Fortuna Düsseldorf: 0:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen

0:3-Niederlage in Leverkusen : Fortuna verliert in Leverkusen und ist Letzter

Die Düsseldorfer steigern sich gegenüber dem 0:1 gegen Bremen vor acht Tagen deutlich, müssen sich den abschlussstärkeren Gastgebern aber dennoch mit 0:3 beugen. Am nächsten Samstag gegen Frankfurt steht der neue Tabellenletzte unter Erfolgsdruck.

Die Fans von Fortuna Düsseldorf hatten ein lautstarkes Aufwärmprogramm angekündigt – und zogen es auch durch. Weil Gastgeber Leverkusen ihnen das Mitbringen von Zaunfahnen verboten hatte, protestierten sie auf originelle und legale Weise: Ab 17.30 Uhr, also bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn, sangen sie fast pausenlos Fortuna-Lieder und verwandelten die Bayarena damit zumindest akustisch in ihr eigenes Stadion. Die Heimspielatmosphäre brachte sportlich jedoch nichts, zumindest vom Ergebnis her: Trotz einer deutlichen Leistungsssteigerung im Vergleich zum Rückrundenstart verloren die Düsseldorfer bei Bayer 0:3 und rutschten auf den letzten Tabellenplatz der Bundesliga ab.

Gegenüber der bitteren 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag gab es gleich mehrere Änderungen; allerdings nicht alle freiwillig. So blieb Adam Bodzek nicht etwa aus Leistungsgründen draußen, sondern wegen Adduktorenproblemen. „Der Muskel hat gestern im Training zugemacht“, berichtete der Routinier bei der Ankunft auf dem Stadionparkplatz. „Am Montag wird ein MRT gemacht, dann sehen wir weiter.“ Für Bodzek rückte Marcel Sobottka in die Startelf, zudem ersetzte dort Erik Thommy den polnischen Nationalstürmer Dawid Kownacki. Kevin Stöger musste dagegen weiter auf sein Comeback in der Anfangsformation warten.

Die auffälligste Neuerung bei den Düsseldorfern betraf ihr Outfit. Zum ersten Mal überhaupt liefen sie in den blauen Trikots auf, die erst kurz vor Saisonbeginn als viertes Set ins Programm aufgenommen worden waren. Doch ob es daran lag, dass Fortuna zunächst mit mehr Mut und besseren Entscheidungen als gegen Werder in die Partie ging, war doch eher zweifelhaft. Rouwen Hennings sowie abwechselnd Steven Skrzybski und Erik Thommy störten den Leverkusener Aufbau früh, Sobottka zeigte schnell, dass er auch in den kommenden Wochen eine echte Alternative im zentralen Mittelfeld sein wird.

Was jedoch weiterhin fehlte, war der letzte Zug zum Tor. So verzeichnete Bayer unter dem Strich in der ersten Hälfte doch die besseren Möglichkeiten und verdiente sich so die Führung durch Kai Havertz’ Kopfballtreffer (40.). Matthias Zimmermann störte Karim Bellarabi nicht ausreichend beim Flanken, und in der Mitte kam Markus Suttner gegen den Nationalspieler dann zu spät. Besonders ärgerlich aus Düsseldorfer Sicht, dass Thommy einige Minuten zuvor eine Riesenchance herschenkte, indem er dem bei einem Zwei-gegen-einen-Konter mitgelaufenen Skrzybski den Ball in den Rücken spielte. Kurz darauf hatte Thommy dann Pech, als er eine gefährliche Hereingabe von Suttner knapp verpasste. Auf der anderen Seite konnten die Düsseldorfer von Glück sagen, dass Bayers Nationalspieler Jonathan Tah statt des Fortuna-Gehäuses nur das Gesäß seines Mitspielers Kevin Volland traf.

Nach gut einer Stunde brachte Trainer Friedhelm Funkel Stöger für Fink, wenig später Kownacki für Skrzybski. Deutlich mehr Offensive also, und das passte zu dem, was die Zuschauer in der Viertelstunde seit dem Wechsel bereits angedeutet bekommen hatten. Fortuna spielte nun noch mutiger nach vorn, hatte durch Hennings auch zwei große Möglichkeiten – eine davon machte Bayers Torhüter Lukas Hradecky mit einer herausragenden Parade zunichte. Leverkusen blieb jedoch gefährlich, verzeichnete seinerseits durch den ganz starken Moussa Diaby zwei sehr gute Chancen.

Es war nun eine packende Begegnung, in der nichts mehr zu sehen war von der zögerlichen und fehlerhaften Fortuna der zweiten Hälfte gegen Werder, das sich in Sachen Qualität schließlich nicht mit Bayer 04 messen kann. Die Entscheidung fiel schließlich, als der ansonsten gute Torhüter Florian Kastenmeier einen Eckball von Kerem Demirbay unterlief und Andre Hoffmann am hinteren Pfosten das Duell mit dem Torschützen Lars Bender verlor. Kurz vor dem Ende legte Lucas Alario noch per Elfmeter nach einem dummen Foul von Zimmermann an Nadiem Amiri zum 3:0 nach. Die Gäste müssen nun versuchen, das Positive aus ihrem klar verbesserten Spiel mitzunehmen und gegen Frankfurt endlich auch in Punkte umzusetzen.

Statistik

Leverkusen: Hradecky - Lars Bender, Tah, Sven Bender, Sinkgraven - Baumgartlinger, Demirbay - Bellarabi (64. Bailey), Havertz, Diaby (76. Alario) - Volland (87. Amiri). - Trainer: Bosz

Düsseldorf: Kastenmeier - Matthias Zimmermann, Ayhan, Andre Hoffmann, Suttner - Sobottka - Skrzybski (65. Kownacki), Fink (63. Stöger), Morales, Thommy (87. Ampomah) - Hennings. - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Tore: 1:0 Havertz (40.), 2:0 Lars Bender (79.), 3:0 Alario (89., Foulelfmeter)

Beste Spieler: Diaby, Havertz - Thommy, Sobottka

Zuschauer: 26.250

Der Leverkusener Führungstreffer: Kai Havertz (29) springt höher als Fortunas Markus Suttner. Foto: AP/Martin Meissner

Gelbe Karten: - Andre Hoffmann (4), Kownacki (3), Hennings (3)

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leverkusen - Fortuna: die Bilder des Spiels