Bundesliga: Fortuna Düsseldorf verliert mit 1:3 beim FSV Mainz 05

1:3 in Mainz : Fortuna fehlt die Präzision

Nach dem bereits feststehenden Klassenerhalt liefert sich Fortuna mit Mainz einen abwechslungsreichen Schlagabtausch. Am Ende sind die Rheinhessen abgebrühter, feiern einen 3:1-Sieg und den Verbleib in der Bundesliga.

Um 17.20 Uhr am Ostersamstag feiern schließlich alle in der Mainzer Arena – die Düsseldorfer Fans ihr Team, ihren Klub, die Saison und ein unterhaltsames Fußballspiel. Die Mainzer den Sieg und den Klassenerhalt. Das 3:1 (1:1) am 30. Spieltag reicht den Rheinhessen um gemeinsam mit Düsseldorf auch im kommenden Jahr im Oberhaus antreten zu dürfen. Fortuna hatte aber durchaus die Gelegenheit, den Mainzern die Party zu versauen. Doch dazu fehlte es vor allem an der Präzision in den entscheidenden Momenten.

Viele Fortuna-Anhänger hatten vor der Saison beim Blick auf den Spielplan damit gerechnet, dass diese Partie gegen einen vermeintlichen Konkurrenten im Abstiegskampf ganz wichtig werden könnte. Doch es kam anders. Mit dem bereits feststehenden Klassenerhalt im Gepäck durften sich die rund 3500 Anhänger aus Düsseldorf ganz entspannt auf die Reise nach Rheinhessen machen. Einhellige Meinung vor der Partie: Es hat das Ambiente von ganz stressfreiem Sommerfußball.

Blöderweise schien auch Fortunas linker Innenverteidiger Marcin Kaminski auf Gemütlichkeit eingestellt. Anders ist sein Fehler kurz nach dem Anpfiff kaum zu erklären. Der polnische Nationalspieler ließ einen Ball an der Außenlinie durchrutschen, Karim Onisiwo marschierte in den Strafraum, legte quer, und Mainz-Torjäger Jean-Philippe Mateta erzielte nach gerade einmal 36 Sekunden die Führung für die Hausherren, deren klares Anliegen es war, den Klassenerhalt an diesem Nachmittag dingfest zu machen. Und so traten sie in den ersten Minuten auch auf.

Sechs Minuten nach dem 1:0 rettete Fortunas Schlussmann Michael Rensing in höchster Not gegen Robin Quaison, der viel zu einfach von Mateta freigespielt wurde. Fortuna brauchte ihre Zeit bis sie ins Spiel fand. Der in vielen Aktionen unglücklich agierende Dawid Kownacki setzte dann das erste offensive Zeichen. Sein Schussversuch misslang aber (13.). Dennoch waren die Gäste anschließend besser im Spiel. Nur eine Minute später bediente Dodi Lukebakio mustergültig seinen belgischen Landsmann Benito Raman, doch der von anderen Klubs umworbene 24-Jährige scheiterte an Florian Müller im Mainzer Tor.

Fünf Minuten später durften die Fans im Gästebereich dann aber jubeln. Das Sturmtrio spielte beim Ausgleich mustergültig zusammen. Kownacki schickte Raman, der auf Lukebakio querlegte. Und die Leihgabe aus Watford blieb cool und schob ein. Lukebakio hat nun zehn Tore auf dem Konto und ist damit der erste Fortune, der seit Thomas Allofs 1991 in einer Bundesliga-Saison zweistellig getroffen hat.

In der Folgezeit hatte Fortuna mehr Ballbesitz, war aber im letzten Drittel des Spielfelds bei den Zuspielen häufig zu ungenau. Mainz blieb gefährlich. Nach einer Ecke ballerte Quaison den Ball aus sechs Metern völlig freistehend über die Latte (24.). Und dann gab es noch das Freistoßduell zwischen dem starken Markus Suttner und Jean-Philipp Gbamin. Beide traten aus etwa 20 Metern an. Der Düsseldorfer schoss ganz knapp drüber (29.), der Mainzer ebenso knapp vorbei (41.). Und da Mateta kurz vor der Pause beim vermeintlich erneuten Mainzer Führungstreffer im Abseits stand, ging es mit dem Remis in die Pause.

Die erste gute Gelegenheit nach Wiederbeginn hatten die Düsseldorfer: Einen schön vorgetragenen Konter schloss Kownacki ab – aber auch hier fehlte die Genauigkeit. Zum Leidwesen der Fortuna-Anhänger traf das auch auf Dodi Lukebakios Elfmeter wenige Minuten später zu. Der Belgier traf den linken Außenpfosten. Zuvor hatte Schiedsrichter Markus Schmidt ein strafbares Handspiel im Sechzehnmeter-Raum von Alexander Hack zunächst übersehen, am Bildschirm beim Videobeweis aber doch noch erkannt und auf den Punkt gezeigt. Kurios: Als das Spiel nach dem Handspiel zunächst weiterlief, sah Kaan Ayhan nach einem Foulspiel an Oniwiso die Gelbe Karte. Die hat nach der Regel auch Bestand. Es ist die neunte für Ayhan, der in Mainz die Kapitänsbinde trug.

Onisiwo zeigte den Düsseldorfer Akteuren schließlich, wie man richtig cool vor dem gegnerischen Tor bleibt. Eine Hereingabe von der linken Seite rauschte durch den kompletten Fortuna-Strafraum, Onisiwo nahm den Ball an und vollendete eiskalt ins kurze Eck zur erneuten Mainzer Führung (67.).

Die Hausherren hatten in der Folge mehrmals die Chance, die Vorentscheidung herbeizuführen. Müller musste nur noch einen Schuss von Kevin Stöger entschärfen (84.). Und als Mateta vier Minuten vor dem Abpfiff Rensing austanzte und zum 3:1 einschob, war die Frage nach dem Sieger endgültig geklärt..

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