Fortuna Düsseldorf: 3:3 beim FC Schalke 04

Schalke 04 - Fortuna 3:3 : Drei Treffer von Rouwen Hennings bringen Fortuna einen Punkt

Ein echtes Kampfspiel findet sein gerechtes Ende: Nach einer abwechslungsreichen und mitreißenden zweiten Hälfte holt Fortuna Düsseldorf ein 3:3 beim FC Schalke 04. Rouwen Hennings verbucht seinen ersten Dreierpack.

Ein spielerisches Feuerwerk war es lange Zeit nicht, was der FC Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf den 61.831 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena offerierten. Kämpferisch jedoch konnte es sich absolut sehen lassen, was die Teams vor allem nach der Pause auf den nassen Rasen brachten. Am Ende stand ein gerechtes 3:3, das so in der ersten Hälfte in keiner Weise abzusehen war. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel stemmte sich jedoch nach dem Wechsel mit aller Macht gegen eine Niederlage und profitierte vom Galatag des dreifachen Torschützen Rouwen Hennings. Es war der erste Dreierpack des 32-Jährigen in der 1. Bundesliga.

Die Düsseldorfer Anhänger hatten ein bewegendes Transparent mitgebracht. „Gelebt für Fortuna – gestorben als Derbysieger. Rest in Power, Socke“ stand darauf; es war dem bekannten langjährigen Fan Mike „Socke“ Lüdorf gewidmet, der am vergangenen Sonntag unmittelbar nach dem 2:0 gegen den 1. FC Köln im Alter von 56 Jahren einem Krebsleiden erlegen war. Auch in seinem Sinne inszenierten die mehr als 4000 angereisten Anhänger erneut einem lautstarken Support und boten damit den mehr als zehnmal so zahlreichen Schalkern häufig Paroli.

Auf dem Platz gelang das ihrer Mannschaft eine halbe Stunde lang ebenfalls recht ordentlich – was aber vor allem daran lag, dass dem FC Schalke nicht allzu viel einfiel, um die Gästeabwehr auseinanderzuhebeln. Diese stand gut geordnet in einer Fünfer-Formation mit den drei Innenverteidigern Kaan Ayhan, Andre Hoffmann und Kasim Adams. Das Problem war dabei allerdings, das die Düsseldorfer phasenweise etwas schlafmützig agierten, zu lange brauchten, bis sie den Ball an einen Mitspieler weiterleiteten.

So erhöhte sich nach und nach der Druck der beileibe nicht übermächtigen Schalker, und so fiel dann auch der Führungstreffer der Königsblauen: Kasim Adams war zu weit aufgerückt, Ex-Fortune Benito Raman setzte Daniel Caligiuri mit einem schönen Pass in Szene, und der frühere Kapitän ließ Zack Steffens im Fortuna-Kasten keine Chance. Erst danach wagten auch die Gäste sich mehr in die Offensive, doch zu mehr als einem Lupfer von Dawid Kownacki über die Latte und einen Kopfball Ayhans in die Arme von Keeper Alexander Nübel reichte es bis zur Pause nicht.

Immerhin entwickelte Fortuna dann mehr Zug zum Tor, kam auch gleich häufiger in ansatzweise gefährliche Situationen. Und auch eine zählbare Belohnung stellte sich ein: Schalkes Aushilfs-Innenverteidiger Weston McKennie unterlief im Strafraum ein Handspiel, das Schiedsrichter Robert Hartmann zwar übersah, nicht aber Videoassistent Benjamin Brand. Dieser beorderte Hartmann zur Überprüfung an die Seitenlinie, und der Allgäuer entschied zu Recht auf Strafstoß. Rouwen Hennings verwandelte eiskalt zum 1:1, erzielte damit zum siebten Mal in dieser Saison den ersten Fortuna-Treffer einer Partie.

Der erhoffte Punktgewinn war das jedoch noch lange nicht, weil die Funkel-Elf den Zwischenstand nur fünf Minuten lang hielt. Im Anschluss an die erst zweite Ecke der Platzherren verlor Adams ein Kopfballduell mit seinem Kontrahenten Ozan Kabak, und der wuchtete die Kugel zur erneuten Gelsenkirchener Führung ins Netz. Es folgte der beste Angriff des gesamten Spiels. Der drei Minuten zuvor eingewechselte Erik Thommy brachte den Ball schnell nach vorn, passte zu Kownacki, der nach einem kurzen Sprint wiederum Thommy auf dem rechten Flügel freispielte. Dessen Hereingabe verwertete Hennings zu seinem Saisontreffer Nummer acht – eine beeindruckende Zahl nach nur elf Spieltagen.

Doch die Blau-Weißen schlugen wieder zurück. Suat Serdar vollstreckte aus 18 Metern eiskalt und profitierte bei seinem 3:2 davon, dass Adams den Schuss unglücklich abfälschte. So wurde es ein gebrauchter Tag des Ghanaers, auch wenn er in dieser Szene viel Pech hatte. Der frühere Schalker Ayhan wollte sich jedoch mit der Niederlage partout nicht abfinden. Mit Riesen-Engagement setzte sich der Innenverteidiger vor dem Strafraum durch, lupfte den Ball präzise zu Hennings und der wiederum über Nübel hinweg ins Tor. 3:3 – der Wahnsinn hatte seinen Lauf genommen.

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(jol)
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