Fortuna Düsseldorf: Als es bei Borussia Dortmund 7 Mal klingelte

Fortunas Kantersieg von 1983 : Als es beim BVB sieben Mal klingelte

Am Samstag tritt Fortuna beim deutschen Vizemeister Borussia Dortmund als Außenseiter an. Vor 36 Jahren bereiteten die Düsseldorfer dem BVB allerdings einen Abend zum Vergessen.

Eike Immel hat in seinem Leben einige Tiefs durchlebt. Weniger während seiner Karriere, denn der frühere Nationaltorhüter stand nach seinem Profidebüt 1978 in der Regel auf der Sonnenseite des Lebens, absolvierte 534 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart sowie hinterher noch einmal 43 Premier-League-Einsätze für Manchester City. Nein, die Tiefs kamen im Anschluss – als er wegen eines Hüftleidens aufhören musste, später nach einigen finanziellen Desastern Privatinsolvenz anmeldete und 2008 sogar im RTL-Dschungelcamp landete.

Am 23. September 1983, recht früh in seiner Karriere also, durchschritt Immel freilich auch einmal eine sportliche Talsohle. Der damals 22-Jährige stand im Kasten von Borussia Dortmund, als die Schwarz-Gelben von den Düsseldorfern so richtig versohlt wurden – 7:0 für Fortuna hieß es an jenem Freitagabend im Rheinstadion.

Von Fortunas aktueller Mannschaft, die sich am Samstag um 15.30 Uhr im Rahmen des 14. Bundesliga-Spieltags beim BVB vorstellt, war damals nur Kapitän Oliver Fink schon auf der Welt, aus dem Dortmunder Kader noch niemand. Doch auch ansonsten taugen die Ereignisse jenes Septemberabends nicht als Blaupause für die Partie im Signal-Iduna-Park. Da wäre allein schon der äußere Rahmen zu nennen: Mehr als 80.000 Zuschauer werden am Samstag im Stadion sein, vor 36 Jahren waren es ganze 11.000.

Fußball war eben in der 1980ern nur selten ein Straßenfeger, schon gar nicht, wenn zwei Mannschaften aus dem unteren Mittelfeld aufeinandertrafen. Und das waren Fortuna und Dortmund am Herbstbeginn 1983, denn beide standen punkt- und torgleich auf Platz elf, sechs Punkte hinter den führenden Bayern, als Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers die Partie anpfiff.

Die Frage nach dem Sieger war im Grunde schon vor der Pause beantwortet, denn bis zur 38. Minute hatten Manfred Bockenfeld, Rudi Bommer und Ralf Dusend das Ergebnis bereits auf 3:0 gestellt. Dass gerade diese drei getroffen hatten, war alles andere als ein Zufall: Es war die ganz große Saison des Duos Bockenfeld/Bommer auf der rechten Seite, und drei Monate nach dem Schützenfest von Stockum standen beide unter Bundestrainer Jupp Derwall sogar einmal gemeinsam in der deutschen Nationalmannschaft. Der schnelle Dusend war für die Offensive auf der linken Seite zuständig – und alle drei trafen gegen den BVB praktisch auf keinerlei Gegenwehr. Bommer und Dusend erzielten nach dem Wechsel noch je ein Tor, Kapitän Gerd Zewe und der eingewechselte Günter Thiele sorgten für das Endergebnis.

Fortuna wurde 1983 von Willibert Kremer trainiert, Borussia Dortmund von Uli Maslo, der 1997/98 auch kurz auf der Düsseldorfer Bank saß. Das 7:0 vom September leitete für Kremers Fortuna ein mächtiges Zwischenhoch ein, das zwei Monate später in den beiden legendären 4:1-Siegen gegen Borussia Mönchengladbach und Bayern München gipfelte.

Am Ende der Saison landete der BVB als Dreizehnter dennoch einen Platz vor Fortuna, unter anderem, weil er sich mit dem 6:0 im Rückspiel bitter für die Herbstschmach rächte. Und an der Tabellenspitze gab es den dramatischsten Endspurt aller Zeiten: Meister wurde der VfB Stuttgart, punktgleich mit dem HSV und Gladbach und nur einen Zähler vor den viertplatzierten Bayern.