Fortuna Düsseldorf: 40. Jahrestag des Europacupfinales gegen Barcelona

Europacup-Finale gegen Barcelona : 40 Jahre nach Basel – Fortunas schönste Niederlage

Am 16. Mai 1979 verlor Fortuna Düsseldorf das Europapokalfinale gegen den FC Barcelona in Basel 3:4 nach Verlängerung. Genau 40 Jahre danach ist der Stolz auf die Leistung noch immer größer als die Trauer um den verpassten Pokal.

Es war die Zeit, als die großen Fernsehshows am Abend noch die Straßen leerfegten. „Dalli, Dalli“ mit Hans Rosenthal zum Beispiel – und der Berliner, seinerzeit einer der beliebtesten Showmaster in Deutschland, eröffnete seine Sendung am Abend des 17. Mai 1979 sehr ungewöhnlich. „Es gibt eine Fußballmannschaft mehr in unserem Land, auf die wir alle stolz sein können“, sagte Rosenthal. „Fortuna Düsseldorf, die gestern Abend dem großen FC Barcelona einen Riesenkampf geliefert hat.“ 3:4 nach Verlängerung hatte Fortuna an jenem 16. Mai vor exakt 40 Jahren im Finale um den Europapokal der Pokalsiefer verloren, sehr unglücklich obendrein. Und die Leistung, die die Truppe von Trainer Hans-Dieter Tippenhauer dabei bot, war aus dem Stoff, aus dem Legenden gemacht sind.

Schon die Anfahrt taugte dazu. Spätestens ab Karlsruhe war die Autobahn rot-weiß. Und wer nicht selbst mit Fahnen oder flatternden Schals in Richtung St.-Jakob-Park in Basel unterwegs war, der hupte den anreisenden Fans zumindest aufmunternd an und winkte ihm zu. Mehr als 10.000 Düsseldorfer Anhänger fanden sich im Stadion ein, eine Zahl, die für damalige Verhältnisse und die Entfernung unglaublich groß schien. Und doch verblasste sie, als die Fortunen das St.-Jakob-Stadion betraten – es war auf drei der vier Tribünenseiten bereits prall gefüllt mit Fans des FC Barcelona.

Von der aktuellen Fortuna-Führung war noch niemand im Stadion. Warum auch? Kein Vorstandsmitglied arbeitete 1979 bereits für den Verein, Sportvorstand Lutz Pfannenstiel war sogar wenige Tage vor dem Finale erst sechs Jahre alt geworden. Sein Vorstandskollegen Erich Rutemöller erinnert sich dagegen noch gut an das Finale. „Ich habe es natürlich im Fernsehen gesehen“, berichtet der heute 74-Jährige. „Details vom Verlauf bekomme ich jetzt zwar nicht mehr zusammen, aber ich weiß noch sehr gut, dass Fortuna als absoluter Underdog in die Partie gegangen ist und dann eine bravouröse Leistung abgeliefert hat.“

Rutemöller war seinerzeit gerade aus den USA zurückgekommen, wo er ein Stipendium hatte, hatte sein Staatsexamen als Lehrer gemacht und arbeitete als Referendar. Später, an der Sporthochschule in Köln, hatte er dann einen Helden von Basel als Kollegen. „Mit Jörg Daniel, der 1979 im Fortuna-Tor stand, habe ich viel über das Finale gesprochen“, erinnert sich Rutemöller. „Jörg war nach der Karriere zunächst Verbandssportlehrer in Baden geworden und kam dann nach Köln.“ Seinen eigenen Anteil an Fortunas großem Spiel hielt der bescheidene Daniel in den Gesprächen allerdings meist zurück – dabei hätte er sich für den Strafstoß von Barcelonas Carles Rexach, den er in der zwölften Minute großartig parierte, durchaus feiern können.

Die Fortuna-Fans im Stadion taten es jedenfalls, so wie sie es auch nach dem Schlusspfiff trotz der Niederlage noch taten. Niemand ahnte damals, dass das Finale von Basel der Höhepunkt von Fortunas Geschichte und zugleich ein Wendepunkt war. Zwar holten die Düsseldorfer wenige Wochen später erstmals den DFB-Pokal und ihm Jahr darauf sogar noch einmal. In der Bundesliga waren die besten Zeiten aber für lange Jahre vorbei, beginnend mit den schweren Knieverletzungen, die sich Dieter Brei und Gerd Zimmermann in Basel zuzogen, ging es zunächst ganz langsam und fast unmerklich, dann immer steiler bergab mit dem Verein. Der Trend scheint heute, 40 Jahre später, gestoppt. Am Legendenstatus aller Beteiligten im St.-Jakob-Stadion hat sich jedoch nichts geändert.

STATISTIK

Fortuna Düsseldorf – FC Barcelona 3:4 nach Verlängerung

Fortuna: Daniel – Zewe, Brei (24. Weikl), Zimmermann (4. Lund), Baltes – Köhnen, Bommer, Schmitz – Thomas Allofs, Klaus Allofs, Seel. –Trainer: Tippenhauer.

Barcelona: Artola – Zuviria, Migueli, Costas (68. Díaz), Albadalejo (57. de la Cruz) – Neeskens, Asensi, Sánchez – Rexach, Krankl, Carrasco. – Trainer: Rifé.

Schiedsrichter: Palotai (Ungarn).

Zuschauer: 58.500.

Tore: 0:1 Sánchez (5.), 1:1 T. Allofs (8.), 1:2 Asensi (34.), 2:2 Seel (41.), 2:3 Rexach (103.), 2:4 Krankl (111.), 3:4 Seel (114.).

Besonderes Vorkommnis: Daniel hält Foulelfmeter von Rexach (12.).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Als Fortuna den großen FC Barcelona forderte

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