Aufstieg 2018 von Fortuna Düsseldorf durch 2:1 bei Dynamo Dresden

2:1-Sieg in Dresden: Fortuna Düsseldorf ist zurück in der Bundesliga!

Fortuna Düsseldorf ist wieder erstklassig! Bei Dynamo Dresden gewannen die Rot-Weißen durch ein spätes Tor von Rouwen Hennings 2:1 (1:0) und sind damit nicht mehr von den Aufstiegsrängen zu verdrängen.

Die Mannschaft feierte nach Hennings Treffer in der 90. Minute und dem Abpfiff ausgelassen mit ihren Fans, und die Party wird nach der Rückkehr nach Düsseldorf - gegen 19 Uhr am Flughafen — die ganze Nacht weitergehen.

Bei der Ankunft am ausverkauften DDV-Stadion kamen bei vielen Gästefans heimatliche Gefühle auf, wenn sie es nicht sogar als gutes Omen werteten: Entlang der Haupttribüne hing ein riesiges Banner, das auf das (natürlich ebenfalls längst ausverkaufte) Konzert der Toten Hosen am 2. Juni in der Dresdner Arena hinwies. Die Hosen im Rücken — was sollte da für Fortuna eigentlich noch schiefgehen? Zumindest konnte nicht passieren, was in der Vergangenheit schon so oft geschah, nämlich dass ein früherer Düsseldorfer einen Treffer gegen die Rot-Weißen erzielt. Der frühere Kapitän Andreas "Lumpi" Lambertz, der in der nächsten Saison vielleicht in die NRW-Landeshauptstadt zurückkehren und Führungsspieler der U23 werden soll, stand gar nicht im Dynamo-Kader.

Moralische Unterstützung erhielt die Mannschaft auch von den verletzten Spielern Oliver Fink und André Hoffmann. Die beiden mischten sich im Gäste-Sitzplatzblock unter die Fans, nervlich ebenso angespannt wie die 3000 mitgereisten Anhänger, die sich aber bereits vor dem Anpfiff sehr sangesfreudig präsentierten und sich tapfer der schwarz-gelben Übermacht stellten. Unterstützt wurde das von einer großartigen Choreo, bei der jeder im Block einen Schal hochhielt, den die Ultras vor dem Spiel zum kleinen Preis verkauften; so ergab sich eine einzige rot-weiße Wand. Ganz vorn in der Hitliste dazu das Lied: "Wir holen heute den Auswärtssieg und nächstes Jahr die Champions League."

Von solchem — natürlich selbstironischen — Überschwang war Trainer Funkel weit entfernt. Der 64-Jährige zeigte jedoch, dass er nicht über die Maßen abergläubisch ist. Er nominierte zum ersten Mal in dieser Saison die gleiche Startelf wie im Spiel zuvor, und das, nachdem er mit den stetigen Wechseln bislang so erfolgreich war.

Doch es ließ sich auch mit dem unveränderten Personal recht gut an. In der Blitztabelle zur Halbzeitpause war Fortuna bereits virtueller Erstligist, weil der vor dem Wechsel überragende Florian Neuhaus seine Farben früh in Führung gebracht hatte (9.). Von Marcel Sobottka gut angespielt, setzte sich die Gladbacher Leihgabe mit einem entschlossenen Antritt von den Dynamo-Verteidigern ab und ließ Torhüter Marvin Schwäbe mit einem 20-Meter-Schuss in den Giebel keine Chance.

Weitere Treffer hätten folgen können, vor allem, wenn Neuhaus und der sehr agile Takashi Usami die Angriffe inszenierten. In der 22. Minute verpasste der einköpfbereite Robin Bormuth einen Eckball Usamis nur um Haaresbreite, vier Minuten später traf Rouwen Hennings den Ball nach einer Hereingabe Julian Schauertes kurz vor dem Tor nicht richtig. Vorausgegangen war ein Traumpass von Neuhaus, der sich in glänzender Verfassung präsentierte. Die Stimmung in beiden Fanlagern kochte zu diesem Zeitpunkt im positivsten Sinne über, es herrschte eine Atmosphäre wie selten zuvor in der Zweiten Liga.

In der zweiten Hälfte änderte sich daran nichts, und das abwechslungsreiche Spiel befeuerte die Stimmung zusätzlich. Fortuna blieb kombinationssicher, aber etwas zu unentschlossen im Verwerten ihrer Möglichkeiten — und auf der Gegenseite hatte Dresden zwar spielerische Nachteile, dafür aber eine Riesenchance. In der 54. Minute überraschte Pascal Testroet Fortuna-Keeper Raphael Wolf mit einem Drehschuss, der allerdings an den rechten Pfosten klatschte. Ein Warnschuss, den die Gäste nicht ernst genug nahmen, denn elf Minuten später schloss der eingewechselte Moussa Koné einen Konter nach abgewehrter Usami-Ecke zum Ausgleich ab.

Bitter dann für Neuhaus, dass er nach einem etwas zu impulsiven Körpereinsatz die Gelbe Karte sah. Es war seine fünfte, so dass er am nächsten Sonntag gegen Holstein Kiel gesperrt ist — und somit vor seiner sehr wahrscheinlichen Rückkehr nach Mönchengladbach kein Heimspiel mehr im Fortuna-Trikot absolvieren wird. Er konnte es ebenso verschmerzen wie Fortuna — der Aufstieg überlagerte alles.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna-Profis feiern den Aufstieg in Dresden

(jol)
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