Fortuna: Der Bulle bewegt sich

Fortuna : Der Bulle bewegt sich

Die Gerüchte um einen möglichen Einstieg des Getränkeherstellers Red Bull beim Fußball-Regionalligisten verdichten sich. Das Unternehmen bestätigte Überlegungen, während der Widerstand in Deutschland schwindet.

Lange hatte man nichts mehr von einem möglichen Engagement des Getränkeriesen Red Bull beim Fußball-Regionalligisten Fortuna gehört. Nun ist überraschend Bewegung in die Sache gekommen. "Es ist richtig, dass es bei uns im Haus Überlegungen gibt, einen deutschen Klub, der derzeit in der 3. oder 4. Liga spielt, auf seinem Weg in die Bundesliga zu begleiten”, verrät Sprecherin Christina Sponer auf RP-Anfrage. "Aber ob dies überhaupt, ob in Leipzig, Düsseldorf oder anderswo stattfinden wird, darüber konkret zu reden ist es noch zu früh.”

Noch im November 2006 hatte sie Überlegungen in Richtung Düsseldorf dementiert. Firmenboss Dietrich Mateschitz, der bereits in Österreich mit Salzburg und den USA mit New York zwei Vereine nach seinem Gusto formte, stellt bei seinen Einstiegen stets zwei entscheidende Bedingungen: die Mehrheit im Klub sowie die Änderung des Vereinsnamens. Das jedoch verbietet hierzulande Paragraf 15, Ziffer 2, der Satzung des Deutschen Fußball-Bundes: "Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung sind unzulässig.”

Satzungsänderungen kann nur der alle drei Jahre stattfindende Bundestag mit Vertretern aus DFB-Präsidium und -Vorstand, der Landesverbände und der Bundesligen auf Antrag entscheiden. Im Oktober tagt er wieder. Doch Ligaverbands-Präsident Wolfgang Holzhäuser bekundet, dass "bis dato keine Anträge zur Änderung des Paragraphen 15 zum Bundestag seitens des Ligaverbandes vorliegen.” Und er erwarte auch keine. "Die Veränderung des Vereinsnamens zu Werbezwecken halte ich für ethisch nicht zulässig. Das ist auch Auffassung von DFB und DFL”, so Holzhäuser.

Die Deutsche Fußball-Liga vertritt die Interessen der Profi-Klubs. Der DFB ließ schon einmal ein Konstrukt wie die "LR Ahlen” ("Leichtathletik und Rasensport”) zu, das in "zufälligem” Gleichklang mit dem Namen des Hauptsponsors stand. Damit scheint auch "Rasen- und Ballsport Düsseldorf” ("RB Düsseldorf”) bereits jetzt möglich. Zudem werden auch Stadien bereits mit Sponsornamen versehen, die DFL sagt "ja” zu einem Liga-Sponsor.

Die Ethik-Front bröckelt, wenn auch (noch) nicht beim Vereinsnamen. Doch auch hier werden Zweifel, ob das Werbeverbot im Vereinsnamen zeitgemäß sei, laut. Der Professor für Sportrecht an der Universität Giessen, Jens Adolphsen, konstatiert: "Im Grundsatz gilt, dass sich die Mitglieder eines Verbandes den Regeln der Satzung unterwerfen und diese damit akzeptieren.

Die Frage ist jedoch, ob eine derartige Bestimmung in einer Satzung eine unbillige Behinderung ist, weil es im Grundsatz dem Recht eines Vereins entspricht, sich einen eigenen Namen zu geben.”

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