Fortuna Düsseldorf: Am Sonntag Feiertag gegen den FC Bayern München

Klassenerhalt ist schon perfekt : Fortuna Düsseldorf erwartet die Bayern zum Feiertag

Fortuna empfängt am Sonntag den FC Bayern - und das ganz ohne Druck. Den Düsseldorfern ist der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen. Trainer Friedhelm Funkel kündigt trotzdem einen großen Kampf an.

In der Landeshauptstadt ist alles auf Feiern eingestellt: Seit Samstagnachmittag ist der Klassenerhalt von Fortuna Düsseldorf perfekt. Und was gibt es da Schöneres für das Schlusslicht der Bundesliga-Etatrangliste, als ausgerechnet gegen den Branchenführer FC Bayern München den Verbleib in der Eliteklasse zu zelebrieren?

Vorab war niemand im Düsseldorfer Lager so vermessen, von einem Sieg am Sonntag (15.30 Uhr) gegen die Bayern auszugehen. Die Rechnung sah ein wenig anders aus: Am Samstag gastierte Bayer Leverkusen beim Drittletzten VfB Stuttgart, und mit einem Sieg der Werkself bei den Schwaben sollte der Klassenverbleib perfekt sein – und so kam es dann ja auch mit Bayers 1:0-Erfolg.

Der Feiertag gegen den FC Bayern ist so gewiss, wobei der Aufsteiger selbst jetzt nichts abschenken möchte. „Jedes Bundesligaspiel ist für uns eine große Herausforderung, und die beiden gegen die Bayern sind die größten“, erklärt Trainer Friedhelm Funkel. „Dennoch sind wir nicht chancenlos. Wir werden dem FC Bayern einen großen Kampf liefern.“ Oder, wie Regisseur Kevin Stöger es ausdrückt: „Wir wissen schon, wie wir den Bayern ein bisschen wehtun können.“

Ein Experte in dieser Hinsicht ist Dodi Lukebakio. Der 21-jährige Belgier erzielte beim sensationellen 3:3 im Hinspiel in der Münchner Arena alle drei Treffer der Gäste. Doch ob er am Sonntag überhaupt in der Startelf steht? „In München hat Dodi ordentlich einen rausgehauen“, sagt Funkel. „Aber das ist ein halbes Jahr her. Ich weiß noch nicht, wen ich ins Rennen schicke, aber es werden die elf seien, die sich aktuell am meisten dafür anbieten.“

Das könne auch Lukebakio sein, müsse es aber nicht. Schließlich hat er im eigenen Stürmer-Lager starke Konkurrenz, unter anderem durch seinen Landsmann Benito Raman, der beim 3:1 gegen Gladbach alle drei Treffer vorbereitete und anschließend beim 2:1 bei Hertha BSC beide selbst erzielte.

Aber auch der polnische Nationalstürmer Dawid Kownacki, der zum ersten Mal Vater wurde und deshalb in Berlin fehlte, ist für Funkel ein großes Thema: „Dawid hat alles gut überstanden und macht im Training einen sehr guten Eindruck.“ So sehr sich der Trainer in Sachen Aufstellung bedeckt hält, so sicher ist er, was die Einstellung seines Teams betrifft: „Auch wenn wir bereits gerettet sind: Wenn du gegen die Bayern spielst, kann es keinen Spannungsabfall geben.“

Beim Gegner selbstredend ebenfalls nicht. „Der FC Bayern ist total heiß darauf, Meister zu werden“, betont Funkel. „Entsprechend wird er bei uns auftreten. Wir haben großen Respekt vor dieser tollen Mannschaft, aber ganz sicher keine Angst. Wir werden mutig sein.“ Der 65-Jährige ist ehrlich genug, dass ihn einige Zitate des Meisters aus den vergangenen Tagen stolz machen: „Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Bayern mit Respekt von uns sprechen und uns ernst nehmen. Ob das aber am Sonntag ein Vorteil für uns ist, sei mal dahingestellt. Im Hinspiel haben sie uns a bisserl unterschätzt.“

Diesmal darf Fortuna damit wohl kaum rechnen. Die Traumbilanz der Münchner von 14 Siegen aus den jüngsten 16 Spielen spricht für sich, und dass Kapitän Oliver Fink, dessen Stellvertreter Adam Bodzek und Linksverteidiger Niko Gießelmann ausfallen, ist definitiv ein Manko. Immerhin: Bayerns Weltklassestürmer Robert Lewandowski hat gegen alle aktuellen Bundesligisten getroffen – außer gegen Fortuna. Sollte das auch am Sonntag so bleiben, wäre schon etwas gewonnen.

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