Fortuna Düsseldorf: 0:3 gegen Leipzig

Fortuna - Leipzig 0:3 : Fortuna geht gegen Leipzig erneut leer aus

Trotz eines frühen Rückstands nach nur 65 Sekunden verkaufen sich die Düsseldorfer lange Zeit teuer. Am Ende bringt ein äußerst umstrittener Handelfmeter beim 0:3 die Vorentscheidung.

Es bleibt dabei: Fortuna kann gegen Leipzig einfach nicht gewinnen. Im sogenannten „Bundesliga-Topspiel“ am Samstagabend unterlag die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel dem Champions-League-Achtelfinalisten 0:3, wodurch dieser zumindest über Nacht die Tabellenführung übernahm. Dabei zeigten die Düsseldorfer über weite Strecken allerdings eine deutlich bessere Leistung als zuletzt beim 0:5 in Dortmund und hatten beim letztlich entscheidenden 0:2 großes Pech: Der Handelfmeter, den Timo Werner verwandelte, war keinesfalls zwingend.

„Rouwen Hennings ist einfach ein Phänomen“, hat Fortunas Innenverteidiger Andre Hoffmann erst kürzlich über seinen Teamkollegen gesagt. „Er ist wahrscheinlich der einzige Spieler, den wir überhaupt nicht ersetzen können.“ Ausgerechnet gegen die vielleicht formstärkste Mannschaft der Fußball-Bundesliga war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem die Düsseldorfer ihren besten Torjäger ersetzen mussten: Eine Erkältung machte den Einsatz des 32-Jährigen, der in dieser Saison bereits zehnmal getroffen hatte, unmöglich. Ein zusätzlicher Haken an der Geschichte könnte freilich sein, dass Hennings die Nacht noch im Mannschaftshotel verbracht hatte – da bleibt aus Fortuna-Sicht nur zu hoffen, dass der Stürmer nicht ein paar Mitspieler angesteckt hat.

Doch nicht nur deswegen mischte Funkel seine Truppe mächtig durcheinander. Zwar ließ er wie erwartet mit einer Fünfer-Abwehrkette spielen, ersetzte aber darin etwas überraschend Kasim Adams durch Robin Bormuth. Vielleicht auch deswegen, weil der 24-Jährige der Schnellere der beiden ist und deshalb gegen die temporeichen Leipziger Angreifer geeigneter erschien. Marcel Sobottka kehrte ebenso in die Startelf zurück wie Dawid Kownacki und Nana Ampomah – unterm Strich also eine durchaus offensive und daher mutige Formation.

Bevor dies jedoch irgendwie zum Tragen kommen konnte, gingen die Gäste bereits in Führung. Gerade 65 Sekunden waren gespielt, da spielten sich die Sachsen in ungeheurer Geschwindigkeit durch die Abwehr. Konrad Laimer passte nach innen, und der tschechische Nationalspieler Patrik Schick machte das 0:1. Eine Parallele zum 0:4 gegen denselben Gegner Ende Januar, als die Partie nach drei schnellen Treffern bereits sehr früh entschieden war. Und für einen kurzen Moment war aus dem beschämend leeren Gästeblock – nur 800 Leipziger waren trotz des Samstagtermins angereist – sogar etwas zu hören.

Doch obwohl Fortuna den schweren Rucksack der 0:5-Niederlage in Dortmund mit sich herumschleppte und den frühen Rückschlag von Schicks Treffer hinnehmen musste, ließen sich die Gastgeber nur kurz schocken. Sicher, in mehreren Szenen ließen die Sachsen ihre Gefährlichkeit durchblicken und hatten auch die Chancen zum 0:2, doch Fortuna hielt immer besser dagegen. Mutig suchte sie ihre Möglichkeiten im Spiel nach vorn, wobei insbesondere die schnellen Außen Erik Thommy und Ampomah mit Spielwitz überzeugten. Auch Kownacki steigerte sich, und mit einem herrlichen Direktschuss an den rechten Innenpfosten hätte sich der polnische Nationalstürmer kurz vor der Pause beinahe dafür belohnt.

Eine knappe Viertelstunde lang hielten die Düsseldorfer die Partie weiter offen, deuteten weiter an, dass sie keineswegs gewillt waren, den hochfavorisierten Gästen die Punkte kampflos zu überlassen. Dann jedoch warf sie eine äußerst umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Robert Hartmann in Kombination mit Videoassistent Markus Schmidt vorentscheidend zurück. Nach einem strammen Schuss von Lukas Klostermann bekam Kaan Ayhan den Ball im eigenen Strafraum an den angelegten Ellbogen. Nach den Regeln kein Elfmeter also – doch Hartmann entschied anders, und Timo Werner nutzte die Strafstoßchance zum 0:2 (58.).

Anders als in Dortmund brach Fortuna zwar nicht ein, doch ihren Offensivbemühungen war der Zahn gezogen. Obendrein patzte der zuvor sehr starke Torhüter Zack Steffen bei Nordi Mukieles Kopfball zum 0:3, und Adam Bodzek sah die fünfte Gelbe Karte. In den ausstehenden beiden Begegnungen bis zur Winterpause steht die Funkel-Elf nun unter Erfolgsdruck: Am Dienstag (20.30 Uhr) beim FC Augsburg und am Sonntag, 22. Dezember (15.30 Uhr), zu Hause gegen Union Berlin müssen noch Punkte her, wenn der Abstand auf Platz 15 nicht zu groß werden soll.

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