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Fortuna Düsseldorf: Amputierten-Fußballer sind vorzeitig Deutscher Meister

Amputierten-Fußballer : Diese Fortunen sind Deutscher Meister

Ob Fortunas Profifußballer es jemals schaffen werden, noch einmal Deutscher Meister zu werden? Um daran zu glauben, braucht es schon eine Menge Optimismus. Die Amputierten-Fußballer dagegen haben den Titel tatsächlich geholt. Ihr Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga ist uneinholbar.

„Olé olé olé olé“ – so schallte es am Sonntag minutenlang aus dem Kabinengang des Enwag-Stadions in Wetzlar. Der stimmgewaltige Männerchor trug rot-weiße Trikots. Die Fortuna hat am Wochenende tatsächlich das Husarenstück vollbracht und sich vorzeitig zum Deutschen Meister in der Amputierten-Fußball-Bundesliga gekürt.

Drei Siege und ein Unentschieden genügten der Mannschaft um Kapitän Jonas Lappe am zweiten Doppelspieltag, um sich einen uneinholbaren Vorsprung zu erspielen. Für den entthronten Champion Anpfiff Hoffenheim und die SG Nord-Ost geht es zum Saisonabschluss Ende Oktober in Saarbrücken somit „nur“ noch um die Vizemeisterschaft.

„Ich bin unfassbar stolz auf meine Mannschaft. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, auch diesen zweiten Doppelspieltag zu gewinnen. Das haben wir geschafft und nun sind wir Deutscher Meister. Das ist der Wahnsinn“, sagte Fortunas überglücklicher Trainer Sinisa Nedeljkovic.

Bereits im Auftaktspiel am Samstagmittag kam es zum mit Spannung erwarteten Duell mit dem Titelverteidiger aus Hoffenheim. Dieser hatte sich offenbar gut auf die Fortuna eingestellt und lag lange mit 1:0 in Führung. Erst Mitte des zweiten Abschnitts schlugen die Flingerner in Person von Setonji Ogunbiyi zurück (30.). Letztlich blieb es beim 1:1, auch weil Torjäger Radouane Chaanoune im Angriff sein Glück zu sehr erzwingen wollte.

Der marokkanische Nationalspieler saß dann im zweiten Spiel gegen die SG Nord-Ost zu allem Überfluss auch noch eine Sperre ab. Doch auch davon ließen sich Sinisa Nedeljkovic und seine Spieler nicht aufhalten. Djalilou Agbere (2.) und Wladimir Caza (20.) stellten den 2:1-Sieg sicher. Agbere feierte in Wetzlar nach überstandenem Kreuzbandriss ein beeindruckendes Comeback. „Ich hatte ihn eigentlich nur für Kurzeinsätze eingeplant. Doch Djalilou war sofort wieder ein belebendes Element, so wie wir ihn kennen“, schilderte Nedeljkovic.

Der 36-jährige Coach nahm sich vor den beiden Sonntagsspielen dann auch noch einmal Radouane Chaanoune zur Seite. „Ich habe ihm gesagt, dass er mehr passen und nicht immer nur schießen soll“, verriet Nedeljkovic. Die Ratschläge fruchteten. Chaanoune kombinierte nun mit seinen Kollegen und war nicht mehr zu stoppen. Zum 4:2-Sieg über Hoffenheim steuerte er drei Treffer bei.

Und auch den abschließenden 3:0-Erfolg über die SG Nord-Ost leitete Chaanoune vor den Augen von Nia Künzer mit seinem zehnten Saisontor ein. Die ehemalige Fußball-Nationalspielerin zeigte sich als Kommentatorin beeindruckt von den Fähigkeiten der Aktiven. Künzer betonte: „Der Amputierten-Fußball ist eine absolut rasante und spannende Sportart.“