Fortuna: Fink - Fortunas Unglücksrabe

Fortuna: Fink - Fortunas Unglücksrabe

Beim 1:1 in Karlsruhe hatte Mittelfeldspieler Oliver Fink zwei große Chancen zur Führung, vergab aber zweimal. Stattdessen traf Abwehrspieler Christian Weber ins eigene Tor. Der eingewechselte Marcel Gaus rettete das Remis.

Es war nicht der Tag für Serienfreunde. Alles schien möglich in Fortunas Zweitliga-Gastspiel beim Karlsruher SC, nur kein Unentschieden: 17 Mal in Folge, also seit dem 25. Oktober 2009, hatte es in den Partien der Badener Fußballer immer einen Sieger gegeben - doch von den Düsseldorfern trennten sie sich 1:1. Zugleich beendete Marcel Gaus mit seinem Ausgleichstreffer zwei weitere ungeschriebene Gesetze: Nach 402 torlosen Minuten traf Fortuna endlich wieder ins gegnerische Netz, und zum ersten Mal seit vier Monaten war ein anderer Düsseldorfer als Martin Harnik auf fremden Plätzen erfolgreich.

Beide Teams schnitten im Wildparkstadion also nach Kräften alte Zöpfe ab, doch ein wesentlicher für die Gäste war nicht darunter. In puncto Chancenverwertung spielten sie zum Leidwesen ihrer fast 2000 mitgereisten Fans das alte Lied. Fünf gute Möglichkeiten erarbeitete sich die Truppe von Trainer Norbert Meier in den ersten 16 Minuten, darunter zwei glasklare. Das wichtige und zu diesem Zeitpunkt auch hochverdiente 0:1 resultierte daraus jedoch nicht.

Oliver Fink, schon die ganze Saison über ein Muster an Zuverlässigkeit, Zweikampfstärke und Vielseitigkeit, spielte dabei die Rolle des Unglücksraben. Gerade 200 Sekunden waren vorüber, als er nach glänzender Vorarbeit des ansonsten enttäuschenden Martin Harnik eine große Kopfballchance ungenutzt ließ. Und zwölf Minuten später kam es noch dicker, denn der frühere Unterhachinger drosch den Ball nach einem kapitalen Schnitzer von KSC-Keeper Markus Miller freistehend über den Kasten.

Für Meier waren dies die Schlüsselszenen der Partie, die nach Finks zweiter Situation unerklärlicherweise kippte. "Kein Vorwurf an Finki, er ist ein ganz wichtiger Mann für uns, ein Klassejunge und Schwiegermutters Liebling", dichtete der Coach kreativ. "Aber gerade weil er für uns schon so viel geleistet hat, muss er auch mal abkönnen, wenn er jetzt eins auf die Zwölf bekommt. Die Dinger muss er einfach machen, da fehlte ihm die Galligkeit, da fehlte der absolute Wille, das Ding ins Tor zu kriegen", führte Meier weiter aus.

Zum Glück für die Gäste fehlte nicht der Wille, das äußerst unglücklich zustandegekommene Führungstor des KSC zu egalisieren. Irgendwie hatte Christian Weber seine Beine nicht aus dem Weg bekommen, als Gaetan Krebs nur 50 Sekunden nach Wiederanpfiff in die Mitte flankte - und so überwand der Rechtsverteidiger seinen eigenen Torhüter Michael Ratajczak. Einem Karlsruher wäre das an diesem überragenden Tag "Ratas" vermutlich nicht gelungen. Das Erfolgserlebnis des 20-jährigen Gaus nach herrlichem Pass von Sebastian Heidinger rettete die Stimmung auf der Rückfahrt. Und es belohnte Fortuna "dafür, dass die Mannschaft sich gewehrt hat und dass sie zurückgekommen ist", wie ihr Trainer befand.

Karlsruher SC - Fortuna 1:1

Karlsruhe: Miller - Zimmermann, Sebastian Langkamp, Matip, Demirtas - Aduobe (57. Engelhardt), Stindl - Iaschwili, Anton Fink (75. Rupp), Krebs - Chrisantus. - Trainer: Schupp

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Langeneke, Anderson, van den Bergh - Costa (60. Gaus) - Oliver Fink, Christ, Heidinger (88. Sieger) - Oehrl (60. Zoundi), Harnik. - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Tore: 1:0 Weber (46., Eigentor), 1:1 Gaus (68.)

Zuschauer: 16.473

Beste Spieler: Demirtas, Iaschwili - Ratajczak, Anderson

Gelbe Karten: Stindl (5) - Weber (5/1), Harnik (3), Heidinger (2)

(RP)
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