Eintracht Frankfurt - Fortuna Düsseldorf: Jean Zimmer wird bepöbelt

Fortuna-Profi : Frankfurt-Fans drohen Jean Zimmer

Fortunas Jean Zimmer hat offen über seine Abneigung gegen Eintracht Frankfurt gesprochen. Die Fans von Düsseldorfs nächstem Gegner finden das gar nicht lustig. Im Internet entlädt sich der Hass.

Am Freitagabend spielt Fortuna Düsseldorf bei Eintracht Frankfurt. Für Außenverteidiger Jean Zimmer wird es ein besonders heißes Duell, denn er trifft auf einen ungeliebten Gefährten alter Tage: Der Rechtsverteidiger wurde in Kaiserslautern zum Fußballprofi ausgebildet. Dort kann man die Eintracht gar nicht leiden. Die beiden Klubs sind Rivalen. Und Zimmermann hat vor dem Duell noch Öl ins Feuer gegossen. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte er, er brauche keine Extramotivation gegen diesen Gegner: „Ich mag sie auch nicht“, stellte Zimmer klar.

Den Frankfurter Fans passen diese forschen Töne gar nicht. Bei Facebook bepöbeln und bedrohen sie Zimmer, der zur vergangenen Saison zunächst auf Leihbasis zur Fortuna kam und später für eine Ablöse von 900.000 Euro fest vom VfB Stuttgart verpflichtet wurde. „Komm Du mal nach Frankfurt Du Lauterer Bauer! Wir werden Dir mal zeigen was wir von deinen Aussagen halten...“, schreibt ein Kommentator unter ein Foto, das Zimmer mit seiner Freundin bei einem Konzert der Toten Hosen in der Düsseldorfer Arena zeigt. Ein anderer Eintrag schließt mit den Worten „R.I.P. Herr Zimmer. 19.10.18.“ Die Abkürzung steht für „Rest in peace“, zu Deutsch: Ruhe in Frieden - eine Grabinschrift.

Trotz seiner Abneigung hat Zimmer sportlich Respekt vor den Frankfurtern. „Sie bringen eine brutale Mentalität auf den Platz. Das haben sie aus dem letzten Jahr in die neue Mannschaft transportiert. Von daher wird es dort sehr schwer. Die Zuschauer können da auch etwas ausmachen“, sagt Zimmer. „Sie haben bewiesen, dass sie Qualität haben. In der Europa League gewinnst du auch nicht so einfach mal.“ Die Frankfurter spielen in dieser Saison international, nachdem sie in der vergangenen Saison den DFB-Pokal geholt hatten.

Auch Trainer Friedhelm Funkel warnt: „Die Eintracht zeichnet eine große Laufbereitschaft und ein schnelles Umschaltspiel aus. Sie haben mit Luka Jovic und Sebastian Haller hervorragende Offensivspieler, auch Filip Kostic blüht gerade wieder richtig auf.“ Für Funkel ist die Reise nach Hessen eine in die eigene Vergangenheit: Funkel war fünf Jahre lang Trainer in Frankfurt. „Das war eine tolle Zeit“, sagt Funkel. „Es gibt im Profifußball nicht mehr viel Besonderes für mich. Die Rückkehr nach Frankfurt ist es definitiv. Es ist toll, viele bekannte Gesichter wiederzusehen.“ Anpfiff ist am Freitagabend um 20.30 Uhr.

(sef)
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