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Fortuna Düsseldorf: 2:3 gegen den SV Werder Bremen im ersten Heimspiel der Saison

2:3 gegen Werder Bremen : Fortunas letztes Aufgebot verpasst die Überraschung

Trotz des Ausfalls von vier Stammspielern lieferte Fortuna dem Bundesliga-Absteiger Werder Bremen einen heißen Kampf. In der an Dramatik nicht zu überbietenden Schlussphase glichen die Düsseldorfer zunächst zum 2:2 aus und verloren dann doch noch per Elfmeter.

Fortuna war durchaus dran an einem Punktgewinn. Viel fehlte nicht an einem solchen Teilerfolg gegen den SV Werder Bremen, der für den stark ersatzgeschwächten Gastgeber bereits ein Erfolg gewesen wäre. Doch vor 12.850 Zuschauern schlug das Pendel letztlich doch zugunsten des Bundesliga-Absteigers aus. Nach einer dramatischen Schlussphase ging der Sieg glücklich mit 3:2 an die Hanseaten.

Es war nicht nur sportlich ein ambitioniertes Vorhaben, dass die Fortuna da anging. Auch das Umsetzen der Hygieneverordnung musste fast zwangsläufig Probleme bereiten, da diese vorsah, nur 1000 nicht vollständig immunisierte Personen mit negativem Test ins Stadion zu lassen. Die Überprüfung brachte das Einlasssystem dann doch arg ins Wanken: Es ergaben sich sehr lange Schlangen, da schließlich auch die übrigen Zuschauer auf ihre Impfnachweise hin gecheckt werden mussten. Ungefähr 40 Minuten vor dem Anpfiff wurde der Druck dann immer größer, und eine 3G-Kontrolle fand kaum noch wirklich statt.

Problematisch war allerdings auch der Job von Trainer Christian Preußer. Bis zuletzt gab es zwar die Hoffnung, dass zumindest einer der drei angeschlagenen Spieler Shinta Appelkamp, Dragos Nedelcu und Marcel Sobottka würde spielen können – doch sie erfüllte sich nicht. Bei Nedelcu und Appelkamp reichte es wenigstens für die Bank, bei Sobottka nicht einmal dafür.

So war es dann so etwas wie das letzte Aufgebot der Düsseldorfer, dass sich da dem Bundesliga-Absteiger entgegenstellte. Schließlich war zuvor schon klar gewesen, dass Felix Klaus nach seiner kurzen Bewusstlosigkeit im ersten Saisonspiel in Sandhausen (2:0) nicht dabei sein konnte. Gleich fünf Änderungen in der Startformation: alles andere als der Normalfall nach einem Auftaktsieg.

Die Fans spürten, dass ihr gänzlich umformiertes Team Unterstützung brauchte und machten schon beim Einlauf der Mannschaften mächtig Alarm. Manch einer der Profis, die ja seit fast anderthalb Jahren keine Zuschauer mehr gewöhnt waren, wird bei diesem Lautstärkepegel Gänsehaut bekommen haben.

Doch nicht nur personell hatte Preußer umgestellt. Statt des in Sandhausen und schon in der Vorbereitung gewählten 4-3-3-Systems stellte der Coach seine Truppe auf ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Rouwen Hennings und Nicklas Shipnoski ein, Kapitän Adam Bodzek half in der Innenverteidigung aus. Das klappte offensiv sehr gut, da Fortuna nach der ersten Viertelstunde drei vielversprechende Chancen durch Khaled Narey, Edgar Prib und Jakub Piotrowski herausspielte. Es barg aber auch Risiken, da Werder mit seinem Dreier-Mittelfeld in der Zentrale mehrfach einen Spieler in Überzahl hatte.

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Und wie schon in Sandhausen gab Fortuna die stark begonnene Partie nach und nach aus der Hand; allerdings deutlich später und gegen einen viel besseren Gegner. Werders Führungstreffer durch Josh Sargents Schuss in der 39. Minute war somit nicht mehr überraschend, wenn auch beileibe nicht zwingend. Kastenmeier sah dabei nicht gut aus.

Von einer Entscheidung konnte jedoch absolut keine Rede sein. Vom Wiederanpfiff an war zu merken, dass das Düsseldorfer Rumpfteam sich einiges vorgenommen hatte, und diese Einstellung wurde durch den optimalen Start befeuert. Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, als Narey auf Hennings flankte und der Torjäger mit seinem dritten Saisontreffer den Ausgleich schaffte.

Vieles schien nun möglich, die Begegnung war wieder völlig offen. Und wer weiß, wie weh Fortuna dem Favoriten noch hätte tun können, wenn nicht Kastenmeier zum zweiten Mal gepatzt hätte, diesmal sogar richtig schwerwiegend. Der Keeper unterlief einen Eckball, obwohl dieser durch seinen Fünf-Meter-Raum segelte, und Sargent bedankte sich per Kopf mit dem 1:2.

Fortuna versuchte es weiter, schließlich sogar mit den eingewechselten Appelkamp, Dawid Kownacki, Leo Koutris und Lex-Tyger Lobinger als neuen Offensivkräften. Preußer riskierte alles, sein Team ebenfalls. Doch an diesem Abend, an dem der Einsatz jederzeit stimmte, die vielen Ausfälle aber einfach doch zu viel Qualität kosteten, sollte es nicht mehr reichen. Doch nach welcher Dramatik! Zunächst schaffte Narey in der Nachspielzeit den Ausgleich, dann pfiff Schiedsrichter Daniel Schlager nach einer Attacke Nareys gegen Felix Agu Strafstoß. Maximilian Eggestein verwandelte eiskalt zum glücklichen Sieg der Norddeutschen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Noten haben wir und die Fans den Fortunen gegeben