Düsseldorf: Als Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp Fortuna Düsseldorf beleidigte

Schwerer Stand bei Fans: Als Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp Fortuna Düsseldorf beleidigte

„Oder wollen wir jetzt Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga holen?“ - Auch zehn Jahre danach wird Dietmar Hopp diese Äußerung noch nachgetragen. Die TSG trifft am Samstag auf die Fortuna.

Manche Sätze wird man einfach nicht mehr los. Fortunas Fans denken so beim Namen Dietmar Hopp immer noch an den Mai 2008 zurück. Damals stellte der Gründer der Software-Firma SAP in einem Interview, als er seine TSG Hoffenheim gegen die Fußball-Traditionalisten verteidigen wollte, die rhetorische Frage: „Oder wollen wir jetzt Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga holen?“ Mittlerweile hat sich Hopp für diesen Satz mehrfach entschuldigt, und Fortuna ist sogar schon zweimal in die Bundesliga zurückgekehrt.

Wenn sich die Düsseldorfer am Samstag wieder mit Hoffenheim duellieren, hat sich eines dennoch nicht grundlegend geändert: Der Klub aus dem Kraichgau und ihr Mäzen Hopp sind beim harten Kern der Fans immer noch kein gern gesehener Gast.

Für viele Anhänger deutschlandweit hielt mit Hopps Hoffenheim endgültig der Kommerz Einzug in die Bundesliga. Der Vorwurf vereinfacht dargestellt: Ein Milliardär nutzt sein außerhalb des Fußballs verdientes Geld, um damit im Fußball seinem Heimat-Dorfverein zu Glanz und Gloria zu verhelfen. Immerhin: Der Einsatz des mittlerweile 78-Jährigen hat sich jedenfalls gelohnt. Die TSG Hoffenheim nimmt in dieser Saison erstmals an der Gruppenphase der Champions League teil.

Besonders die Anhänger von Traditionsvereinen begegnen Dietmar Hopp im Stadion oftmals mit blankem Hass, den sie auf Spruchbändern und mit Sprechchören kundtun. Zuletzt hatte Hopp Anzeige wegen Beleidigung erstattet und damit einen Fan des 1. FC Köln auf die Anklagebank gebracht, der einem Urteil nur entging, weil ihn eine Haftstrafe in einem anderen Prozess erwartet. Die Kölner Ultras hatten Hopp aufgrund der NS-Vergangenheit seines Vaters in die Nähe zur AfD gerückt. „Das Stadion ist kein rechtsfreier Raum“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Schorn dazu.

Da ist es für Hopp sicherlich auch nur ein schwacher Trost, dass der absolute Retortenklub RB Leipzig ihn und Hoffenheim mittlerweile als Feindbild Nummer eins im deutschen Fußball überholt hat.