Fortuna Düsseldorf: "Die Stadt ist rot-weiß, sie atmet Fortuna"

Fortuna Düsseldorf: "Die Stadt ist rot-weiß, sie atmet Fortuna"

Fortunas neuer Co-Trainer Joti Stamatopoulos spricht nach einer Woche Arbeit bei seinem neuen Klub mit großem Enthusiasmus von seinem Job.

"Die Stadt ist rot-weiß, sie atmet Fortuna. Das spüre ich jeden Tag, seit ich hier bin. Ich bin sehr guter Dinge." Mit Hingabe und Herz ist der 49-Jährige dabei, der zuletzt Assistenzcoach beim griechischen Traditions-Fußballverein PAOK Saloniki war. Bei den Rot-Weißen hat er einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Der Kölner identifiziert sich bereits voll mit seinem neuen Klub. Dass er in Düsseldorf gelandet ist, nennt er eine "glückliche Fügung. Mein Vertrag bei PAOK lief aus, und Fortuna suchte einen Co-Trainer. Etwas Schöneres, als hier zu arbeiten, kann ich mir gerade nicht vorstellen. Fortuna ist für mich eine Topadresse. Wenn man die Möglichkeit hat, da zu arbeiten, dazu mit einer Person, die man lange kennt und der man vertraut - dann muss man nicht lange überlegen."

Sein Vorgänger Uwe Klein arbeitete zwölf Jahre bei Fortuna. "Das kann ich mir auch gut vorstellen", sagt der Deutsch-Grieche. "Ich hätte nichts dagegen, das wäre ein echtes Privileg. Fortuna ist ein großer Klub mit einer familiären Atmosphäre." Froh ist er, dass er nach acht Jahren in Griechenland wieder zurück bei der Familie in Deutschland ist, bei seiner Frau Pelin und seinem 15 Monate alten Sohn Niko.

Stamatopoulos war zu seiner Aktivenzeit Anfang der 90er Jahre bei Fortuna Köln auf dem Sprung zum Profi, doch bereits mit 28 sorgte eine hartnäckige Knieverletzung für das Karriereende. Bekannt wurde er als "Hausmeister Joti" in der Jugend-Fernsehsendung "Fujuma" im DSF, dem heutigen Sport 1. Dort führte er von Dezember 2001 bis Mitte 2006 an der Seite von Tony Baffoe mit Bundesliga-Stars Fußball-Tricks vor. "Wir wollten die Playstation-Generation auf den Bolzplatz bringen. Das war eine wichtige und schöne Zeit, ich werde heute noch auf der Straße erkannt", sagt er. Er hatte damals Spieler wie Schweinsteiger, Podolski, Lahm und Gomez zu Gast. Parallel arbeitete er damals schon als Trainer. Die Fußballlehrer-Lizenz erwarb er 2001 mit nur 29 Jahren.

Die Rolle als "Hausmeister Joti" war für ihn der Startschuss der Trainerkarriere. Schnell machte er sich einen Namen. Unterstützt wurde er dabei von seinem Ziehvater Erich Rutemöller ("er war immer ein väterlicher Freund für mich"). Der Durchbruch gelang ihm während der zweieinhalb Jahre als Assistent von Ewald Lienen beim griechischen Erstligisten Panionios Athen. Stamtopoulos kann viele interessante Geschichten aus dieser Zeit und vom Temperament der Griechen erzählen. Einmal flog ein Stein durch die Frontscheibe des Busses und traf Lienen am Brustkorb. Seit der Entlassung von Huub Stevens war er dann bis zum Frühjahr Assistent bei PAOK.

Fußball ist für den temperamentvollen, sehr zurückhaltenden und höflichen Mann "eine positive Droge, von der du nicht mehr loskommst", wie er sagt. Für ihn stand früh fest, dass er im Fußball arbeiten möchte. "Nachdem es als Spieler nicht geklappt hatte, stand ich kurz vor dem Abschluss meines Jurastudiums. Da kam das Angebot von Fujuma. Es hat mein Leben verändert." Bereut habe er den Schritt nie. Gelernt habe er auf all seinen Stationen, auch viel Zwischenmenschliches. "Das Allerwichtigste: Es bedarf gegenseitigen Respekts, um ein Team führen zu können."

Für seine Arbeit bei Fortuna hat er sich vorgenommen, die Menschen in Düsseldorf nicht zu enttäuschen. "Ziel muss es sein, sie an den Wochenenden mit Siegen und guten Leistungen wieder in die Arbeitswoche zu schicken."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Trainingslager Langeoog: Dritter Tag

(jan)
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