Bundesliga 18/19: Fortuna feiert verdientes 1:1 gegen RB Leipzig

Erster Punkt in der Bundesliga : Fortuna Düsseldorf feiert verdientes 1:1 in Leipzig

Fortuna Düsseldorf feiert den ersten Punktgewinn in der Bundesliga nach dem Aufstieg. Bei Europa-League-Teilnehmer RB Leipzig holte das Team von Trainer Friedhelm Funkel am zweiten Spieltag ein 1:1 (0:0).

Friedhelm Funkel hatte sein System im Gegensatz zum 1:2 gegen Augsburg personell auf zwei Positionen geändert. Für Benito Raman begann Marvin Ducksch im Sturm. Und der letzte Sommer-Zugang Marcin Kaminski feierte auch direkt sein Debüt. Für den polnischen Innenverteidiger flog Davor Lovren aus dem Kader und Kevin Stöger aus der Startelf.

Neben den personellen Veränderungen setzte Funkel auch auf ein anderes, zumindest nominell defensiveres System – mit Fünferkette und drei zentralen Mittelfeldakteuren. Neben Kaminski agierten Andre Hoffmann und Kaan Ayhan als Innenverteidiger. Außen spielten Niko Gießelmann und Jean Zimmer. Und im zentralen Mittelfeld verrichteten Marcel Sobottka, Matthias Zimmermann und Alfredo Morales ihre Jobs. Für Entlastung sollten die beiden Sturmspitzen Ducksch und Rouwen Hennings sorgen.

Das war in der ersten Viertelstunde aber gar nicht nötig, denn Fortuna war das aktivere Team. Nach sechs Minuten hatte Ducksch das 1:0 auf dem Fuß, nachdem Morales den Ball mit viel Übersicht einfach durchgelassen hatte. Der Schuss aus elf Metern war aber letztlich nicht platziert genug und so kein Problem für Leipzigs Schlussmann Peter Gulacsi.

In der Anfangsphase vor 34.975 Zuschauern, darunter knapp 1000 aus Düsseldorf – die aktive Fanszene hatte das Spiel gegen RB erneut boykottiert -, mussten die Gäste nur einmal richtig durchatmen, als Kaminski eine Flanke des umtriebigen Jean-Kevin Augustin unglücklich abfälschte und der Ball hinter Michael Rensing knapp an der Torlinie entlang kullerte.

Die Leipziger schienen von der frechen Fortuna zunächst überrascht, übernahmen dann aber mehr und mehr die Spielkontrolle. Allerdings ohne zu zwingenden Tormöglichkeiten zu kommen. Das sah auf der Gegenseite ganz anders aus. Den schönsten Angriff der ersten Hälfte zauberten die Fortunen nach etwas mehr als einer halben Stunde auf den Rasen. Die kluge Hereingabe von Zimmer in den Rücken der Abwehr kam genau in den Lauf von Gießelmann, der den Ball aus 18 Metern direkt abnahm. Sein Flachschuss rauschte nur knapp am Pfosten vorbei.

Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde dann auch Rensing gefordert. Erst parierte der Keeper gegen Emil Forsberg, dann gegen Kevin Kampl. Glück hatte Fortuna, dass Augustin, der den Nachschuss verwertete, im Abseits stand.

Insgesamt war es ein verdientes Unentschieden zur Halbzeit, da Fortuna es vor allem verstand, das Zentrum gegen die spielstarken Hausherren zuzumachen.

Und der Start in den zweiten Durchgang hätte für Fortuna nicht besser laufen können: Nicht mal zwei Minuten waren gespielt, als Matthias Zimmermann die Gäste mit einem platzierten Schuss vom Strafraumrand in Führung brachte. Der vorausgegangene Angriffszug war erneut sehr sehenswert. Rouwen Hennings verteidigte den Ball gegen vier Leipziger und schickte Ducksch über die rechte Außenbahn. Der Angreifer bediente Gießelmann am gegenüberliegenden Strafraumeck. Der Außenverteidiger täuschte diesmal nur den Schuss an und leitete auf Zimmermann weiter.

Leipzig erhöhte anschließend den Druck. Und Fortuna hatte auch nicht das nötige Glück, um die Führung zu bewahren. Der eingewechselte Marcel Sabitzer fälschte einen Ball ungewollt in den Lauf von Augustin. Der Stürmer schoss Rensing aus kurzer Distanz an und der Ball prallte schließlich von Augustin ins Tor – 1:1 (68.).

Fortan wurde die Partie durch viele Nickligkeiten beider Teams immer hektischer. Benito Raman, der für den starken Hennings in die Partie kam, hätte Fortuna wieder in Führung bringen können, fand aber in Gulacsi seinen Meister (77.). Im direkten Gegenzug scheiterte Timo Werner am Düsseldorfer Pfosten. Fünf Minuten vor dem Abpfiff verhinderte Gulacsi nach einem Bilderbuch-Konter den Auswärtsdreier mit einer sensationellen Parade bei Duckschs Schlenzer.

"Wir haben vieles umgesetzt von dem, was wir uns hier vorgenommen hatten", sagte Düsseldorfs Torschütze bei Sky: "Am Ende haben wir dann zwei Punkte verloren."

Nette Begebenheit am Rande: Als Schiedsrichter Marco Fritz in der hektischen Schlussphase Leipzigs Timo Werner fragte, ob dieser den Ball zuletzt berührt habe, gab der Nationalstürmer das bereitwillig zu. So gab es Abstoß statt Eckball – und viel Beifall aus der Düsseldorfer Fankurve. Insgesamt war die Punkteteilung gerecht, die sich Fortuna vor allem durch eine geschlossene und kämpferische Mannschaftsleistung verdient hatte.

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