Bundesliga: Fortuna Düsseldorf schlägt TSG 1899 Hoffenheim 2:1

Fortuna schlägt Hoffenheim: Lukebakio bringt die Arena zum Toben

Fortuna Düsseldorf schlägt Champions-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim 2:1. Die Entscheidung fällt durch einen späten Elfmeter.

Die Düsseldorfer Anhänger unter den 40.111 Zuschauern in der Arena mussten lange zittern, doch am Ende durften sie sich mit einer Riesenfeier belohnen. Nach 2037 Tagen gelang Fortuna wieder ein Sieg in der Fußball-Bundesliga, mit 2:1 über Champions-League-Teilnehmer TSG 1899 Hoffenheim. Am 16. Februar 2013 hatte es den bislang letzten Dreier im Oberhaus gegeben, mit 1:0 über Greuther Fürth. Die entscheidenden Treffer erzielten Alfredo Morales und Dodi Lukebakio per Foulelfmeter. Hoffenheim hat somit seine jüngsten elf Auswärtsspiele gegen Aufsteiger nicht gewinnen können.

Comeback in der Startelf und dann gleich mit der Kapitänsbinde – für Adam Bodzek begann die Partie vielversprechend. Trainer Friedhelm Funkel wählte den 33-Jährigen als Vertreter des wegen einer Gehirnerschütterung fehlenden Innenverteidigers Andre Hoffmann und beorderte ihn zwischen Kaan Ayhan und Marcin Kaminski in die zentrale Position der Fünfer-Abwehrkette. Dass damit hinreichend Arbeit auf „Bodze“ zukommen würde, musste jedem klar sein, und schnell wurden die Hoffenheimer auch ihrem Ruf als spiel- und offensivstarke Mannschaft gerecht.

Zwar begann Fortuna mutig und hatte durch Rouwen Hennings auch bereits nach wenigen Sekunden die erste Schusschance, doch dann riss die Truppe von Julian Nagelsmann das Geschehen an sich. Nach rund einer Viertelstunde dominierte die TSG vor allem wegen ihrer Hochtempo-Kombinationen eindeutig, und oft wussten sich die Düsseldorfer nur durch Befreiungsschläge zu wehren. Zeitweise schnürte Hoffenheim die Gastgeber regelrecht ein, da diese sich offensichtlich nicht zutrauten, die Bälle im Kombinationsspiel nach vorn zu bringen – und das „Langholz“ kam dann meist postwendend zurück.

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Kurios, dass dann doch Fortuna die erste ganz klare Möglichkeit der Partie verbuchte. Nach einem Freistoß von Marvin Ducksch tauchte Ayhan völlig frei vor dem Tor auf, doch der türkische Nationalspieler bekam zu wenig Druck in seinen Kopfball, der somit in den Armen von TSG-Keeper Oliver Baumann landete. Es war das Signal für ein etwas offeneres Spiel mit mehr Mut auf Seiten der Rot-Weißen. Das hätte zwar bei zwei kapitalen Chancen des Hoffenheimers Andrej Kramaric bestraft werden können, riss das Publikum aber zusehends mit. Und als dann sogar der Führungstreffer fiel, brach in der Arena ein Jubelorkan aus. Ausgangspunkt war in der 45. Minute der ganz starke Hennings, der den Ball präzise in den Lauf von Jean Zimmer spielte, dessen Flanke dann Alfred Morales unhaltbar in die lange Ecke köpfte. Eine etwas glückliche Pausenführung, die sich die Platzherren aber durch ihre Steigerung durchaus auch verdient hatten.

Nach knapp einer Stunde musste Funkel sich dann richtig etwas einfallen lassen: Ausgerechnet Ayhan, der immer stärker gewordene Abwehrchef, musste angeschlagen ausscheiden. Für ihn kam Robin Bormuth, der nun mit Bodzek und Kaminski eine Dreier-Zentrale bildete, die so noch auf keinem Taktikzettel gestanden hatte. Es wurde jetzt die Abwehrschlacht, die angesichts des Spielstands zu erwarten war. Funkel brachte zur Entlastung Dodi Lukebakio, der anstelle des entkräfteten Hennings Konter fahren sollte, aber nicht oft Gelegenheit dazu bekam. Hoffenheim drückte vor allem über den bärenstarken Nationalspieler Nico Schulz – und fünf Minuten vor dem Ende erzielte der eingewechselte Reiss Nelson den insgesamt verdienten Ausgleich. Das war aber noch nicht das letzte Wort an diesem verrückten Fußball-Samstag. Nach einem Foul von Kevin Vogt an Kenan Karaman entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Strafstoß, und den verwandelte Lukebakio eiskalt.