Bundesliga 2019/20: Fortuna Düsseldorf vergibt Sieg beim VfL Wolfsburg

1:1 beim VfL Wolfsburg : Fortuna vergibt Sieg in Überzahl

Fortuna führte 1:0 beim VfL Wolfsburg, die Hausherren spielten 50 Minuten in Unterzahl. Und doch verspielten die Düsseldorfer den Sieg noch.

Es ist der nächste ganz bittere Rückschlag für Fortuna im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Düsseldorfer verspielten eine Führung beim VfL Wolfsburg, der fast eine gesamte Halbzeit mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Am Ende hieß es 1:1.

Rösler hielt auch bei seiner dritten Partie am 3-5-2-System fest. Personell bot der Fortuna-Coach fast das gleiche Personal wie beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt in der Vorwoche auf. Markus Suttner begann wieder als dritter Innenverteidiger neben Kaan Ayhan und Andre Hoffmann. Im zentralen Mittelfeld agierten wieder Alfredo Morales, Kevin Stöger und Winterzugang Valon Berisha. Nur im Sturm änderte Rösler etwas: Statt Nana Ampomah stellte der 51-Jährige Bernard Tekpetey als Partner von Rouwen Hennings auf.

Und das zahlte sich aus. Tekpetey spielte beim Führungstreffer nach knapp einer Viertelstunde eine ganz entscheidende Rolle. Fortuna war gut ins Spiel gekommen, attackierte die Wolfsburger ganz in Röslers Sinn früh und kombinierte in Ballbesitz gefällig. Erik Thommy hatte schon den ersten Schuss aufs Gehäuse abgegeben, als der nächste Angriff Richtung VfL-Torhüter Koen Casteels rollte. Tekpetey verarbeitet ein Zuspiel zunächst unsauber und spielte etwas ungewollt Doppelpass mit Morales. Doch was der Ghanaer dann anstellte, war vom feinsten: Tekpetey spielte direkt in die Schnittstelle der Abwehr zu Matthias Zimmermann, der ebenfalls direkt zum 1:0 abschloss. Zimmermann belegte damit, dass er in seiner neuen Rolle als Rechtsaußen im 3-5-2 durchaus torgefährlich ist. Mehr als 17 Monate hatte er gar nicht getroffen, und nun nach dem Treffer zum 3:2 in Kaiserslautern im Pokal innerhalb von fünf Tagen gleich zweimal.

Fortuna diktierte das Spielgeschehen auch in der Folgezeit, ohne aber zu weiteren klaren Tormöglichkeiten zu kommen. Erst nach etwa einer halben Stunde fingen die Hausherren dann an, auch am Spiel mit dem Ball teilzunehmen. Richtig zwingend waren die Bemühungen allerdings weiterhin nicht.

Bitter, dass die bis dahin gut sortierte Fortuna-Dreierkette kurz vor der Halbzeit gesprengt wurde. Ayhan verletzte sich ohne Eigenwirkung eines Gegenspielers, wohl im Hüft- oder Leistenbereich. Für ihn kam Zugang „Zanka“ Jörgensen, der Ayhan aber durchaus gleichwertig ersetzte. Auch diese Umstellung konnte Wolfsburg nicht für mehr Angriffsdruck nutzen. Immerhin schoss Xaver Schlager zwei Minuten vor der Halbzeit das erste Mal auf das von Florian Kastenmeier gehütete Tor. Der Pfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler löste dann ein gehöriges Pfeifkonzert der VfL-Fans unter den 23.445 Zuschauern aus. Alles lief somit für Fortuna in die richtige Richtung.

Nach dem Seitenwechsel empfingen die Wolfsburger Anhänger ihre Mannschaft dann mit dem Klassiker „Wir wollen Euch kämpfen sehen“. Der Gesang richtete sich nach wenigen Sekunden aber nur noch an zehn Wolfsburger. Denn Marin Pongracic fasste das Wort Kampf zu wörtlich auf und rammte nach wenigen Sekunden seinen Ellbogen ans Kinn von Morales. Stieler bekam den Hinweis von Videoschiedsrichter Tobias Welz aus Köln, schaute sich die Szene noch einmal an und traf die einzig richtige Entscheidung: Rote Karte.

Doch Fortuna reagierte daraufhin in der kommenden Szene – völlig falsch – mit Passivität. Andre Hoffmann ließ Admir Mehmedi viel zu viel Platz bei einer Flanke und Markus Suttner verlor in der Mitte viel zu einfach ein Kopfballduell gegen Renato Steffen, der zum 1:1 einköpfte (50.). Plötzlich war Wolfsburg trotz Unterzahl zurück im Spiel. Und auch die Fans standen auf einmal wieder voll hinter ihrem Team.

Fortuna brauchte einen Moment, um sich zu schütteln. Nach einer Stunde hätte Erik Thommy dann Fortuna wieder in Führung bringen müssen, doch seine Direktabnahme aus sieben Metern ging über das Tor. Im Gegenzug scheiterte Mehmedi an Kastenmeier.

Maximilian Arnold (r.) und Düsseldorfs Bernard Tekpetey. Foto: dpa/Peter Steffen

Rösler reagierte, brachte Nana Ampomah für Tekpetey und wechselte auf ein 4-3-3-System. Die Maßnahme verpuffte. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit versuchte es Rösler mit dem nächsten Kniff: Thomas Pledl kam für Thommy und tauschte die Seite mit Ampomah. Auch dieser Schachzug blieb erfolglos. Trotz einiger offensiven Standardsituationen in der Schlussphase musste sich Fortuna mit einem Punkt begnügen, der – wie gegen Frankfurt in der Vorwoche – als zu wenig erscheint.

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