Ex-Profi Sinkiewicz zwischen Kreisliga und Regionalliga

Fußball : Ex-Profi Sinkiewicz zwischen Kreisliga und Regionalliga

(td) Der Sonntagmittag ist stringent durchgeplant. Aber genau so, dass alles hinhaut. „Um 14 Uhr“, berichtet Lukas Sinkiewicz, „waren wir zum Mittagessen bei der Schwiegermutter. Und um 14.45 Uhr bin ich dann zum Spiel gefahren.“ Denn seit Jahresbeginn steht der ehemalige deutsche Nationalspieler ab und an wieder selbst auf dem Platz: für den Kölner Stadtteilklub SV Lövenich-Widdersdorf in der Kreisliga A. Am Sonntag ist er pünktlich zur zweiten Hälfte da und wird eingewechselt – wie abgesprochen.

„Für mehr reicht es nicht“, sagt Sinkiewicz. Immerhin: Gegen Tabellenführer VfL Sindorf erzielt er beim 5:5 ein Tor.

Erstmals seit knapp drei Monaten konnte der Ex-Profi, der nun seit knapp anderthalb Jahren Co-Trainer von Fortunas Regionalliga-Fußballern ist, dem A-Ligisten wieder helfen. Ein Leistenbruch hatte ihn außer Gefecht gesetzt. „In dieser Zeit konnte ich kein Sport machen, und dann wächst der Bauch sehr schnell raus“, sagt er und lacht. Einmal pro Woche trainiert Sinkiewicz mit, mehr lassen sein Zeitplan und das Familienleben – der 34-Jährige ist Vater von drei Kindern – nicht zu.

Dass er für Widdersdorf noch einmal die Schuhe schnürt, hat einen Grund. „Ich wohne in Widdersdorf und kann mit dem Rad zum Sportplatz fahren.“ Ursprünglich hatte er sich nur bei den Alten Herren des Klubs fithalten wollen. Doch dann hat der Trainer des A-Liga-Teams gefragt, ob er aushelfen kann. Der gebürtige Pole sagte zu und absolvierte bisher sechs Partien.

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf seiner Tätigkeit als Assistenzcoach der „Zwoten“. In selber Funktion war er einige Spiele lang bei der U21 des 1. FC Köln tätig, bevor ihn Frank Schaefer, Chef von Fortunas Nachwuchsleistungszentrum, nach Düsseldorf lotste. Am Mittwoch (19 Uhr, Franz-Kremer-Stadion) trifft Sinkiewicz nun mit den Flingernern auf seinen alten Klub. „Köln hat eine gute Mannschaft. Aber ich hoffe trotzdem, dass wir Punkte mitnehmen können“, sagt er. Die vergangenen Wochen liefen für „Zwote“ zwar holprig, doch immerhin zeigte die Formkurve beim 0:1 gegen Rot-Weiss Essen leicht nach oben.

Wie es für Sinkiewicz persönlich weitergeht, weiß er noch nicht ganz. Kürzlich hat er die A-Lizenz erworben und peilt nun die Ausbildung zum Fußballlehrer an. „Vielleicht bewerbe ich mich jetzt schon, vielleicht aber auch erst nächstes Jahr.“