Fortuna Düsseldorf: "Ansatz des gut Spielens zu hoch angesiedelt"

Fortuna Düsseldorf: "Ansatz des gut Spielens zu hoch angesiedelt"

Fortuna Düsseldorfs Manager Wolf Werner macht nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga Borussia Dortmund keinen Vorwurf für die überraschende Niederlage gegen Hoffenheim. "Wir müssen den Fehler schon bei uns suchen", sagte Werner nach dem 0:3 am Samstag in Hannover der Nachrichtenagentur dpa. Bei Fragen nach möglichen personellen Konsequenzen reagiert der 71-Jährige dünnhäutig.

Fortuna Düsseldorf ist durch den überraschenden Sieg Hoffenheims beim Champions-League-Finalisten Dortmund doch noch direkt abgestiegen. Wie haben sie das Drama in den Minuten vor und nach dem Abpfiff hier erlebt?

Wolf Werner Wie soll das sein, wenn du hoffnungslos im Rückstand bist und du dann erfährst, dass die in Dortmund den Ausgleich machen? Dann schwant dir schon Ungutes. Das war ja wohl ein Elfmetertor, dann bekommen die in der 83. Minute wieder einen Elfmeter. Da hatten wir die Information schon, bevor das Ergebnis eingeblendet wurde. Dann flog auch noch der Dortmunder Torhüter vom Feld und ein Feldspieler musste rein. Dann weißt du in der Regel schon, was eintritt und es schwant dir Unheil.

Hegen sie Groll gegen Dortmund?

Werner Überhaupt nicht. Wir wollen doch nicht den Fehler machen, dass wir den Fehler bei anderen suchen. Wir sind die schlechteste Rückrundenmannschaft, haben die wenigsten Punkte geholt und deshalb müssen wir schon den Fehler bei uns suchen.

Sie haben nur neun Punkte in der Rückrunde geholt, was sind die Gründe dafür?

Werner Nur neun Punkte hat auch Augsburg. In der Vorrunde. Das sagt eben nichts aus. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir auch bei schlechten Ergebnissen immer nur das Gute gesucht haben. Das ist falsch. Im Fußball bist du abhängig von den Punkten, die du holst. Und nicht davon, dass du vielleicht mal 20 Minuten gut Fußball gespielt hast. Das ist dann einfach zu wenig. Man muss die Punkte erzielen, die möglich sind.

Aber woher kommt denn der Bruch? In der Vorrunde haben sie noch 21 Punkte geholt, dann mit Martin Latka, Robert Tesche und Matthis Bolly noch einmal personell nachgelegt. Vor allem Latka war ja eine echte Verstärkung. Wie erklären Sie sich das?

Werner Tja, wir haben besser Fußball gespielt, aber weniger Punkte geholt. Es gibt ja die Floskel: Lieber mal schlecht spielen und gewinnen, als gut spielen und zu verlieren. Bei uns war der Ansatz des gut Spielens zu hoch angesiedelt. Man muss doch nur mal das Spiel heute sehen: Wenn man die Schlussphase raus nimmt, waren wir ja überlegen.

Trainer Norbert Meier ist bereits vor dem Spiel in Hannover in die Kritik geraten. Wird der Abstieg personelle Konsequenzen haben?

Werner Was ist denn das für eine bescheuerte Frage? Ihr Job ist es doch nicht, dumme Fragen zu stellen. Ihr Journalisten seid immer gleich: Ihr wollt immer gleich Lösungen haben. Lösungen, immer Lösungen. Eine Minute nach Abpfiff.

Die Frage, wie es jetzt weiter geht, interessiert aber sicher auch die Fans und stellt sich nach einem Abstieg nun mal...

Werner Sie brauchen aber keine personellen Fragen zu stellen. Wir werden uns sicherlich auch damit auseinandersetzen und uns über die Rückrunde unterhalten. Aber drei Minuten nach dem Abpfiff beantworte ich diesen Scheiß nicht. Ihr habt doch dafür gesorgt, dass Werder Bremen sich von Thomas Schaaf trennen musste und jetzt versucht ihr es hier wieder.

(dpa/can)
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