Fortuna Fortuna-Clubheim wird Turek-Haus

Düsseldorf · Nach jahrelangen Diskussionen wird Toni Turek ein ehrenvolles Andenken bereitet. Sein Ex-Verein Fortuna Düsseldorf benennt die Geschäftsstelle am Flinger Broich nach dem Weltmeister. Der Club bemüht sich, am 18. Januar eine Feierstunde auszurichten. An dem Tag würde Turek 93 Jahre alt.

 Die Geschäftsstelle der Fortuna am Flinger Broich.

Die Geschäftsstelle der Fortuna am Flinger Broich.

Foto: Hans-Juergen Bauer

Der Witwe von Toni Turek war es nicht mehr vergönnt, den großen Tag für ihren Mann mitzuerleben. "Meine Mutter ist Heiligabend gestorben", sagte gestern Hans Jürgen Turek, der Sohn des WM-Torhüters von 1954. In die Trauer mischt sich allerdings auch Freude. Denn die Familie ist glücklich, dass dem 1984 verstorbenen Fußballweltmeister nach Jahren ergebnisloser Diskussionen nun endlich doch noch ein würdiges Andenken in Düsseldorf zuteil wird. Tureks Ex-Verein Fortuna hat entschieden, die Geschäftsstelle am Flinger Broich in "Toni-Turek-Haus" umzubenennen.

"Wir bemühen uns zurzeit, dies im Rahmen einer Feierstunde am 18. Januar zu tun", sagte gestern Fortuna-Aufsichtsratsmitglied und Grünen-Ratsherr Günter Karen-Jungen. An diesem Tag würde Toni Turek 93 Jahre alt — und der Fußball-Zweitligist will den Geburtstag seines berühmtesten Spielers dazu nutzen, eine Gedenktafel mit dem Namen des ehemaligen Weltklasse-Torhüters am Vereinsheim anzubringen.

Nachdem in den zurückliegenden Monaten mehrere aktuelle und ehemalige Fortuna-Spieler eine Ehrung gefordert hatten und sich zuletzt auch Horst Eckel, Tureks Mannschaftskamerad bei der WM 1954, in der RP für eine Würdigung stark machte, nahm sich Günter Karen-Jungen der Sache an. "Da die Familie keine Ehrung durch die Stadt wollte, war klar, dass der Verein handeln musste", sagte Karen-Jungen gestern.

Nach Gesprächen mit Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU), Fortuna-Präsident Peter Frymuth sowie einem Vertreter des Düsseldorfer Rechtsamts wurde schließlich die Entscheidung getroffen, das Fortuna-Vereinsheim am traditionellen Sitz des Clubs am Flinger Broich nach Turek zu benennen. Das Gebäude ist zwar im Besitz der Stadt, wird aber von der Fortuna seit vielen Jahren als Geschäftsstelle und Treffpunkt genutzt. "Auch Toni Turek war oft dort", sagte Günter Karen-Jungen.

Zuletzt musste von der städtischen Verwaltung nur noch geprüft werden, ob für die Umbenennung eine formale Entscheidung der Stadt nötig sein würde. "Dies ist aber nicht der Fall", sagte Ratsherr Karen-Jungen, der sich freut, dass die Diskussion um ein ehrenvolles Gedenken an Toni Turek nun zu einem Abschluss gekommen ist.

Die Familie des Fußball-Weltmeisters reagierte gestern mit Erleichterung und Genugtuung auf die Entscheidung. "Es ist immer unser Wunsch gewesen, dass der Verein etwas unternimmt", sagte Sohn Hans Jürgen Turek im Gespräch mit unserer Zeitung. Nachdem die Stadt mit zwei Versuchen gescheitert war, eine Straße oder einen Platz nach Turek zu benennen, hatte die Familie erklärt, keinen Wert mehr auf eine Würdigung seitens der Stadt zu legen.

Der Torwart hatte von 1950 bis 1955 für Fortuna gespielt und in dieser Zeit mit dem Gewinn des WM-Titels den größten sportlichen Erfolg gefeiert. Die Familie wird bei der Umbenennung des Vereinsheims dabei sein, auch wenn die Trauer groß ist, dass die Witwe des Torwarts die Würdigung ihres Mannes nicht mehr erleben kann.

(RP/anch)