Fortuna Düsseldorf: Dani Schahin — die Entdeckung des Jahres

Fortuna Düsseldorf: Dani Schahin — die Entdeckung des Jahres

Mit 20 Treffern aus 17 Spielen liegt Fortuna auf Platz 13 dieser Wertung in der Fußball-Bundesliga - wie auch in der offiziellen Tabelle. Damit haben die Angreifer des Aufsteigers besser getroffen, als viele Experten ihnen vor Saisonbeginn zugetraut hätten. Mit ihnen beschließen wir unser Zwischenzeugnis nach der Hinrunde.

Dani Schahin Der 23-Jährige ist so etwas wie die Entdeckung des Jahres bei den Düsseldorfern. Viele waren skeptisch, als Sportvorstand Wolf Werner die Verpflichtung eines Stürmers bekanntgab, der bei Mitaufsteiger Greuther Fürth kaum Einsatzchancen bekommen hatte. Als Fortuna dann noch der Aufstieg gelang, trauten die meisten Schahin nicht zu, sich in der höchsten Spielklasse durchzusetzen. Doch mit dem Rückenwind seines Doppelpacks beim 2:0-Auftaktsieg in Augsburg zeigte es der im ukrainischen Donezk geborene Sohn einer Russin und eines Palästinensers libanesischer Herkunft allen Kritikern. Gegen Schalke machte er mit seinen Treffern aus einem 0:2 ein 2:2, zudem leitete er den 2:1-Sieg gegen Hannover ein. Dabei kam Schahin auf den RP-Notenschnitt von 2,93.

Robbie Kruse Nach einem enttäuschenden ersten Jahr bei Fortuna war der Australier fast schon abgeschrieben. Den Vorschusslorbeeren, die ihm nach seinen starken Vorstellungen in der australischen Nationalmannschaft entgegengebracht worden waren, hatte "Skippy" nie rechtfertigen können. Nach dem Aufstieg jedoch änderte sich alles. "Robbie kam mit einer ganz anderen Körpersprache aus dem Urlaub zurück", erklärte Trainer Norbert Meier. "Und er hatte kräftig am Muskelaufbau gearbeitet." Der Lohn stellte sich bald ein. In der Zweiten Liga bestenfalls Edelreservist, wurde Kruse eine Etage höher zum Stammspieler, spielte eine starke Hinrunde. RP-Schnitt: 2,78

Stefan Reisinger Seine Zeit bei Fortuna begann sehr durchwachsen. Zwar erzielte "Reise" gleich in seinem ersten Pflichtspiel, der Pokalpartie bei Wacker Burghausen, den entscheidenden Treffer. Dann ging aber gesundheitlich vieles schief. Gleich zwei Außenbandanrisse im Knie und ein grippaler Infekt warfen den vom SC Freiburg gekommenen Routinier weit zurück. Aber Reisinger bewies, dass er ein Kämpfer ist - der 31-Jährige steckte nie auf und schoss sich mit drei wichtigen Treffern gegen den HSV, in Dortmund und gegen Frankfurt in die Herzen der Fans. Er erreichte den RP-Notendurchschnitt 2,7.

Nando Rafael Die Erwartungen an den angolanischen Nationalspieler waren nach seinem Wechsel vom FC Augsburg groß. Aber der 28-Jährige hatte Probleme, diesen gerecht zu werden, erwischte ein ganz schwaches Auftaktspiel in Augsburg. Nur langsam fand sich Rafael besser zurecht, doch seit seinem herrlichen Siegtreffer im Pokalspiel gegen seinen Ex-Klub Mönchengladbach zeigt die Formkurve nach oben. Dennoch gibt es in der Rückrunde weiteren Steigerungsbedarf, wie auch sein RP-Notendurchschnitt zeigt: 3,48

Gerrit Wegkamp "Ich bin zum Lernen gekommen", sagte der 19-Jährige nach seinem Wechsel vom VfL osnabrück. Das tat Wegkamp sehr engagiert und erfolgreich, denn das Nesthäkchen des Kaders brachte es immerhin schon auf drei Kurzeinsätze in Bundesliga und Pokal. Für eine Benotung spielte er noch zu wenig — aber der Ochtruper deutete an, dass er durchaus eine Alternative werden kann.

Andrey Voronin Man könnte Bücher schreiben über das kuriose Halbjahr des ukrainischen Stars. Der 33-Jährige begann vielversprechend, fiel dann aber durch verschiedene Affären mehr auf als durch Leistungen: eine Disco-Nacht trotz Krankschreibung, gelangweilte Lümmel-Szenen auf der Ersatzbank, "Stinkefinger" gegen ein Kamerateam. Sportlich spielte Voronin keine Rolle mehr — Ende offen. Sein RP-Notenschnitt: 3,46

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Dani Schahin

(seeg/csi)