Fakten zum DFB-Pokalspiel SSV Ulm - Fortuna Düsseldorf: Fünf Dinge, die Fortuna aus Ulm mitnehmen kann

Fakten zum Spiel : Fünf Dinge, die Fortuna aus Ulm mitnehmen kann

Der 5:1-Sieg beim Viertligisten war wichtig für die Moral der Mannschaft. Aber es gab noch weitere bedeutsame Erkenntnisse. Wir haben die fünf wichtigsten Fakten zum Spiel zusammengestellt.


1. Fortunas Mannschaft hat Charakter

Es war eine kritische Situation. Oder, wie Trainer Friedhelm Funkel es nannte, „ein Schlag ins Kontor“. Wenn eine Fußballmannschaft fünfmal in Folge verloren hat, dann hat das Selbstvertrauen gelitten – so sehr man sich auch selbst vom Gegenteil überzeugen will. Umso höher ist es zu bewerten, dass Fortuna sich nach dem katastrophalen Auftakt im Donaustadion von Ulm nur kurz schütteln musste. 1:0 für den Viertligisten nach 13 Sekunden, wenig später sogar die gute Chance zum 2:0 – da muss man erst einmal zurückkommen. Der Bundesliga-Aufsteiger tat das bemerkenswert schnell, glich nach einer Viertelstunde aus, führte nach 32 Minuten und ging mit einem 4:1 in die Pause. Das verdient Respekt und entzündet einen Hoffnungsschimmer für die Bundesliga.

2. Trainer Funkel ist kein Schönredner

Der erfahrene Chefcoach hätte die Gunst der Stunde nutzen und Sprüche klopfen können – dass er immer gewusst habe, was in der Mannschaft stecke oder dass die bösen Medien die Krise erst heraufbeschworen hätten. Funkel erlag in Ulm dieser Versuchung nicht, mahnte vielmehr, dass niemand das 5:1 beim Viertligisten überbewerten solle. „Das ist kein Maßstab für die Bundesliga“, merkte er an, und: „Erst am Sonntag in Mönchengladbach werden wir sehen, was die Leistung jedes Einzelnen wert ist.“ Das ist wohltuend ehrlich und erhöht den Wert seiner Aussagen, wenn er die Mannschaft nach Niederlagen in Schutz nimmt.


3. Lukebakio lernt, worauf es ankommt

Friedhelm Funkels größte Sorge nach dem Spiel war, dass nun alle Welt den belgischen Angreifer Dodi Lukebakio in den Himmel loben werde. „Er hat gut gespielt, aber es muss ja auch der Anspruch eines Bundesligisten sein, bei einem Viertligisten deutlich zu gewinnen“, relativierte Funkel. Dennoch: Das Ballgefühl, das der 21-Jährige beim 3:1 bewies, und die Dynamik seiner Vorstöße beeindruckten. Am wichtigsten aber war, dass die Leihgabe des FC Watford hervorragend nach hinten absicherte und ein gutes Auge für die Defensive bewies. Das zeigt, dass Lukebakio lernt, worauf es ankommt, wenn er ein richtig Guter werden will. Er ist auf dem Weg dazu.


4. Die Defensive hat immer noch Probleme

Niko Gießelmann hatte auf der linken Abwehrseite einen rabenschwarzen Tag erwischt und wusste das auch selbst. Bei der Rückkehr vom Feiern mit den Fans ging der Ex-Fürther – der unter anderem mit einem derben Aussetzer das frühe 0:1 eingeleitet hatte – kopfschüttelnd und mit einem bittersüßen Lächeln in die Kabine. „Die Mannschaftskollegen haben Niko heute sehr geholfen“, befand auch Trainer Funkel. Doch nicht nur der sonst so zuverlässige Gießelmann hatte Probleme. Innenverteidiger Robin Bormuth wirkte nicht so gefestigt wie gegen Wolfsburg, die gesamte Defensive ließ sich von der aggressiven Anfangsphase der Ulmer gehörig unter Druck setzen. Das muss am Sonntag besser werden, sonst nutzen die starken Gladbacher solche Unzulänglichkeiten gnadenlos aus.


5. Endlich wieder Achtelfinale

Zum ersten Mal seit der Saison 2012/13, als Fortuna in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Wacker Burghausen 1:0 gewann und in der zweiten den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach mit 1:0 nach Verlängerung aus dem Rennen warf, haben die Düsseldorfer wieder das Pokal-Achtelfinale erreicht. Damals bedeutete es die Endstation für das von Norbert Meier trainierte Team, das beim Drittligisten Kickers Offenbach 0:2 unterlag und so verpasste, im Wettbewerb zu überwintern. Diesmal ist das Überwintern inklusive, denn die Runde der letzten 16 wird erst am 5./6. Februar gespielt. Ihren Gegner erfährt Fortuna am Sonntag, wenn ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau die Lose gezogen werden. Als Glücksfee wird Serdal Celebi fungieren, der kürzlich als erster Blindenfußballer das „Tor des Monats“ erzielte.

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