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Fortuna Düsseldorf - Als Rachid Azzouzi F95 mit einer falschen Entscheidung fast in die Dritte Liga führte

Ehemaliger Düsseldorfer Sportdirektor : Als Azzouzi Fortuna mit einer Entscheidung fast in die Dritte Liga führte

Am Sonntag gastiert die Spielvereinigung Greuther Fürth in der Düsseldorfer Arena. Mit dabei ist auch ein alter Bekannter. Rachid Azzouzi hat eine Saison als Sportdirektor für Fortuna gearbeitet. In dieser Zeit traf er mehrere folgenschwere Entscheidungen.

Auch zum Auftakt der neuen Saison tun sich die beiden Absteiger Greuther Fürth und Arminia Bielefeld wieder schwer, im deutschen Unterhaus anzukommen. Die Mittelfranken konnten aus drei Spielen immerhin noch zwei Zähler sammeln, die Ostwestfalen stehen noch komplett ohne Punkt da. Am Sonntag empfängt Fortuna Fürth nun um 13.30 Uhr in der eigenen Arena – und ist in der Düsseldorfer Arena zumindest nicht Außenseiter.

Zudem wird es auch zu einer Rückkehr kommen. Der Fürther Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi, immerhin ein knappes Jahr Sportdirektor bei Fortuna, kennt die Arena in Stockum wie seine Westentasche. In der Saison 2015/16 lenkte er die sportlichen Geschicke in Düsseldorf – allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Fortuna beendete die Saison in der Zweiten Liga auf Rang 14 und war lange Zeit akut abstiegsgefährdet.

Und der heute 51-jährige Azzouzi wäre an einem Abstieg in die Dritte Liga sicherlich einer der Hauptschuldigen gewesen. Schließlich war er es, der kurz vor den Weihnachtstagen 2015 eine folgenschwere Fehlentscheidung traf. Am 23. Dezember stellte er Marco Kurz als neuen Trainer vor. Nach lediglich sieben Spielen und keinem einzigen Sieg wurde dieser dann im März wieder beurlaubt. Es folgte der spätere Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel, der Fortuna wieder in sicherere Gewässer führte.

Für den 68-Jährigen klappte es allerdings erst im zweiten Anlauf. Das verriet er jüngst im Gespräch mit dem „Express“. Nach der Trennung von Frank Kramer habe er einen Anruf vom Aufsichtsrat bekommen. „Da wurde ich gefragt, ob ich Fortuna trainieren könnte. Rachid Azzouzi ist dann zu mir nach Hause gekommen. Wir haben zwei Stunden lang miteinander geredet. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass er mich gar nicht als Trainer haben wollte. Da habe ich meiner Frau gesagt: ‚Schatzi, das wird nichts, wir können über Weihnachten nach Namibia reisen.‘“

Und Azzouzi entschied sich bekanntlich tatsächlich für Kurz als Nachfolger von Kramer – und führte Fortuna so beinahe in die Dritte Liga. Nach dem sehr kurzen Intermezzo war der Trainersessel im März aber wieder frei. Und wieder wurde die Nummer von Funkel gewählt. „Vor dem Spiel gegen Sandhausen wurde ich kontaktiert“, erzählt Funkel. Plötzlich sei Robert Schäfer am Telefon gewesen. „Er hat dann gefragt, ob ich für den Job immer noch bereit stände, weil sich bei einer Niederlage bei Fortuna etwas tun könnte“, erzählt Funkel. „Wir haben uns dann getroffen. Da waren auch Reinhold Ernst, Paul Jäger und Rachid Azzouzi dabei – der hat allerdings kein einziges Wort gesagt. Ich habe dann zugesagt, es für acht Wochen zu machen. Und aus diesen acht Wochen sind dann vier Jahre geworden. Leider nur vier.“

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