Bundesliga: Fortuna Düsseldorf schlägt VfB Stuttgart

3:0-Sieg gegen Stuttgart : Fortuna macht großen Schritt Richtung Klassenerhalt

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gewinnt sein Fast-schon-Endspiel gegen den VfB Stuttgart. Der Spielverlauf ist sogar noch klarer, als das Ergebnis von 3:0 aussagt.

Aufsteiger Fortuna Düsseldorf ist einem weiteren Jahr in der Fußball-Bundesliga ein großes Stück nähergekommen. Der 3:0-Erfolg über den Mitkonkurrenten VfB Stuttgart vor 40.211 Zuschauern drückte dabei nicht einmal die Überlegenheit aus, die die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel sowohl in kämpferischer als auch in spielerischer Hinsicht auf den Platz brachte. 13 Spieltage vor Saisonende weist Fortuna damit zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und sogar elf auf den ersten direkten Abstiegsrang auf.

„Für unsere Aufstellung spielt keine Rolle, bei welchem Verein ein Spieler früher tätig war. Entscheidend ist ganz allein, wer am besten in Form ist und wer am besten zum Gegner passt“ – diese Sätze wiederholt Funkel gern und oft, fast wie ein Mantra. Falls er seine Meinung am Sonntagabend nicht kurzfristig geändert haben sollte, dann hatte Kommissar Zufall ordentlich seine Hände im Spiel. Alle fünf Ex-Stuttgarter, die Fortuna im Kader hat, standen gegen den VfB auch in der Startelf: Kevin Stöger und Kenan Karaman, die als Junioren für die Schwaben kickten, Matthias Zimmermann und Jean Zimmer, die im Sommer fest vom Neckar an den Rhein wechselten, sowie der vorerst bis zum Saisonende ausgeliehene Marcin Kaminski.

Geballte Schwaben-Power also gegen den VfB, wobei der türkische Nationalstürmer Karaman sogar in Stuttgart geboren ist. Der 24-Jährige agierte in Funkels 4-1-4-1-System als einzige echte Spitze, wobei ihn Dodi Lukebakio von dessen Position am linken Flügel aus und auch Kapitän Oliver Fink immer wieder unterstützen sollten. Soweit der Plan, für den der erfahrene Coach gegenüber der 1:4-Pokalniederlage auf Schalke acht Änderungen vornahm. Lediglich Abwehrchef Kaan Ayhan, Rechtsverteidiger Zimmermann und Regisseur Stöger behielten ihren Platz. Beinahe noch auffälliger: In Aymen Barkok, Marvin Ducksch und Takashi Usami schafften es gleich drei Starter des Schalke-Spiels gar nicht erst in den Kader. Ein Zeichen, wie ausgeglichen das Düsseldorfer Aufgebot inzwischen geworden ist.

Mit welchem Rezept Fortuna ihren Gästen beikommen wollte, wurde schnell ersichtlich. Tempo hieß dabei die Hauptzutat, denn beinahe in jeder Aktion versuchte der Aufsteiger, das Spiel schnell zu machen. Dem VfB behagte das ebenso wenig wie das Pressing der Gastgeber. Sobald ein Stuttgarter den Ball unter Kontrolle bekommen wollte, stieg ihm schon ein Gegenspieler auf die Socken; da wirkten einige im Gästeteam schon früh entnervt. Zählbar wirkte sich das allerdings zunächst nicht aus, obwohl Fortuna sich einige gute Chancen erspielte. Die klarste davon vergab Lukebakio nach 27 Minuten, als er nach einem präzisen Pass Stögers nicht am früheren Nationalkeeper Ron-Robert Zieler vorbeikam. Drei Minuten später hätte der Belgier dann um ein Haar mit einem Hackentrick mehr Erfolg gehabt, aber Zieler war auch da zur Stelle.

In der 33. Minuten wurden schließlich die Bemühungen Fortunas belohnt. Lukebakio zirkelte eine Flanke in den Strafraum, und Karaman köpfte den Ball unhaltbar ins Eck. Wie stark das die Nerven der Schwaben belastete, zeigte eine Szene kurz nach der Pause, als Santiago Ascacibar Fortunas Vizekapitän Adam Bodzek umsenste – da war der Argentinier mit Gelb sehr gut bedient.

VfB-Trainer Markus Weinzierl, für den es um nicht weniger als seinen Job ging, mag die Pausenansprache seines Lebens gehalten haben, doch nach nicht einmal vier Minuten war sie Makulatur. Der überragende Fink schraubte einen 18-Meter-Schuss in den Winkel und brachte die Arena zum Beben. Daran änderte sich auch bis zum Schlusspfiff nichts mehr, zumal Benito Raman noch per Konter auf 3:0 stellte: Die Fans feierten einen ganz wichtigen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Zum Abschluss sah der Stuttgarte Nicolas Gonzalez noch Rot wegen Tätlichkeit – bezeichnend für den kläglichen Auftritt des VfB.

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Bodzek - Stöger, Fink (65. Morales) - Zimmer (76. Raman), Lukebakio - Karaman (82. Hennings). - Trainer: Funkel

Stuttgart: Zieler - Pavard, Kabak, Kempf, Emiliano Insua - Ascacibar, Gentner (64. Thommy) - Esswein (82. Akolo), Didavi, Zuber (46. Donis) - Gonzalez. - Trainer: Weinzierl

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Tore: 1:0 Karaman (34.), 2:0 Fink (49.), 3:0 Raman (85.)

Zuschauer: 40.211

Rote Karte: Gonzalez (Stuttgart) nach einer Tätlichkeit (90.+3, nach Videobeweis)

Gelbe Karten: Kaminski, Stöger (5), Ayhan (5) - Pavard (2), Esswein, Ascacibar (8), Kabak (2)

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