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Florian Kastenmeier: Der Torwart von Fortuna Düsseldorf über Manuel Neuer vom FC Bayern München

„Nah an der Perfektion“ : Fortunas Kastenmeier schwärmt von Bayern-Torwart Neuer

Florian Kastenmeier will auch in der neuen Saison wieder die Nummer eins bei Fortuna Düsseldorf werden. Dazu muss er sich zunächst im Duell mit Raphael Wolf durchsetzen. Wenn er über Champions-League-Sieger Manuel Neuer redet, gerät der 23-Jährige ins Schwärmen.

Manuel Neuer ist der beste Torwart der Welt. Eine Erkenntnis, an der es für die allermeisten Fachleute schon immer wenig Zweifel gab. Spätestens seit dem Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain ist noch einmal aufgefrischt worden, was den Schlussmann des FC Bayern München auszeichnet. Davon konnte sich auch noch einmal Florian Kastenmeier überzeugen. Kastenmeier ist 23 Jahre alt und bewirbt sich erneut als Nummer eins im Kasten von Fortuna Düsseldorf. Einem Zweitligisten. Kastenmeier kann auf 1535 Minuten Erfahrung in der Bundesliga verweisen, bei Neuer sind es 36.315. Was die beiden verbindet? Überraschung – ihre Leidenschaft fürs Torwartspiel. Dementsprechend schaut sich Kastenmeier Fußballspiele auch mit einem besonderen Blick an.

So auch das CL-Finale. Da hatte Neuer seinen Kasten sauber halten können und wurde hernach als unbezwingbare Wand gefeiert. Doch wie beurteilt ein Kollege die Leistung, fernab von Schwärmerei ganz sachlich als Profi? Das wollte unsere Redaktion in einem Mediengespräch von Kastenmeier wissen. Die Frage: „Wenn Sie das Torwartspiel von Manuel Neuer anschauen, sagen Sie, das ist nah an Perfektion, oder gibt es da aus Ihrer fachlichen Sicht noch ein paar Kritikpunkte anzubringen?“ Kastenmeier macht eine kurze Pause. Er ahnt wohl schon, dass seine Antwort für Verwunderung sorgen kann, weil er nicht aus seiner Haut kann, wenn er über das spricht, was ihn 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche beschäftigt. Kurze Pause, dann fängt er an zu kichern und sagt fast verlegen: „Es ist schon nahe an der Perfektion, aber natürlich kann man darüber streiten, dass er ein paar Bälle hält, weil er sie hält, aber die Technik ist eine ganz andere. Aber er hält sie halt einfach. Er hat alles gehalten, was es zu halten gibt. Aber rein fachlich und technisch hat er schon das ein oder andere Manko. Aber solange er die Dinge hält und Welttorhüter wird, was will man da groß meckern?“

Kastenmeiner meldet sich mit emotionalem Post zu Wort

Häme oder Respektlosigkeit? Fehlanzeige. Einfach die ehrliche Einschätzung eines Fachmannes über die Leistung eines Berufskollegen, der nach konkreten Details gefragt wurde und dem das gewohnte Pauschallob für den besten Keeper der Welt deshalb zu billig wäre. Mittlerweile hat sich auch der Torwart zu Wort gemeldet. Auf Instagram schreibt er: „Ich möchte hiermit klar und deutlich sagen, dass es mir fernliegt, den besten Torwart der Welt zu kritisieren.“ Und weiter: „Wer bin ich denn, dass ich mich über unseren Weltmeister, zweifachen Champions-League-Sieger. achtfachen Deutschen Meister und Welt-Torwart äußere? Ich bin weder abgehoben noch in der Position, andere Spieler pauschal zu bewerten.“

Für Kastenmeier geht es nun allerdings um ganz andere Themen. Cheftrainer Uwe Rösler hat den Kampf ums Tor beim Zweitligisten ordentlich angeheizt, er will ein hartes Duell zwischen Kastenmeier und Wolf sehen. Von Kastenmeier erwartet er, sich dem Druck zu stellen. Kastenmeier wähnt sich in der besseren Ausgangsposition. „Weil ich auf Spielpraxis verweisen kann“, sagt er. „Aber natürlich ist das am Ende die Entscheidung des Trainers. Mein Ziel ist es, in jedem Training zu zeigen, was ich kann und mich ständig zu verbessern.“ Es ist ohnehin ein rasanter Aufstieg des 23-Jährigen gewesen. Er kam aus der Regionalliga-Mannschaft des VfB Stuttgart nach Düsseldorf. Aufgrund des Verletzungspechs seiner Kollegen, stand er plötzlich in der Bundesliga im Tor. Seine Leistungen waren gut, wenngleich er sich selten als Matchwinner auszeichnen konnte. Vielleicht auch ein etwas vermessener Anspruch, da er überhaupt keine Zeit hatte, sich zu entwickeln.

Rösler braucht zwei starke Torhüter. „Ich hoffe, dass sie sich gegenseitig pushen und sich beide als Nummer eins sehen“, sagt der Cheftrainer. „Ich will auch bei den Torhütern einen Konkurrenzkampf sehen, wie wir ihn auf jeder anderen Position auch haben.“