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Fortuna Düsseldorf: Als der FC Bayern 1975 beim 6:5 sechs Stück bekamen

Lang ist es her : Als Fortuna den Bayern sechs Tore einschenkte

Am Sonntag um 15.30 Uhr erwartet Fortuna den FC Bayern in der ausverkauften Düsseldorfer Arena. 1975 lieferten sich die beiden Klubs ein besonders wildes Duell.

Vieles kann passieren, wenn Fortuna am Sonntag um 15.30 Uhr in der Stockumer Arena auf den FC Bayern München trifft. Ob sich das Spiel aber auch nur so ähnlich entwickelt wie das Aufeinandertreffen beider Klubs vor fast 44 Jahren? Daran sind schon leise Zweifel angebracht. Denn an jenem 7. Juni 1975 stellten die insgesamt 25 Akteure auf dem Rasen fast alle Gesetzmäßigkeiten der Fußball-Bundesliga auf den Kopf, spielten regelrecht verrückt – und nicht etwa die Anzeigetafel im guten, alten Rheinstadion, die am Ende einen 6:5-Sieg der Fortuna gegen den FC Bayern auswies.

Mehr Treffer fielen nie in den Vergleichen der Düsseldorfer mit den Münchnern, selbst wenn in der Bilanz so schräge Ergebnisse stehen wie ein 7:1, ein 4:0 und ein 4:1 für Fortuna oder ein 7:0, ein 6:0 und ein 5:3 für die Bayern. Und es gab natürlich einen Grund für das Scheibenschießen im Rheinstadion: In der Saison nach dem deutschen Weltmeistertitel von 1974 war der Meisterschaftszug schon lange vor jenem 33. Spieltag ohne die Bayern abgefahren.

Gleichzeitig mit Fortunas Spiel machte Borussia Mönchengladbach im knapp 30 Kilometer entfernten Bökelbergstadion mit dem 2:0 über Eintracht Braunschweig ihr Meisterstück und zog anschließend im Triumph durch die Stadt. Das ist auch der Grund, warum es vom begeisternden 6:5 kaum Fotos gibt – 1975 waren die Sportfotografen der Region ganz auf die feiernden Gladbacher eingestellt.

Nicht so die 32.000 Zuschauer im Rheinstadion. Die freuten sich bei herrlichem Frühsommerwetter auf das letzte Saison-Heimspiel ihrer Fortuna, doch dann ging es nicht gerade verheißungsvoll los. Zwar glich Wolfgang Seel die Gästeführung durch Jupp Kapellmann aus, aber damals gab es ja einen Gerd Müller – und der „Bomber der Nation“ sorgte mit drei Treffern binnen vier Minuten bei einem Gegentor von „Timo“ Kriegler für den 2:4-Pausenstand.

Was jedoch zur Pause niemand ahnte: Dieser Tag war noch nicht fertig mit den Dreifach-Schlägen. Nach dem Wechsel drehte Fortuna innerhalb von sieben Minuten die Partie erneut, und neben den Treffern von Reiner Geye und Dieter Brei gab es auf dem Weg zum 5:4 sogar eines der seltenen Tore des großen Kämpfers Heiner Baltes zu bestaunen.

Aber auch das war’s noch nicht. Ausgleich durch den schwedischen Nationalspieler Conny Torstensson nur sechs Minuten nach dem 5:4, nicht einmal 180 Sekunden später dann die erneute Düsseldorfer Führung durch Weltmeister Dieter Herzog. Und das war’s dann tatsächlich am vielleicht verrücktesten Fußballsamstag im Rheinstadion.

Der legendäre Bayern-Trainer Dettmar Cramer kommentierte: „Das war das offensivste Spiel, das ich je gesehen habe.“ Cramers Gegenüber auf der Fortuna-Bank war übrigens Manfred Krafft; er hatte am 22. April als Interimscoach eine andere Legende abgelöst: Heinz Lucas.