Amateurfußball: Nach der ersten Hälfte schon verloren

Amateurfußball : Nach der ersten Hälfte schon verloren

Fortunas Regionalliga-Fußballer unterliegen in Rödinghausen mit 1:3. Defensiv fehlt einiges.

Das letzte Fünkchen Hoffnung lodert nur noch sehr schwach. Und als der Ball im hohen Bogen über das Tor fliegt, erlischt es ganz. Nader El-Jindaoui hätte noch einmal als Brandbeschleuniger taugen können, doch er scheitert. Der 22-Jährige schlägt seine Hände vor dem Kopf zusammen, Shinta Appelkamp und Lex-Tyger Lobinger sprechen ihm Mut zu. Die Chance, nochmal für eine richtig heiße Schlussphase zu sorgen, ist dahin. Weil El-Jindaoui den Handelfmeter, den Fortunas Regionalliga-Fußballer zehn Minuten vor dem Ende der Partie beim SV Rödinghausen zugesprochen bekommen, kläglich vergibt. Es bleibt beim 1:3, die Niederlage gegen den Spitzenreiter ist besiegelt.

Trainer Nico Michaty haderte in der Nachbetrachtung mit der ausgelassenen Möglichkeit, die eventuell eine Wegmarke für den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich hätte sein können. „In dieser Situation muss man den Elfmeter reinmachen“, sagte der Coach. „Dann wäre das Momentum auf unserer Seite gewesen.“ Dennoch nahm er El-Jindaoui auch in Schutz. „Selbst in der Bundesliga werden jedes Wochenende Elfmeter verschossen, das macht ja niemand absichtlich.“ Gewiss, und so blieb Michaty nur eine Feststellung: „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte verloren.“

Zwei Faktoren führten dazu. Auf der einen Seite ein nachlässiges Defensivverhalten mit vielen vermeidbaren Fehlern und einer mangelnden Abstimmung, auf der anderen Seite ein geradezu lethargisches, schüchternes Zweikampfverhalten. „Rödinghausen hat uns mit seiner physischen Wucht den Schneid abgekauft“, sagte Coach Michaty. Doch mehr noch, der Ligaprimus hatte die Flingerner nämlich auch taktisch dort zu packen bekommen, wo es enorm wehtat. Dass die „Zwote“ zwischen den Mannschaftsteilen große Lücken klaffen ließ und gefährliche Räume freigab, vereinfachte den Rödinghausenern das Leben.

Sinnbildlich zum Vorschein kam das beim dritten Gegentreffer kurz vor der Pause. Die Michaty-Elf presste früh, stellte im Mittelfeld aber nicht den nötigen Anschluss her. Nachdem Lukas Kunze mit einer kleinen Körpertäuschung gleich vier Flingerner aus dem Spiel genommen hatte, tat sich vor ihm deshalb jede Menge Freiraum auf – und am Ende eines tadellosen Angriffs zappelte der Ball im Netz. Auch die ersten beiden Tore waren symptomatisch. Zuerst verlor Joshua Laws die Kugel gefährlich nah am Strafraum, später behauptete sich Fynn Arkenberg vor dem Kasten der Flingerner und nickte nach einer Flanke ein.

Immerhin legte die „Zwote“ im zweiten Spielabschnitt den Schalter um, war fortan auch körperlich präsent, traf durch Kevin Hagemann und diktierte teilweise sogar das Geschehen – auch weil Rödinghausen das eigene Engagement reduzierte. Das rächte sich nicht, da Nader El-Jindaoui die Chance verpasste, noch einmal eine richtig heiße Schlussphase einzuläuten.

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