen Trainingseinheit noch immer adretter aus, als die Reporter, die ihn dabei beobachten. Ja, aus diesen Zeilen kann man den puren Neid lesen. Hoffmann 28, muss lachen, als er darauf angesprochen wird. Er sagt: „Echt? Höre ich jetzt zum ersten Mal. Da müsste ich ja eigentlich rot werden. Vor diesem Gespräch habe ich noch ein kleines Nickerchen gemacht, mir was Wasser durchs Gesicht gejagt, mehr ist eigentlich nicht nötig.“

Hoffmann hat indes mehr zu bieten, als ein gepflegtes Äußeres. Bei Fortuna ist er seit 2017 unter Vertrag. Zuvor wurde er beim MSV Duisburg ausgebildet, spielte danach bei Hannover. In Düsseldorf hat er sich zu einem der Führungsspieler entwickelt und hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert. Könnte er sich vorstellen, seine Karriere am Rhein zu beenden? „Möglich ist das natürlich. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Im Fußball gibt es für nichts garantieren, aber ich kann es mir sehr gut vorstellen“, sagt Hoffmann. „Düsseldorf wird definitiv nach meiner Karriere unser Lebensmittelpunkt bleiben.“

Hoffmann war Premieren-Gast bei „18fuemmenneunzich – der Talk“ einem neuen Format unserer Redaktion auf der Plattform Instagram. 30 Minuten Gespräch, 100 Prozent Hoffmann. Und der hat sehr offen über seine Anfänge geredet. Über die Zweifel, ob es reichen würde als Profi und warum er eigentlich nie bei RWE, dem Klub seiner Heimatstadt Essen gespielt hat. „Das hat sich ehrlich nie so ergeben“, sagt er. „Duisburg war von zu Hause tatsächlich der nächste Verein. Irgendwie hatte es einfach nicht gepasst. Aber ich habe RWE schon noch im Blick – und wir sind uns sicher alle einig: so ein Traditionsklub gehört nicht in die Regionalliga.“

Und wo gehört Fortuna hin? „Wir wollen natürlich den Sprung nach oben schaffen“, sagt Hoffmann. „Aber natürlich können auch alle bei uns die Tabelle lesen. Wir geben in jedem Spiel alles und dann wird man sehen, was herauskommt.“ Er selbst ist vorsichtig optimistisch, vielleicht im Saisonendspurt noch Einsatzzeit zu bekommen. „Meine Knöchelverletzung ist soweit ausgeheilt, es war eine langwierige Kiste“, erzählt er. „Aber jetzt bin ich auf einem guten Weg.“

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Hoffmann ist ein Typ, der auch seine Meinung sagt. Im Team des Zweitligisten gehört er zu den Führungsspielern. Gerade zu Beginn der Saison, als die Mannschaft mächtig ins Trudeln geriet, soll er das Wort ergriffen haben, um seine Kollegen mit einzuschwören.

Mit welchen Ex-Fortunen ist er noch immer befreundet? „Niko Gießelmann gehört ganz sicher dazu oder auch ein Erik Thommy. Aber auch mit Benito Raman und Dodi Lukebakio habe ich immer mal wieder Kontakt“, sagt er. „Ja, und dann ist da auch noch Matthias Zimmermann. Mit dem spiele ich zwar noch zusammen, aber unsere Freundschaft wird ganz sicher auch über den gemeinsamen Arbeitsplatz hinaus halten.“

Dass er nun ins Quarantäne-Hotel muss, empfindet Hoffmann nicht als Last, sondern mehr als Privileg. „Wir dürfen weiter arbeiten, dieses Glück haben viele andere nicht. Dementsprechend wichtig ist es auch, demütig zu sein“, sagt er. „Und wir alle verbinden ja auch damit die Hoffnung, dass es hoffentlich bald wieder etwas mehr Normalität gibt. Ich sehne so den Tag herbei, wenn endlich wieder Fans im Stadion sind.“

Und dann verrät er noch ein sehr persönliches Geheimnis. Gibt es etwas, was auf seinen Reisen immer einen Platz in seinem Koffer hat? „Gibt es tatsächlich. Mich begleitet immer eine kleine Figur, die ich vererbt bekommen habe von meiner Urgroßmutter. Sie symbolsiert den Glauben, den familiären Zusammenhalt. Das ist mir wichtig, darum geht es im Leben.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Andre Hoffmann

(gic)